P2P-Lending-Report Dezember 2016

Seit dem letzten Bereich im November hat sich an der P2P-Plattform einiges getan. Meine Viventor*-Investition hat sich um 300 Euro erhöht und auch bei den Plattformen entwickelt sicht etwas.

Plattformen entwickeln sich!

Twino und Viventor haben jeweils eine App fürs Smartphone vorgestellt, mit der man auch vom iPhone komfortabel auf die jeweilige Plattform zugreifen kann.

Über diese App sieht man sofort, wieviel Geld aktuell investiert ist und wieviel Geld untätig rumliegt. Darüber hinaus kann man Kredite einsehen und bekommt seine aktuelle Rendite angezeigt.

Und das Wichtigste überhaupt: Das Auto Invest lässt sich auch über die App anpassen. Somit kann man direkt und ohne große Verzögerung auf die täglichen Status-Mails reagieren, wenn man das möchte.

Beide Apps haben sicherlich noch viel Entwicklungspotential, sind aber für den Anfang eine gelungene Ergänzung, die den Umgang mit den Plattformen noch einfacher macht.

Mintos und Bondora: Und wann kommen eure Apps?

Die kostenlosen Apps für Viventor und Twino findest Du hier:

Meine Viventor Investition

Bei Viventor habe ich derzeit 900€ investiert und bin somit nur noch 100€ von meinem aktuellen Ziel entfernt. Dieses wird mit der nächsten „Rate“ im Januar erreicht. Danach habe ich bei allen vier Plattformen (Bondora, Mintos, Twino, Viventor) mein Ziel von 1000€ Investition pro Plattform erreicht.

Wie es dann weiter geht, weiß ich aktuell noch nicht. Entweder suche ich mir eine weitere P2P-Plattform, über die ich investiere oder ich bespare alle vier Plattformen mit einer kleinen monatlichen Rate (z.B. 50€ pro Plattform) einfach weiter. Möglicherweise fällt mir auch noch eine ganz andere Investitionsmöglichkeit abseits der P2P-Kredite ein.

Grundsätzlich finde ich es aber nach wie vor sinnvoll, neben Aktien und ETFs noch eine andere Anlageklasse im Portfolio zu haben. Und bislang sind meine P2P-Erfahrungen durchweg positiv (sieht man mal von der Knappheit der Kredite ab).

Ladehemmungen bei Bondora

Bei Bondora* läuft das Reinvestieren aktuell etwas zögerlich ab. Derzeit habe ich 12€ Cash, die nicht automatisch investiert werden. Das gefällt mir natürlich nicht und ich bin mir aktuell nicht sicher, was ich dagegen tun soll. Natürlich könnte ich meinen Portfolio Manager so konfigurieren, dass er in einer anderen Risiko-Klasse agiert, aber das ist eigentlich keine Lösung für das von mir thematisierte Problem der Überflutung dieser Plattformen mit Investoren.

Auf der aktuellen Risiko-Stufe (Ausbalanciert) habe ich jedenfalls bei Bondora alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Sogar in Kredite auf dem Sekundärmarkt investiert mein Portfolio Manager automatisch.

Ich werde die Entwicklung hier weiter beobachten und ggf. mein Geld nach und nach abziehen bzw. auf andere Plattformen umschichten.

Plattform-Gesamt-Überblick

Die Status-Torte für Bondora* spare ich mir an dieser Stelle mal. Diese hat sich im Vergleich zum Vormonat nämlich fast garnicht verändert. Immer noch keine Ausfälle. Und auch bei Mintos* hat sich von den Verhältnissen her nichts getan.

So langsam haben sich die Plattformen ohne Geldmittel-Zufluss eingependelt und laufen total langweilig vor sich hin. Und das finde ich sehr gut so.

Mein Jahresüberschuss auf den Plattformen sieht wie folgt aus:

Plattform Jahresüberschuss
Bondora 167,87 €
Mintos 61,23 €
Twino 30,73 €
Viventor 11,84 €
Total 271,67 €

Insgesamt ist das natürlich nur ein sehr kleiner Betrag, aber gemessen am Aufwand und der Höhe des Investition ist die Rendite sehr gut (XIRR > 10%). Eine genauere Betrachtung der Rendite werde ich im Jahresrückblick im Januar anstellen. Dort werde ich dann auch die Gesamtrendite meines Portfolios berechnen. Inklusive aller ETFs, Aktien und was da sonst so kreucht und fleucht.

