Bücher im Internet verkaufen

Ich liebe eBooks. Ich kann sie überall hin mitnehmen, sie wiegen nix und nehmen auch keinen Platz weg. Daher lege ich mir Bücher, wenn ich sie selber kaufe und es sie als eBook gibt, nur in elektronischer Form zu.

Leider eignen sich eBooks derzeit nicht gut zum Verschenken. So ist es beim deutschen Amazon nicht möglich, ein eBook zu verschenken. Darüber hinaus möchten die meisten Schenkenden lieber etwas physisches, was sich auch wirklich überreichen lässt. So ist es jedenfalls in meiner Familie.

Als Konsequenz bekomme ich die meisten Bücher, die ich mir wünsche, in gedruckter Form. Und auch das ein oder andere Buch kaufe ich in der analogen Variante, da es nicht immer eine Alternative gibt.

Meine Freundin bevorzugt zu allem Übel auch noch die analoge Form und ist ein echter Bücherwurm.

Das Ergebnis: Bücher stapeln sich überall. In so ziemlich jedem Raum haben wir mittlerweile wenigstens ein kleines Regal mit Büchern. Und irgendwann ist einfach kein Platz mehr.

Die Lösung: Bücher verkaufen

Meine Eltern hatten früher riesige Regelwände voll mit Büchern. Die meisten davon wurden niemals mehr gelesen und teilweise waren sogar welche doppelt, weil die Übersicht verloren ging. Bücher standen in zwei Reihen im Regal.

Für mich, der nach wie vor versucht, etwas minimalistischer zu leben, ist das keine Alternative. Wegschmeißen ist ebenfalls keine Alternative da die Bücher dafür zu wertvoll und auch zu schade sind.

Was bleibt: Die Bücher verkaufen. Das ist ideal, weil sich dann noch jemand an ihnen erfreuen kann und ihr Nutzen deutlich höher ist, als wenn wir sie nur ein einziges mal lesen.

Dafür aber auf den Flohmarkt rennen und einen Tag dort rumstehen: Viel zu aufwändig für mich. Ich wähle da lieber die bequeme und schnelle Variante, den Verkauf im Internet.

Auch wenn es vielleicht sein kann, dass ich dort ein paar Euro weniger bekomme. Dafür spare ich Zeit.

Glücklicherweise gibt es im Internet mittlerweile Plattformen, die Bücher ankaufen, in Massen.

Welche Online-Plattformen gibt es?

Die bekanntesten Plattformen sind wohl ReBuy und Momox*. Darüber hinaus gibt es auch noch Zoxs und Buchmaxe sowie diverse andere Anbieter.

Sie alle unterscheiden sich in verschiedenen Aspekten:

  • Der Art der Bücher, die angenommen werden,
  • ob das Porto übernommen wird,
  • ob es einen Mindestwert gibt, den man einliefern muss,
  • ob es eine Smartphone App gibt, mit der sich die ISBN-Barcodes einscannen lassen und ganz wichtig:
  • wieviel man für ein bestimmtes Buch erhält.

Da ist es schon echt schwierig, den Überblick zu behalten. Zum Glück gibt es aber auch eine Plattform, welche die Suchergebnisse verschiedener Plattformen zusammenfasst. Und diese heißt: Wer zahlt mehr.

Mit der App dieser Plattform* scanne ich einfach nur die Barcodes und sehe sofort, auf welcher Plattform ich wieviel für das Buch erhalte.

Wie sind wir vorgegangen?

Natürlich ist es nicht möglich, jedes Buch zu der Plattform zu schicken, die das meiste zahlt, da man eben dort auch einen Mindestwert oder andere Rahmenbedingungen erfüllen muss.

Wenn man also das Maximum rausholen will, wird aus dem einfachen Unterfangen „Bücher online verkaufen“ schnell ein Optimierungsproblem.

Um zu klären, über welche Plattform wir verkaufen haben wir mit der WZM-App zunächst alle Bücher gescannt und die Preise der wichtigsten Plattformen in eine Tabelle eingetragen.

Zum Schluss haben wir dann die Summe für alle Plattformen gebildet und geschaut, ob es sich lohnt, die Bücher auf zwei Plattformen aufzusplitten.

Bei uns hat sich das aber nicht wirklich gelohnt und wir haben uns im Endeffekt für ReBuy entschieden.

Wieviel verkauft, wieviel verdient?

Bei ReBuy haben wir insgesamt 37 Bücher verkauft. Sowohl Romane sowie auch Fachliteratur aus dem Bereich der Informatik, die aus meiner Sicht total veraltet ist.

