Mein Versuch, minimalistischer zu leben

In den letzten Beiträgen zu meiner Minimalismus-Serie habe ich darüber geschrieben, was Minimalismus ist und welche Vor- und Nachteile ein minimalistischer Lebensstil haben kann. Außerdem habe ich über die positiven Auswirkungen von Minimalismus auf die persönlichen Finanzen geschrieben.

Offensichtlich finde ich Minimalismus faszinierend und einen minimalistischen Lebensstil sehr erstrebenswert. Daher stellt sich die Frage: „Wie minimalistisch lebe ich?“.

In diesem Artikel geht es vor allem darum, in welchen Bereichen ich den Minimalismus-Gedanken bereits gut umsetze und in welchen Bereichen meines Lebens ich noch Verbesserungspotential sehe.

Was läuft gut?

Sozial Media

Was Sozial Media angeht bin ich von einem Hardcore-Nutzer eher zu einem Gelegenheits-Nutzer geworden. Medien wie Facebook und Twitter nutze ich zwar noch, wenn auch viel seltener als früher.

Darüber hinaus lösche ich Abonnements sofort, wenn ich merke, dass mich etwas oder jemand nervt oder mich die Themen einer Seite/ Gruppe nicht interessieren. Damit hat die Qualität meiner Timelines spürbar zugenommen.

E-Mails

Inbox Zero! Sowohl auf der Arbeit als auch privat setze ich dieses Konzept konsequent um und habe immer einen aufgeräumten Posteingang.

Dokumente

Alles was unwichtig ist, kommt direkt in den Müll. Wichtiges wird erst digitalisiert und kommt dann in den Müll. Nur ganz wenige Ausnahmen werden auch analog archiviert.

Die Konsequenz: Ich habe nur sehr wenige Ordner (Tendenz sinkend), die Platz wegnehmen. Der Rest ist sicher und digital gespeichert und ich finde Dokumente jederzeit schnell wieder, wenn ich sie benötige. Und zwar weltweit.

Digitalisierung allgemein

Allgemein bin ich jemand, der soviel wie möglich digitalisiert. Ich habe keine DVDs, keine CDs und kaum Bücher. Auch Fotoalben sucht man bei mir vergeblich. Statt dessen nutze ich Online-Anbieter nach Bedarf und habe einen großen Netzwerkspeicher, auf dem ich alles Wichtige und Interessante speichere.

Neuanschaffungen

Seit ich mich mit dem Minimalismus-Thema beschäftige, denke ich deutlich kritischer über jegliche Neuanschaffungen an. Regelmäßig entscheide ich mich gegen eine Ausgabe aus dem einfachen Grund, dass ich damit nur ein weiteres Gadget oder was auch immer in meinen Haushalt lasse.

Geldanlage

Der Großteil meiner Investitionen, egal ob in ETFs oder in P2P-Kredite, läuft vollautomatisch. Damit muss ich mich hierum nicht kümmern und nur gelegentlich die Daten in Portfolio Performance aktualisieren.

Was läuft noch nicht so gut?

Reisegepäck

Ich habe zwar nicht die Tendenz, zu viele Klamotten mitzunehmen, aber für technisches Geraffel bin ich sehr anfällig. Im letzten Urlaub habe ich meine Kamera nebst mehreren Objektiven und Stativ mitgenommen.

Im Endeffekt habe ich davon vielleicht 10% genutzt und für die meisten Bilder hätte auch mein iPhone gereicht. Ich hätte mir also locker ein Gepäckstück von etwa 10kg sparen können. Allerdings hätte ich mich geärgert, wenn ich wirklich hobbymäßig Fotos hätte machen wollen und ich die Ausrüstung nicht dabei gehabt hätte.

Hier bin ich, gerade wenn ich länger als ein paar Tage weg bin eher der „vorsorgliche Typ“.

Kleiderschrank

Zwar habe ich hier schon extrem ausgemistet und deutlich mehr Übersicht hinein gebracht, aber dennoch besitze ich relativ viele Klamotten. Hier sehe ich noch deutlich Luft, allerdings sträube ich mich davor, gute Klamotten auszusortieren nur um weniger im Kleiderschrank zu haben. Und auch meine Freundin ist nicht Begeistert von dem Gedanken dass ich nur noch drei einfarbige T-Shirts besitze.

In diesem Bereich wird es, denke ich, die Zeit regeln. Wenn ich ausgemusterte Kleidung nicht direkt ersetze wird dieser Schrank hoffentlich automatisch leerer werden.

Wohnung

Allgemein bietet unsere Wohnung noch viel Verbesserungspotential. Das fängt bei Dachboden und Keller an, die mal gründlich ausgemistet werden müssen und geht in der Küche, im Wohn- und Arbeitszimmer sowie im Esszimmer weiter und betrifft auch das Schlafzimmer.

Hier kommt erschwerend dazu, dass bei einer gemeinsamen Wohnung die Ansichten, was wichtig ist und was nicht, extrem auseinander gehen können und man nicht nur sich selbst, sondern auch seine Lebenspartnerin überzeugen muss.

Während es mir sehr leicht fällt, funktionslose Gegenstände (sie nennet es „Deko“) direkt zu entsorgen, hat sie ein empfindliches Problem damit. Bei anderen Dingen wie einer Handkaffemühle ist es eher anders herum.

Fazit

Zwar geht die Tendenz in allen Bereichen in die richtige Richtung aber insbesondere beim Kernthema „Wohnung“ besteht noch ein großes Verbesserungspotential.

Langfristig möchte ich mehr und länger reisen. Entweder mit einem Rucksack oder einem Wohnmobil. Spätestens dann muss der Inhalt meiner Wohnung soweit reduziert sein, dass ich die wichtigen Dinge mitnehmen und den Rest (falls es sowas gibt) schnell und kosteneffizient einlagern kann.

Um mir (und Dir) eine kleine Starthilfe beim Ausmisten zu geben, habe ich mir eine 31-Tage-Challange überlegt, die ich Dir in meinem nächsten Artikel zu dieser Serie vorstellen werde. Die Challange soll dazu dienen mit kleinen Schritten in Richtung Minimalismus zu gehen und dabei neue Gewohnheiten zu etablieren.

Wie weit bist Du?

Bist Du auch auf dem Weg zu einem minimalistischen Leben oder hast Dein Ziel vielleicht schon erreicht? Berichte mir von Deinen Erfahrungen, Tipps und Tricks, die Du auf diesem Weg bekommen hast.

One Comment

  1. „funktionslose Gegenstände (sie nennet es „Deko“)“

    An dieser Stelle musste ich schmunzeln, denn ich hatte bei mir Zuhause schon ähnliche Diskussionen. Jeder hat eine andere Vorstellung, was einem selbst wichtig erscheint. So kann es sein, dass der eine den Gegenstand als funktionslos betrachtet, während der andere unter keinen Umständen darauf verzichten kann.

    Hier ist es wichtig einen guten Kompromiss zu finden, mit dem jeder zufrieden ist.
    Dazu fällt mir ein schönes Zitat ein:

    „Der Kompromiss ist die Kunst einen Kuchen so zu teilen, dass jeder meint das größte Stück erhalten zu haben.“

    Es sollte sich niemand nach dem Kompromiss hinterher schlechter fühlen und meinen, dass jemand den eigenen Willen durchgesetzt hat.

    Schöne Grüße
    Dominik

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