Viventor: P2P-Lending-Plattform Nummer Vier

Seit der letzten Woche bin ich nun auch auf der lettischen P2P-Plattform Viventor* aktiv.

Ich habe lange überlegt ob ich vorerst nur über Twino neues Geld investiere bis ich auch dort meine 1000€-Grenze erreicht habe. Dann aber habe ich mich dafür entschieden lieber zwei Plattformen parallel mit neuem Geld zu versorgen. Damit investiere ich aktuell über vier Plattformen in P2P-Kredite: Bondora*, Mintos*, Twino und nun Viventor.

Bei Bondora und Mintos habe ich meine vorerst maximale Anlagesumme (jeweils 1000€) bereits erreicht. Bei allen Plattformen lasse ich alles voll automatisch ablaufen. So auch bei Viventor.

Die Plattform Viventor

Viventor ist der Frischling, der den Platzhirschen den Kampf ansagt. Die Plattform gibt es nämlich erst seit 2015. Sie ist ein Produkt des spanischen Finanzunternehmen Prestamos Prima das es seit 2013 gibt.

Das Unternehmen hinter Viventor ist seit 2015 Teil der Finstar Financial Group und ist stark am wachsen.

Viventor hat im April 2016 die Grenze von 1 Mio. € vergebener Kredite überschritten. Bondora ist hier aktuell bei gut 60 Mio. € und Mintos etwa bei 50. Man sieht also: Die Plattform ist noch nicht so groß und auch nicht so bekannt.

Dennoch lohnt es sich, Viventor mal genauer zu betrachten.

Das habe ich nun getan und werde es auch in den nächsten Wochen und Monaten weiterhin tun.

Eigenschaften von Viventor allgemein

Die Registrierung bei Viventor ist ähnlich einfach wie bei allen anderen P2P-Plattformen. Es gibt jedoch ein paar Besonderheiten.

Besonderheiten der Plattform

Zum Einen musst Du 21 Jahre alt sein, um dort zu investieren. Außerdem benötigst Du ein Bankkonto in der EU. Bei der Registrierung werden Dokumente für den Identitiätsnachweis verlangt. Dazu zählen eine Kopie von Personalausweis oder Reisepass, eine Nebenkostenabrechnung (bzw. irgendeine Rechnung mit Deiner Adresse) und optional noch ein Steuerbescheid.

Letzterer ist dazu da um zu bestätigen, dass Dein Wohnsitz in der EU ist. Ich bin mir zwar nicht sicher, wozu das nötig ist, aber laut Viventor würden die Steuereinnahmen andernfalls vorab versteuert werden.

Kredite bei Viventor

Alle von Viventor angebotenen P2P-Kredite kommen mit einer Rückkaufgarantie die nach 60 Tagen Verzug greift. Somit gibt es wie bei Twino und Mintos ein Sicherungsnetz das im Falle eines Falles noch eine Chance darauf bietet, sein Geld wieder zu erhalten. Auch wenn es “Garantie” heißt, sehe ich das nicht als absolute Sicherheit an. Aber es hilft schon mal.

Bei Viventor gibt es zwei Arten von Krediten. Hypothekendarlehen mit hinterlegten Sicherheiten und ungesicherte Kurzzeitkredite (7 bis 30 Tage) mit 12% Rendite pro Jahr. Letztere werden vom spanischen Kreditgeber Twinero vergeben. Soweit ich weiß handelt es sich dabei ausschließlich um spanische Kreditnehmer.

Alle Kredite sind aber zu 100% vorfinanziert so dass es keine Finanzierungsphase gibt, in der das Geld untätig rumliegt. Der Kreditgeber hält immer mindestens 5% am Kredit so dass wenigstens ein kleines Interesse daran besteht, dass der Kredit reibungslos abläuft.

Mindestanlage

Um bei Viventor anzufangen musst Du mindestens 50€ investieren. Die Mindestsumme pro Kredit liegt bei 10€. Auch hier ein kleiner Unterschied zu anderen Plattformen wo die Untergrenze exakt bei der Mindestsumme pro Kredit liegt.

Das finde ich allerdings nicht weiter schlimm. Um die Plattform ernsthaft testen zu können muss man eh in mehr als einen Kredit investieren und wer wirklich etwas von den Zinsen merken möchte, der kommt um eine höhere Anlagesumme ohnehin nicht drumrum.

Auto Invest

Auch Viventor kommt mit einem Auto Invest daher. Man kann wie bei Mintos und Twino mehrere Auto Invest Portfolios anlegen. Ich habe jedoch wie immer nur eines. Vielleicht teile ich das irgendwann noch auf, aber aktuell investiere ich ausschließlich in die Kurzläufer mit 12% Rendite.

Besicherte Hypothekenkredite bringen bei Viventor aktuell so zwischen 6 und 8%. Die Laufzeiten liegen zwischen 12 und 72 Monaten.

Das Auto Invest ist sehr übersichtlich und entsprechend schnell konfiguriert.

Viventor Auto Invest

Formular zur Konfiguration des automatischen Investitionsprogrammmes bei Viventor.

Sonstiges

Auch Viventor bietet einen Sekundärmarkt. Für mich ein unwichtiges Detail, da ich gerne passiv investiere, aber der ein oder andere mag es anders sehen.

Abgesehen davon macht die Plattform insgesamt einen soliden Eindruck. Die Seiten laden schnell und es gibt eine FAQ, die die wichtigsten Dinge erklärt. Der Auto Investor arbeitet zügig und es gibt verschiedene Übersichten über laufende Kreditprojekte und die persönliche Rendite.

Die deutsche Übersetzung könnte jedoch noch optimiert werden. Manchmal hilft es hier, die englische Version der Seite zu betrachten um zu verstehen, was eigentlich gemeint ist.

Meine Investitionen und erste Eindrücke

Aktuell habe ich 100€ in insgesamt 10 Kredite (jeweils 10€) investiert. Das ist vollständig automatisch passiert.

Mein Auto Invest ist derzeit so konfiguriert, dass es nur in Kredite mit einer kurzen Laufzeit (weniger als 6 Monate) und einer Rendite von 12% investiert.

Hier spielt der LTV-Regler im Auto Invest keine Rolle, da kein Wert als Sicherheit hinterlegt ist. Das Ausfallrisiko ist hier also deutliche höher, wenn Twinero die Grätsche machen sollte.

In dem Bereich, den ich gewählt habe gibt es genug Kreditprojekte um sein Geld nie lange uninvestiert liegen zu haben. Das Auto Invest kann es sofort zuweisen.

Ich werde bei Viventor die erste Rückzahlung abwarten bevor ich weiteres Geld investiere um einen vollständigen ersten Eindruck zu erhalten.

Bis jetzt ist der Eindruck aber sehr positiv und ich werde Viventor weiterhin beobachten.

Wenn weitere Investitionen erfolgen werde ich darüber in meinem P2P-Report, der in Zukunft monatlich erscheint und alle meine Aktivitäten und Erkenntnisse im Bezug auf P2P-Kredite zusammenfasst, berichten.

Welche Erfahrungen hast Du mit Viventor gemacht? Investierst Du dort schon oder hörst Du zum ersten Mal von dieser Plattform?

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