Bulkestate: Immobilien-Crowdinvesting in Lettland und Bulgarien

In meinem letzten P2P-Report habe ich über meine erste Investition bei Bulkestate* berichtet. Ich habe 50€ in das Projekt „Midia Grande Resort“ investiert (dazu später mehr).

Heute möchte ich Dir die Plattform Bulkestate einmal genauer vorstellen.

Was ist Bulkestate

Wie EstateGuru*, Zinsland* und Bergfürst* ist Bulkestate eine Plattform, die Investoren (uns) mit Immobilienentwicklern und -gesellschaften zusammen bringen will.

Dabei ist Bulkestate noch sehr klein. Derzeit spricht man von 450 Anlegern. Die lettische Plattform wurde allerdings auch erst Ende 2016 gegründet.

Wie üblich ist aber das Risiko dieses Startups von den Risiken der Anleger entkoppelt. Selbst wenn Bulkestate insolvent werden sollte, sind die Investitionen nicht betroffen und das Kreditgeschäft wird von einer Anwaltskanzlei übernommen.

Crowdfunding

Das erste Standbein ist wie bei den oben genannten Plattformen das Crowdfunding.

Dazu stellt die Gesellschaft ihr Vorhaben auf der Plattform vor und Mitglieder können dann ab bereits 50€ in ein Projekt investieren. Es handelt sich also um eine klassische Crowdinvesting-Plattform.

Viele Investoren finanzieren ein Projekt. Hierbei lässt sich Bulkestate von der jeweiligen Gesellschaft eine Hypothek geben, um im Falle der Zahlungsunfähigkeit die Anleger wieder auszahlen zu können. Vorzugsweise inklusive Zinsen.

Dennoch bleiben Investitionen dieser Art sehr riskant. Es kann immer passieren, dass eine Hypothek im Ernstfall doch nicht den erwarteten Wert hat und somit die Anleger auch nicht ausbezahlt werden können. Im schlimmsten Fall droht also auch hier der Totalverlust.

Bulkestate ist für Investoren kostenlos. Alle Gebühren, die Bulkestate einbehält, werden vom Kreditnehmer genommen.

Gruppenkauf

Meines Wissens nach neuartig, aber konsequent ist das Gruppenkauf-Feature.

Hier fungiert Bulkestate als eine Art Immobilienmakler und bietet Investoren Immobilien zum Kauf an. Das ist natürlich eine geniale Idee für so eine Plattform, da man sowohl Investoren als auch Immobiliengesellschaften direkt an der Hand hat.

Und die Gesellschaften müssen üblicherweise die Immobilie am Ende auch verkaufen, um die Investoren auszahlen zu können. Wer also nicht in Immobilienprojekte sondern in Immobilien direkt investieren möchte, kann auch dies bei Bulkestate tun.

Nachteil: Dann geht es natürlich nicht bei 50€ los, sondern man muss schon eine sinnvolle Einheit (z.B. eine Wohnung) kaufen. Beim aktuellen Projekt geht dies bei etwa 22.000€ los.

Ich bin wirklich gespannt, ob und wie dieses Konzept aufgeht. Für mich kommt es derzeit überhaupt nicht in Frage, eine Immobilie in Bulgarien zu kaufen. Ich kenne das Land im Prinzip gar nicht und kann mir die Wohnung vorher nur auf Bildern ansehen. Und was passiert nach dem Kauf? Wer kümmert sich dann?

Ich habe hierzu Kontakt zu Bulkestate aufgenommen, um mehr Informationen zu diesem Feature zu bekommen. Man schrieb mir, dass der Gruppenkauf für Immobiliengesellschaften gedacht ist, die alle Apartments in einem Haus verkaufen möchten.

Der Deal kommt nur dann zustande, wenn alle Apartments gekauft wurden.

Käufer haben vorher die Gelegenheit, die Immobilien auch persönlich zu besichtigen. Immerhin. Ich schätze aber, dass für die meisten Privatinvestoren eine Immobilie in einem anderen Land nicht unbedingt in Frage kommt, sofern man sich dort nicht wirklich gut auskennt.

Nach eigenen Angaben richtet man sich mit dem Angebot allerdings auch eher an Eigennutzer und professionelle Käufer.

Einen Bulkestate-Account einrichten

Bulkestate macht es Dir wirklich leicht, einen neuen Account einzurichten. Du kannst dies nämlich mittels eines Facebook- oder Google-Accounts mit wenigen Klicks erledigen. Alternativ kannst Du dich aber auch ganz klassisch mit E-Mail und Passwort registrieren.

Danach kannst Du dir auch schon alle Projekte ansehen und eine erste Investition tätigen.

Eine Investition tätigen

Bulkestate verhält sich hier wie Bergfürst. Im Gegensatz zu EstateGuru überweis man nämlich kein Budget, das man dann nach und nach investiert, sondern man muss eine Überweisung pro Projekt durchführen.

Man wählt also auf der Plattform ein Projekt aus, klickt auf „Sofort investieren“, gibt einen Betrag ein und erhält alle Informationen für eine normale SEPA-Überweisung. Das ist wirklich sehr einfach.

