Rentenlücke. Keine Angst vor der Altersarmut!

In diesem Beitrag geht es um die Rentenlücke und darum, was du dagegen tun kannst. Ich beantworte unter anderem die folgenden Fragen:

  • Was ist eine Rentenlücke?
  • Was ist die Rentenlücke in Wirklichkeit?
  • Wie groß ist deine persönliche Rentenlücke?
  • Wie kannst du die Versorgungslücke schließen?
  • Warum solltest du keine Angst vor der Rentenlücke haben?

Legen wir los!

Was ist eine Rentenlücke?

Eine Rentenlücke, oft auch Versorgungslücke genannt, bezeichnet die Differenz zwischen deinem letzten Nettogehalt und deiner Rente.

In der Tat ist es so, dass die Rente je nach Arbeitsdauer und Höhe des Gehalts nur etwa 50 – 60% des letzten Nettogehalts ausmacht. Die Rentenlücke wäre demnach 40 – 50% deines letzten Nettogehalts. Das ist eine riesige Differenz!

Immer mehr Menschen erkennen glücklicherweise, dass sie selbst etwas tun müssen, um diese Lücke zu schließen. Dabei vertrauen sie oft blind auf Rentenprodukte, ohne darüber nachzudenken. Wie so häufig in finanziellen Angelegenheiten…

Dabei kommt es bei so langfristigen Themen wie der Altersvorsorge nicht darauf an, möglichst schnell etwas zu entscheiden. Nimm dir Zeit! Denke nach!

Es gibt viele Alternativen zu den klassischen Rentenprodukten. Darüber hinaus kann deine Versorgungslücke viel kleiner sein. Das erzählen dir die Berater bloß nicht.

Was ist die echte Rentenlücke?

Die echte Versorgungslücke hängt weder von deinem Gehalt noch von deiner Rente ab.

Überrascht?

Na gut okay. Möglicherweise doch ein wenig von der Rente. – Aber nicht vom Gehalt!

Denn: Entscheidend ist dein Bedarf im Alter. Nicht, was du vorher verdient hast.

Angenommen, du konntest immer 30% deines Gehalts sparen, da du zum Leben nur 70% verwendet hast. Dann benötigst Du im Alter eventuell auch nur 70% deines Gehalts.

Nehmen wir eine „offizielle Rentenlücke“ von 55% an. Dann macht es doch einen Unterschied, ob du auf 70% oder auf 100% deines Nettogehalts kommen möchtest. Im ersten Fall wäre die Differenz gerade mal 15%. Im zweiten Fall jedoch 45%.

Hinzu kommt, dass du, wenn du fleißig gespart hast, hoffentlich auch ein schönes Vermögen hast. Dieses Vermögen generiert entweder Cashflow oder kann im Alter abgeschmolzen werden kann. Oder beides.

Lassen wir das aber erst mal außen vor. Deine echte Rentenlücke ist also die Differenz zwischen deinem Einkommen im Rentenalter (im Worst Case nur die gesetzliche Rente) und deinem Bedarf als Rentner.

Mache dir erst einmal klar, wieviel Geld du im Alter benötigst. Ist dass geklärt, kannst du dich auf die Suche nach der passenden Anlageklasse machen.

Wie groß ist deine persönliche Rentenlücke?

Um diese Werte auszurechnen, gibt es Onlinerechner. Mit diesem Tool kannst Du   deine zu erwartende gesetzliche Rente (weiter unten auf der Seite) berechnen. Der Rechner ganz oben kann den Gegenwartswert der Rente unter Berücksichtigung der Inflation ausrechnen. Du solltest allerdings für die Inflation  eher 3%, besser noch 5% angeben.

Zwar weiß niemand, wie sich die Inflation entwickelt, aber dann bist Du auf der sicheren Seite.

Gehe ich von 4% Inflation und einer pessimistischen Gehaltssteigerung von 2% pro Jahr aus, wäre meine offizielle Rentenlücke etwa 70%. Erschreckend!

Zum Glück spare ich aber derzeit über 50% meines Einkommens. Sollte das so bleiben, wäre die Lücke nicht mal mehr 20%. Egal, immer noch zu viel!

Was also tun?

Zunächst einmal lohnt es sich, zu überlegen, welche Kosten du im Alter haben wirst. Möglicherweise fallen manche Fixkosten weg oder andere kommen hinzu. Evtl. brauchst du kein Auto mehr für den Arbeitsweg. Denk darüber nach.

Der Rechner berechnet dir den Gegenwartswert der Rente. Er beantwortet also die Frage: Welche Kaufkraft hättest du mir der Rente unter Berücksichtigung der Inflation bei Renteneintritt? Dieser Wert sollte sich ganz gut mit den Lebenskosten heute vergleichen lassen.

Wenn du das alles ausgerechnet hast, kennst du deine echte Versorgungslücke.

Beunruhigt? Dann lies weiter. 😉

Wie kannst du die Versorgungslücke schließen?

Natürlich ist die Problematik nicht unbekannt. Und: Zu jedem Problem gibt es ein passendes Produkt. In diesem Fall eher eine ganze Produktpalette.

Riester-Rente, Rürup-Rente und Co.