Auch ein paar Bücher zum Thema Hunde haben wir im letzten Jahr in dem Glauben verkauft, dass wir zeitnah keinen Hund haben werden. Das war im Nachhinein eine Fehlentscheidung. Ansonsten waren es aber Bücher, die wir eh nie wieder lesen würden oder die wir auch noch in digitaler Form haben.

Insgesamt haben wir 85€ eingenommen, also 2,30€ pro Buch im Schnitt. Das ist natürlich nicht gerade viel aber immer noch besser, als sich nach und nach mit den Büchern zuzumüllen. Und der Zeitaufwand hielt sich echt in Grenzen:

  1. Bei ReBuy registrieren
  2. ISBN-Codes scannen
  3. Etikett ausdrucken
  4. Paket füllen
  5. Paket zur Post bringen

Danach hat es ein paar Wochen gedauert und das Geld ist auf unserem Konto eingetrudelt. Wir hatten keine Probleme mit nicht akzeptierten Büchern oder ähnliches. In sofern war die Erfahrung sehr positiv.

Fazit

Bücher im Internet über eine Plattform zu verkaufen ist finanziell gesehen sicherlich nicht die beste Alternative. Schließlich will die Plattform ebenfalls etwas verdienen. Dafür erhält man aber auch einen guten Service. Man liefert eine Ladung Bücher ein und bekommt Geld zurück.

Alternativ könnte man auch jedes Buch einzeln bei eBay versteigern oder sich auf den Flohmarkt stellen. Der Aufwand wäre aber höher und uns ging es im Wesentlichen darum, die Bücher sinnvoll los zu werden. Im Zweifel hätten wir sie also auch verschenkt.

Wenn Du also nicht den letzten Euro herausholen möchtest, sondern auf der Suche nach einer pragmatischen Lösung bist, können wir dieses Vorgehen echt empfehlen und würden es jederzeit wieder so machen.

Hast Du Erfahrungen mit solchen Verkaufsplattformen? Welche sind das? Und wie verkaufst Du alte Dinge am Liebsten?

8 Comments

  1. Diese Ankaufplattformen sind ja fast schon Betrug und zahlen nur einen Bruchteil dessen als wenn man die Bücher selbst aktiv im Internet verkauft. Zum Beispiel über Amazon mit Verkäuferkonto, Nachteil: Die wollen immer mindestens 3 Euro Gebühr, was bei älteren und viel verkauften und inzwischen billigen Büchern eien Kaufpreis von >3 Euro ergibt. Mein Favorit ist booklooker.de, die größte deutsche Buchverkaufsplattform. Einfach das zu verkaufende Bücherregal eingeben und so nach und nach kann man diese zu Marktpreisen verschicken. So landen die Bücher wirklich da wo sie noch einmal gelesen werden und man erhält deutlich mehr als bei deinen komischen Ankaufplattformen. Vergleich mal…

    1. Danke für den Tipp, das schaue ich mir mal an. Über Anazon habe ich es auch mal versucht, das hat bei mir überhaupt nicht geklappt.

      Die Plattformen sind halt extrem unkompliziert und man benötigt nur minimalen Zeitaufwand. Dafür zahlt man einen entsprechenden Aufschlag in Form einer Provision.

      Wenn die Bücher sonst nur rumstehen oder gar in den Müll wandern, ist das immer noch die bessere Alternative.

      Ich schicke alle Bücher hin und bin sie sofort los. Kein Warten, dass jemand kauft und kein lästiges Verpacken und Verschicken pro Buch.

      Das ist eben Komfort der nun mal auch kostet.

  2. Wenn es bequem gehen soll und es einem egal ist, dass manchmal nur einstellige Cent-Beträge gezahlt werden, für den ist eine konzertierte Aktion mittels mehrerer Ankaufsportale sicherlich sinnvoll. Bobnavendi ist auch eine Platform, die verschiedene Anbieter automatisch abfragt (https://www.bonavendi.de/verkaufen/gebraucht.html). Bei einem Schnelltest kam das gleiche Ergebnis wie bei „Wer zahlt mehr“.

    Zum Verkauf hochwertiger Bücher bevorzuge ich auch booklooker (https://www.booklooker.de). Das Einstellen ist recht schnell (ich brauche 1 Minue / Buch). Man erhält sofort die Info, zu welchen güstigsten Preis das Buch eingestellt ist und kann dann drunter gehen, wenn man möchte. Das Angebot kostet nichts, ist dann etwa ein Jahr online und man kann es per Mausklick verlängern.
    Bei einem Kauf kommt eine Mail und man kann mit wenigen Klicks eine Rechnung oder Versandmitteilung erzeugen. Für die Verpackung und Adressierung baruche ich dann nochmals 3 Minuten und der Briefkasten / Postagentur liegt auf meinem Arbeitsweg. Dafür gibt es halt auch mal 4,68 statt 0,67 EUR beim Aufkäufer. Verkaufsgebühren sind 8 % und nicht aufs Porto, für Paypal darf Aufpreis genommen werden.