Da es bei Bulkestate nur relativ wenige Projekte gibt, gibt es hier auch keine Auto-Invest-Funktion.

Das Projekt „Midia Grand Resort“

Bei diesem Projekt handelt es sich um den Kauf und Verkauf von 18 Eigentumswohnungen im Midia Grand Resort in Aheloy an der Schwarzmeerküste.

Insgesamt 200.000€ möchte die Gesellschaft aufnehmen um alle Wohnungen innerhalb von 8 Monaten an- und weiterverkaufen zu können. Das Objekt hat gemäß einer Schätzung aus dem September einen Wert von 564.084€, was einem LTV von 35% entspricht. D.h. die Sicherheit entspricht fast drei mal der Kreditsumme, was natürlich ganz gut ist.

Der Finanzierungszeitraum endet am 02.11.2017 und das Projekt läuft bis zum 02.07.2018. Die erwartete jährliche Rendite beträgt 13,8%.

Die Bilder vermitteln den Eindruck einer gehobenen Wohnanlage. Ich bin neugierig und steige einfach mal mit 50€ ein. Wenn die Wertschätzung nur annähernd richtig ist, stimmt das Chancen-Risiko-Verhältnis für mich.

Mein Eindruck von Bulkestate

Der erste Eindruck ist sehr positiv. Die Plattform ist einfach zu bedienen, übersichtlich und funktioniert. Außerdem kommt sie mit einer vollständigen deutschen Lokalisierung daher. Sogar die Objektbeschreibungen werden ins Deutsche übersetzt. Lediglich Dokumente sind in englischer Sprache gehalten.

Auf meine E-Mail erhielt ich innerhalb von zwei Tagen eine umfassende Antwort. Das macht ebenfalls einen guten Eindruck.

Fazit

Ich bin gespannt, wie sich diese junge Plattform entwickelt. Bisher gibt es gerade mal sieben Projekte auf der Plattform, von denen alle bis auf das aktuelle finanziert wurden.

Das Konzept des Gruppenkaufs habe ich so noch nicht gesehen und ich bin gespannt, ob es erfolgreich wird.

Wie auch bei Bergfürst werde ich hier langsam mein Portfolio aufbauen. Das wird angesichts der niedrigen Summen, die ich in Einzelprojekte investiere, aber eine ganze Weile dauern.

Man teilte mir mit, dass für die Zukunft ein Zufluss von ungefähr zwei neuen Projekten pro Monat geplant ist und das dies derzeit eines der größten Ziele sei. Wir werden sehe, ob Bulkestate das schafft.

Wenn Du Bulkestate ausprobieren möchtest, freue ich mich, wenn Du das über diesen Link* tust, und damit mich und meinen Blog unterstützt. Danke! 🙂

Wie ist Deine Meinung zu Bulkestate? Hast Du bereits investiert oder es noch vor?

2 Comments

  1. Ich steh dem P2P sehr skeptisch gegenüber und frage mich, ob es da vielleicht das eine oder andere Schneeballsystem gibt, um „Stupid German Money“ abzusaugen. Bei den Immobilienfinanzierungen ist wenigstens ein halbwegs nachvollziehbares Geschäftsmodell zu erkennen. Ich kann mir schon vorstellen, dass es Leute gibt, die sich ein Ferienappartment am Schwarzen Meer zulegen wollen und ich kann mir vorstellen, dass es Leute gibt, die gut im Verkaufen sind, aber selber keine 200 k haben, das schnell zwischenzufinanzieren. Deswegen habe ich hier auch mal 100 EUR investiert. Ansonsten werde ich es wie Du halten, alles auf viele Projekte und Platformen verstreuen. Wenn dann jedes 10. Projekt in die Binsen geht, bleibt zwar nur eine kleine Rendite übrig, aber es hat wenigstens Spass gemacht. Außerdem ist es etwas entkoppelt von den Aktienmärkten.
    Deutsche Immobilien sind derzeit sehr hoch und lohnen nur, wenn sie zu einem guten Teil über Fremdkapital finanziert sind. Fremdkapital = Schulden macht einen dann fragil, wenn alles anders kommt, als gedacht. Außerdem ist der Kauf einer ganzen Wohnung hier auch ein ziemlicher Klumpen.

    1. Hallo Kostenrunter,
      ja das mit dem Klumpenrisiko sehe ich ähnlich. Da muss man schon ziemlich viel gespart haben, um seine ganze Diversifikation mit einer Immobilie ad absurdum zu führen.
      Bei den P2P-Plattformen ist natürlich nie auszuschließen dass sich da auch mal ein schwarzes Schaf versteckt. Aber davor ist man ja nie gefeit.

      Dennoch ist in dem P2P-Markt aus meiner Sicht viel Potential. In Ländern, wo es nicht so einfach ist, einen Kredit von der Bank zu bekommen und wo dieser 20-30% Zinsen kostet, sieht man sofort, warum es einen großen Markt für seriöse P2P-Plattformen gibt.

      Beste Grüße
      der Finanzfisch

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