P2P-Lending-Report September / Oktober 2016

Durch meine Sommerpause ist mein P2P-Lending-Report für September leider ausgefallen. Daher gibt es heute einen Bericht über die letzten zwei Monate.

Kurzfassung

Alle vier Plattformen (Bondora*, Mintos*, Twino und Viventor*) laufen munter vor sich hin. Lediglich Mintos bereitet mir Sorgen.

Bei Viventor habe ich weitere 300€ investiert. Bei Twino sogar weitere 700€. Damit liegen bei Twino nun 900€ eigenes Geld. Bei Viventor erst 400€.

Bei Mintos gibt es kaum noch Kredite mit Rückkaufgarantie und ich musste mein Auto Invest anpassen, um noch ein paar weitere Investitionsmöglichkeiten zu finden. Doch auch das war keine langfristige Lösung.

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Rendite-Überblick

Plattform Rendite in Prozent (XIRR) Rendite in Euro
Bondora 22,57% 135,72€
Mintos 12,43% 40,51€
Twino 10,40% 10,25€
Viventor 12,00% 2,89€

Unschwer zu erkennen: Bondora läuft am besten. Allerdings ist Bondora auch die einzige Plattform ohne Rückkaufgarantie. Höhere Rendite geht also auch hier mit einem höheren Risiko einher.

Viventor sieht dank niedriger Investition und kurzer Laufzeit noch eher mickrig aus, aber das wird sich sicher noch geben. Insgesamt bin ich mit allen Plattformen, was die Rendite angeht, sehr zufrieden.

Sorgenkind Mintos

Bei Mintos habe ich im vergangenen Monat meine Kriterien für den Auto Invest senken müssen. Von mindestens 12% Zinsen bin ich auf 11% herunter gegangen und habe darüber hinaus die maximale Laufzeit von 36 Monaten auf 48 Monate herauf gesetzt.

Der Grund: Ich hatte in den morgendlichen E-Mails festgestellt, dass mein Geld nicht mehr investiert wurde. Dank der Filter-Funktion von Mintos ließ sich schnell herausfinden, dass es keine Kredite mehr gab, die zu meinen Kriterien passten und in die ich nicht bereits investiert hatte. Nach der Anpassung lief es erst mal wieder. Bis gestern.

Ich habe das Gefühl, dass Kredite mit Rückkaufgarantie bei Mintos ein Auslaufmodell sind. Laut Filter gibt es genau einen Kredit mit Rückkaufgarantie, in den ich noch nicht investiert habe. Und dieser bringt gerade mal 5,5%. Insgesamt finden sich auf dem Primärmarkt aber ohnehin nur noch 1867 Kredite. Auf dem Sekundärmarkt sind es 26154.

Interessanter Weise gibt es auf dem Sekundärmarkt einen Haufen Kredite, die noch nicht im Verzug sind und eine Rückkaufgarantie haben. Der Preisaufschlag liegt hier bei gerade mal 1,0%. Das würde sich bei einem Zinssatz von, zum Teil, 13,5% noch immer lohnen. Diese Kredite lassen sich allerdings nicht mit einem Auto Invest kaufen.

Lösungen für die Mintos-Problematik

Ich habe also zwei Möglichkeiten:

  1. Ich lege ein Auto Invest an, der auf die Rückkaufgarantie verzichtet. Damit würde ich allerdings meine Strategie grundlegend ändern, was okay wäre, da ich bei Bondora auch ohne Rückkaufgrantie investiere. Allerdings müsste ich mir die Parameter genau überlegen um das Risiko in einem sinnvollen Rahmen zu halten.
  2. Ich investiere manuell über den Sekundärmarkt. Im Wesentlichen findet man mit meinen Kriterien dort Auto-Kredite die über den Darlehensanbahner “Mogo” finanziert wurden. Hier muss ich darauf achten, nicht zu sehr auf einen Darlehensanbahner zu setzen, aber das ist noch kein Problem.