Zusammenfassung

Meine P2P-Investitionen laufen bei allen vier Plattformen gut bis sehr gut. Das Thema P2P-Kredite wird bei mir auch im nächsten Jahr einiges an Beachtung finden, da mich die Entwicklung dieser Anlagemöglichkeit sehr interessiert.

Wir haben in diesem Jahr gesehen, dass Plattformen mit zunehmender Bekanntheit einen regen Zulauf an Investoren erhalten und die Menge des Verfügbaren Geldes die Menge des benötigen Geldes sogar übersteigt. Dies wirkt sich natürlich direkt negativ auf die Rendite aus. Immer mehr Investoren buhlen um die wenigen Kreditprojekte mit einer ansehnlichen Rendite.

Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich dies auf den Plattformen entwickelt. Aus meiner Sicht müssen P2P-Investments auf Grund des (jedenfalls gefühlt) höheren Risikos eine höhere Rendite im Vergleich zu ETF-Investments (auf MSCI World und Co.) bringen. Sobald dies nicht mehr der Fall ist, wird das Interesse auf der Investorenseite nachlassen. Dies kann wiederum dazu führen, dass die Renditen wieder steigen oder aber die Plattformen früher oder später die Segel streichen, da die Vermittlung von P2P-Krediten nicht mehr genug Ertrag abwirft.

Es bleibt also spannend. Daher der Hinweis: Immer und besonders bei P2P-Krediten und ähnlichen Anlagen solltest Du nur Geld investieren, auf das Du im schlimmsten Fall auch komplett verzichten kannst.

Ich für meinen Teil habe derzeit mein persönliches Limit auf 10% meines Portfolios begrenzt. Da bin ich noch nicht und werde es mit der aktuellen Aufteilung meiner Sparquote auch nicht erreichen, aber dort endet nach meinem aktuellen Kenntnisstand mein Wohlfühlbereich.

Daher kann ich im nächsten Jahr eine neue Plattform ausprobieren, wenn mir eine zusagt oder meine Investments auf den oben genannten Plattformen erhöhen, sofern dies möglich ist. Für Anregungen, ob per Kommentar oder Mail bin ich immer dankbar. 😉

 

6 Gedanken zu „P2P-Lending-Report Dezember 2016

  1. Hallo lieber Finanzfisch,

    Wie hoch ist denn die Quote der im Verzug befindlichen Kredite bzw. der ausgefallenen Kredite?

    Bei meinen Investments gibt es da eine sehr deutliche Korrelation zwischen nominellem Zinssatz (wie von den Plattformen angegeben) und den im Verzug befindlichen bzw. ausgefallenen Krediten.

    Viele Grüße,
    FF

    • Hallo finanziellefreiheit,
      ich habe bislang noch keine ausgefallenen Kredite bei Bondora und bei den anderen Plattformen investiere ich nur in Kredite mit Rückkaufgarantie.

      Bei Bondora beträgt die Quote der überfälligen Zahlungen derzeit fast 30%. Das teilt sich auf auf 18% mehr als 60 Tage und 12% weniger als 60 Tage. Die Plattform gibt derzeit einen Net Return von 20,96% an. Allerdings mangelt es hier derzeit an Krediten, so dass nicht sofort automatisch reinvestiert wird. Langfristig wird eher dadurch (oder durch Ausfälle) die Rendite sinken.

      Ich beobachte bei Bondora, dass die Zahl der überfälligen Kredite steigt. Der „Net Return“ ist seit meinem Begin um etwa 2% zurückgegangen. Ich rechne jedoch damit, dass demnächst auch Kredite endgültig ausfallen und damit die Rendite drastisch sinken wird.

      Viele Grüße
      der Finanzfisch

  2. Hallo,
    wie lang sind deine letzten Investitionen bei Viventor her?
    Seit Tagen gibt es da einen Nachfrageüberhang, sodaß man praktisch zu 0 Investitionen kommt! Siehe dazu auch die Berichte auf dem Lehmann-Forum
    Gruß, Freddfy

    • Hallo Freddy, Investitionen am Primärmarkt sind bei mir mittlerweile fast einen Monat her.
      Und auch am Sekundärmarkt sieht es zunehmend schlechter aus.
      Grüße
      der Finanzfisch

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