Zum Einen sind da die klassischen Rentenprodukte. Riester-Rente, Rürup-Rente und so weiter. Darüber hinaus gibt es auch noch Renten- und Lebensversicherungen.

Bei diesen Produkten musst du unbedingt auf die Kosten achten! Die Kostenstruktur dieser Produkte ist oft sehr komplex. Es ist schwierig, zu verstehen, welche Erträge man erwarten kann und was die einen kosten.

Die Renditeerwartungen sind meist so extrem niedrig, dass sich diese klassischen Rentenprodukte überhaupt nicht lohnen. Darüber hinaus sind diese Produkte häufig nicht vererbbar. Gerade wenn du Kinder hast, kann das eine Rolle spielen.

Betriebliche Altersversorgung

In vielen Betrieben gibt es auch die Möglichkeit einer betrieblichen Altersversorgung (kurz bAV). Diese hat den Vorteil der Entgeltumwandlung.

Heißt: Die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge werden von eurem Bruttoeinkommen bezahlt. Dadurch sinkt die Steuerlast.

Aber aufgepasst: Dadurch sinkt zum Einen deine Einzahlung in die gesetzliche Rente. Die gesetzliche Rente sinkt dadurch. Zum Anderen wird diese Rente nachgelagert, also bei der Auszahlung, besteuert. Diese Faktoren musst du in der Kalkulation berücksichtigen.

Mit etwas Glück gibt dein Arbeitgeber aber auch etwas dazu. Dann ist das sozusagen ein Renditeturbo und kann sich schon deshalb lohnen.

Auf eigene Faust!

Last but not least, mein Hidden-Champion. Die volle Flexibilität mit allen Chancen und Risiken hast du, wenn du selbstständig und unabhängig von Versicherungen und Rentenprodukten vorsorgst.

Dies geht natürlich mit Aktien-, Fond- oder ETF-Sparplänen an der Börse. Und es geht auch mit allen anderen Geldanlage-Möglichkeiten: alte Autos, Gitarren, Immobilien. Und sonstige Dinge, die eine Wertsteigerung durchmachen werden oder Cashflow generieren.

Der Charm daran ist, dass du vollkommen flexibel bleibst. Du kannst dein Portfolio individuell nach deinen Wünschen und Zielen gestalten. Möchtest du mit 50 Jahren in Rente gehen? Kein Problem, sofern du es bis dahin geschafft hast ein entsprechendes Vermögen aufzubauen.

Dein privates Vermögen kannst du vererben oder verprassen, ganz wie es dir beliebt. Du kannst Wohnen wo du willst und in Rente gehen, wann du es willst. Ohne diese Entscheidungen mit einer dritten Partei ausdiskutieren zu müssen.

Natürlich gibt es auch Nachteile. Im Fall eines Jobverlustes wirst du gezwungen sein, dein Vermögen zu verbrauchen, bevor der Staat dir hilft. Generell wird der Staat dir nicht helfen, wenn du Vermögen hast. Aber willst du deshalb arm bleiben? Ich denke nicht!

Darüber hinaus trägst du natürlich das volle Risiko. Aber eigentlich trägst du das bei jeder Finanzentscheidung. Auch bei der Entscheidung für eine Lebensversicherung oder ähnliches. Dem Gegenüber stehen aber bei dem Auf-eigene-Faust-Modell deutlich höhere Chancen.

Warum solltest du keine Angst vor der Rentenlücke haben?

Ganz schön hinterhältig!

Erst sage ich dir, dass du keine Angst haben sollst und dann sage ich dir, dass deine offizielle Rentenlücke ca. 60% groß ist. Das passt nicht zusammen?

Tut es doch! Ich habe dir in meinem letzten Beitrag die 5 schlechtesten Berater bei der Geldanlage vorgestellt. Die Angst war einer von ihnen. Angst ist ein schlechter Berater!

Natürlich sollst du dir jetzt Gedanken bzw. Sorgen um deine Zukunft machen. Denn der Begriff Vorsorgen heißt ja nichts anderes, als sich jetzt für später Sorgen zu machen, damit man es später nicht mehr braucht. 😉

Aber: Nicht in Panik geraten!

Natürlich musst du selber etwas für deine Zukunft tun. Natürlich wird es kritisch, wenn du das nicht tust. Möglicherweise wäre Altersarmut die Folge.

Doch: Ob du nun heute mit der privaten Vorsorgen anfängst, oder erst in einem Monat. Das macht keinen Unterschied. Nimm dir also die Zeit, dich in Ruhe mit dem Thema zu beschäftigen. Nimm dir einen Tag oder ein ganzes Wochenende Zeit dafür. Und triff dann deine Entscheidung.

Entscheide nicht, weil dich ein Berater drängt. Entscheide nicht, weil du Angst hast. Entscheide nicht, weil du das Gefühl hast, etwas tun zu müssen.

Entscheide, weil du alle Grundlagen deiner Entscheidungen kennst und weißt, dass es die richtige Entscheidung für dich ist.

Nun zu dir!

  • Hast du dir schon Gedanken zur Rente gemacht?
  • Wie sorgst du für das Alter vor?
  • Welche Anlageklassen und Produkte nutzt du?

Schreib mir einen Kommentar!

Bild: Ryan McGuire (gratisography.com)

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