Ich werde die zweite Variante jetzt eine Weile ausprobieren. Ich habe mir für den Sekundärmarkt einen Filter definiert, der genau zu meinen Kriterien passt. Damit muss ich nur diesen Filter anwenden und in den ersten Kredit auf der Liste investieren. Der Zeitaufwand ist minimal und damit für mich noch akzeptabel.

Den Auto Invest lasse ich dabei weiter laufen. Vielleicht findet er ja noch ein Schnäppchen.

Kreditstatus Mintos

Aktuell bin ich in 110 Kredite investiert. Außerdem sind mittlerweile 68 Projekte abgeschloßen.

Wie man auf der Grafik sieht, laufen meine Investitionen weiterhin wie gewohnt weiter. Abgesehen von der Auto-Invest-Problematik scheint also alles im Lot zu sein.

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Kreditstatus Bondora

Aktuell habe ich in 244 Kredite investiert. Weitere 18 wurden bereits zurückgezahlt.

Was sofort auffällt ist, dass die Anzahl der Kredite die mehr als 60 Tage überfällig sind, stark angestiegen ist. 11,8% der Kredite sind mehr als 60 Tage im Verzug. Das sehe ich mit großer Spannung.

Bisher ist zwar noch kein Kredit ausgefallen, aber das wird wahrscheinlich noch passieren. Es bleibt abzuwarten, wieviele Kredite das betrifft und wie sich das auf die Rendite auswirkt. Ich erwarte allerdings, dass die Rendite deutlich sinkt. Zum Glück ist bei Bondora viel Luft nach unten, weshalb ich dieser Veränderung aber (noch) gelassen entgegen sehe.

Ausblick

Bis zum nächsten Report werde ich bei Twino meine magische 1000€-Grenze erreicht haben. Danach werde ich zunächst nur noch bei Viventor neues Geld investieren und die anderen Plattformen einfach laufen lassen.

Sobald ich bei Viventor ebenfalls auf eine Einzahlung von tausend Euro gekommen bin, werde ich überlegen ob ich mir eine neue Plattform suche oder aber mein Limit pro Plattform erhöhe. Aber diese Entscheidung hat noch ein paar Monate Zeit.

Bis dahin werde ich beobachten, ob ähnliche Probleme wie bei Mintos auch auf Twino oder Viventor auftreten. Bisher läuft hier allerdings noch alles vollautomatisch.

Fazit

Es läuft! Jeden Morgen freue ich mich über die E-Mails von den Plattformen die mir einen schnellen Überblick über die Entwicklung geben. Denn diese Entwicklung war bisher immer positiv.

Das Mintos-Problem konnte ich dank dieser E-Mails schnell aufdecken und eine akzeptable Lösung dafür finden. Leider erhalte ich von Viventor keine E-Mails. Das ist etwas schade, da ich hier selbst darauf achten muss, die Entwicklung nicht aus dem Auge zu verlieren. Hoffentlich kommt dieses Feature noch.

Insgesamt bin ich mehr als zufrieden mit allen vier Plattformen. Müsste ich aktuell eine Rangordnung festlegen, sähe diese wie folgt aus:

  1. Bondora
  2. Twino
  3. Mintos
  4. Viventor

Hierbei muss ich sagen, dass Twino und Mintos nah beieinander sind und Bondora durch die extrem hohe Rendite trotz fehlender Rückkaufgarantie einen Bonus bekommt. Viventor läuft wegen der fehlenden E-Mails eher so unscheinbar im Hintergrund und ist mit derzeit gerade mal 900 Krediten auf dem Primärmarkt und 755 Krediten auf dem Sekundärmarkt noch sehr klein.

Zusammengefasst: Ich halte P2P-Kredite zwecks Diversifikation als gute Beimischung zu ETFs, Aktien und Co.

Und wie läuft es bei Dir mit den P2P-Krediten? Hast Du eine neue Plattform ausprobiert?

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