    Bei Büchern, die bei booklooker massenhaft zu 25 Cent angeboten werden, bin ich auch am Überlegen, sie entweder zu verschenken (öffentliches Bücherregal) oder für 2 Cent einer Platform zu überlassen.

    Ebay hatte ich eine Zeitlang gemacht, kann ich nicht empfehlen, da wenig Kundschaft gehen Bücher bei Auktionen of für 1 EUR weg (damit ist ebay eher was für Schnäppchenjäger mit viel Zeit). Die Einstellprozedur dauert deutlich länger und muss monatlich verlängert werden. Kostet 10 % auch aufs Porto, was bei billigen Büchern zuschlägt. Für Paypal darf kein Aufpreis genommen werden.

    Bei Flohmarkt muss man mit deutlich mehr Zeit als bei booklooker rechnen und zumindest auf dem Land wird man sehr wenig los.

  3. Ich hab momox und rebuy auch schon ausprobiert. Bei rebuy ist mir zweimal folgendes Phänomen aufgefallen: Sie liegen bei einem Buch im Wer-zahlt-mehr-Vergleich mit Abstand vorne. Wenn man dann aber ein Paket hinschickt, wird genau dieses Buch wegen angeblicher Mängel abgewiesen und sie bieten großzügig an, es kostenlos zu entsorgen. Einmal bin ich darauf hereingefallen, war mir nicht ganz sicher, ob ich vielleicht beim Verpacken einen Fehler gemacht habe, so dass das Buch unterwegs irgendwie beschädigt wurde. Beim zweiten Mal war ich mir sicher, dass mein Buch in Ordnung war, so habe ich es zurückverlangt, was immerhin ohne Probleme und zusätzliche Kosten funktioniert hat. Und ich konnte feststellen, dass es in einwandfreiem Zustand war, Mängel nur lächerlich. Das hat für mich etwas „Geschäckle“. Vielleicht aber auch nur Zufall, je nachdem, wie der Mitarbeiter, der das überprüft, gerade drauf ist. Bei momox gab es nie Probleme. Ich kaufe auch beim Gegenstück medimops, denn es geht mir um den Inhalt des Buches und nicht darum, dass es wie aus dem Ei gepellt aussieht.
    Das Verkaufen bei Amazon habe ich auch schon probiert. War aber viel Arbeit, die sich unterm Strich nicht lohnte, denn dem Käufer wird zwar von Amazon eine Versandpauschale berechnet. Davon kommt aber beim Verkäufer nur so viel an, dass es geradeso für eine Büchersendung reicht, wenn man sich die Verpackung aus altem Zeug selbst bastelt. Die Provision ist außerdem sehr hoch. Dann hat ein Käufer ein Buch nicht bekommen, keine Ahnung, ob das stimmt, es gibt ja keinen Nachweis. Ich habe zurückerstattet, so hatte ich einfach nur viel Arbeit mit dem einzelnen Verschicken und unterm Strich ist nicht mehr herausgekommen, als hätte ich gleich alle Bücher im Paket verkauft.
    Also verwende ich meistens doch momox. Belletristik stelle ich in ein öffentliches Bücherreal. Wir haben eins aus einer umgebauten Telefonzelle in unserem Wohngebiet bekommen. Meistens kann ich es mir dann auch nicht verkneifen, eine Lektüre für mich mitzunehmen, weil sich da wirklich gute Sachen finden lassen. Ist auch so ein bisschen der Überraschungseffekt, der Spaß macht.

  4. Da ich bei booklooker nur einzelne Bücher verkaufe, versende ich per Büchersendung. Bei > 50 Aktionen ist da noch nichts verloren gegangen. Büchersendung kostet 1,00 bis 500 g und ich fakturiere 1,20 womit ich noch im unteren Bereich der Anbieter liegen. Es reicht aber, die Kosten für Versandtasche, Klammern und Aufkleber zu decken.

  5. 50€ ist auch bei Fachliteratur eher selten. Gerade Bücher, die etwas mehr kosten werden zudem nicht so oft gekauft. Wenn man zudem nur sehr wenige oder gar keine Bewertungen auf Amazon/Ebay hat, dann kann es sein, dass man auf einem Buch ein halbes Jahr sitzen bleibt. Bis dann ist der Preis aber auch meistens nicht mehr so hoch wie zu Beginn. Daher gibt es auch bei hochpreisigen Büchern eine Berechtigung für Ankaufsportale.

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