6 Orderzusätze, die Du kennen solltest

Mit Orderzusätzen kannst Du die Ausführung einer Order, egal ob Kauf oder Verkauf, nach Deinen eigenen Wünschen gestallten. Orderzusätze kannst Du im Online-Broker beim Handeln mit Wertpapieren auswählen.

Ich werde Dir heute sechs Orderzusätze vorstellen, die Du zum Beispiel bei der Consorsbank* auswählen kannst.

1. Limit

Den Orderzusatz Limit gibt es sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf. Er verhindert, dass Du bei Wertpapieren mit hoher Volatilität zu viel zahlst beim Kaufen oder zu wenig erhältst beim Verkaufen.

Wie der Name schon sagt: Beim Limit legst Du eine Grenze fest, über der keine Aktien mehr gekauft, bzw. unter der keine Aktien mehr verkauft werden.

Die Orderzusätze: Limit

Eingabemaske für den Orderzusatz Limit

Sollte der Kurs über dieses Limit steigen, wird eine Kauforder abgebrochen. Beim Verkauf wird abgebrochen, wenn der Kurs unter das Limit fällt. Das schützt vor bösen Überraschungen.

Ein Beispiel:

Der Kurs von Netflix liegt bei 92,95€.

Ich möchte für eine Aktie maximal 93,00€ bezahlen. Dies ist also das Limit, das ich im Online-Broker eingebe.

Wenn der Kurs vor der vollständigen Ausführung der Order auf 93€ steigt, kaufe ich zu diesem Preis. Steigt die Aktie aber auf 93,01€, wird der Kauf abgebrochen.

Neben dem Limit kann man auch noch eine Gültigkeit angeben. Dies kann sinnvoll sein, wenn die Order auf Grund des Limits nicht sofort ausgeführt werden kann. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn ich bei einer Kauforder das Limit unter den aktuellen Kurs lege. Ich kann dem Wertpapier damit einen Tag, eine Woche oder einen Monat Zeit geben, um unter meinen Wunschkurs zu fallen.

Bei der Gültigkeit kann man auch ein beliebiges Datum angeben.

Limit ist der Orderzusatz, den ich standardmäßig  verwende, wenn ich mit Aktien handle.

2. Unlimitiert (bestens/billigst)

Die Orderart Unlimitiert wird auch Market-Order gennant. Bei diesem Orderzusatz wird die Order nicht durch ein Limit begrenzt.

Bei Kaufordern gibt es hier noch den Zusatz billigst, womit der günstigste Kaufkurs gemeint ist. Bei Verkaufordern hingegen kommt bestens häufiger zum Einsatz, da hiermit der beste Verkaufskurs gemeint ist.

Eine Market-Order wird immer zum nächstmöglichen Zeitpunkt, also meistens sofort, ausgeführt. Diese Orderart ist dann sinnvoll, wenn Du die Order in jedem Fall ausführen möchtest. Koste es, was es wolle.

3. Stop Buy

Der Orderzusatz Stop Buy ist nur für Kauforders relevant. Bei diesem Orderzusatz ruht eine Kauforder bis ein bestimmter Kurs überschritten wird.

Die Bezeichnung Stop Buy ist absolut missverständlich, da dieser Zusatz die Kauforder nicht bei Erreichen der Stop-Marke abbricht, sondern ausführt. Also müsste dieser Orderzusatz eher Start Buy heißen.

Diese Art ist eigentlich nur relevant, wenn Du auf technische Analysen setzt oder aus sonst einem Grund erst kaufen möchtest, wenn der Kurs über eine bestimmte Schwelle steigt.

Beim Stop Buy wird eine andere Order ausgeführt, sobald der Kurs erreicht wurde. Dies kann entweder eine Market-Order oder eine Limit-Order sein.

Stop Buy Order vom Typ "Stop Limit"

Stop Buy Order vom Typ „Stop Limit“

Beispiel:

Der Kurs einer Aktie liegt bei 100€.

Du möchtest erst Kaufen, wenn der Kurs bei 105€ angekommen ist, da du dann einen Trend als bestätigt ansiehst. Jedoch möchtest Du auch nicht mehr als 110€ bezahlen.

Du setzt den Stop Buy bei 105€ und den Stop-Typ auf „Stop Limit“. Damit wird beim Erreichen des Stops eine Kauforder mit Zusatz Limit generiert. Das „Limit nach Stop“ setzt du auf 110€.

Du kannst Dir jetzt sicher sein, dass du maximal 110€ und minimal 105€ bezahlst, sofern die Order ausgeführt werden kann.

4. Stop Loss

Eigentlich kommt der Name von Stop-Orders vom Stop Loss. Er ist nämlich das Pendant der Stop Buy Order für Verkäufe.

Hier passt der Name allerdings sehr gut: Beim Stop Loss wird eine Order erzeugt, wenn der Kurs unter einen bestimmten Wert fällt. Man kann damit also Verluste begrenzen.

Aber Achtung: Du hast generell bei Stop-Orders keine Garantie, dass Deine Order mit dem Kurs der Stop-Marke ausgeführt wird. Das passiert nämlich nur, wenn ein entsprechender Käufer bzw. Verkäufer vorhanden ist. Wenn Beispielsweise auf Grund einer „Bad News“ alle verkaufen, kann es sein, dass sich erst ein Käufer findet, wenn der Kurs deutlich unter der Stop-Marke notiert.

Auch bei diesem Orderzusatz kann man als Stop-Typ entweder Stop Market oder Stop Limit auswählen, je nach dem, ob man eine Market-Order oder eine Limit-Order ausführen möchte.

Orderzusätze: Stop Loss

Stop Loss Order mit Typ „Stop Market“

5. Trailing Stop

Den Orderzusatz Trailing Stop gibt es sowohl für Kauforders als auch für Verkaufsorders. Es handelt sich hierbei im Prinzip um eine Stop-Order (Stop Buy bzw. Stop Loss), bei der die Stop-Marke aber automatisch nachgezogen wird.

Damit wird eine Stop Loss Marke bei steigenden Kursen ebenfalls angehoben um somit die Verluste stärker zu begrenzen. Bei einem Tralling Stop muss man den Abstand zum aktuellen Kurs entweder absolut (z.B. 10€) oder relativ (z.B. 2%) angeben, damit der Broker weiß, in welchem Abstand die Stop-Schwelle nachgezogen werden soll.

Orderzusätze: Trailing Stop Loss

Eingabemaske für den Trailing Stop Loss

Dieser Orderzusatz kann Sinn ergeben, wenn man grundsätzlich einen Stop Loss setzen möchte, aber weiterhin von steigenden Kursen profitieren will.

Beim Trailing Stop Buy hingegen ist es genau umgekehrt. Beim Stop Buy erteilt man eine Kauforder, wenn der Kurs über eine bestimmte Schwelle steigt. Fallen die Kurse hingegen stark, wird beim Trailing Stop Buy diese Schwelle nach unten nachgezogen.

Die Schwelle wird bei Kaufordern immer nur nach unten nachgezogen. Beim Verkauf hingegen immer nur nach oben.

Standardmäßig sind Trailing Stop-Orders immer Market-Orders und werden sofort beim erreichen der Stop-Marke ausgeführt. Gibt man jedoch eine „Toleranz nach Stop“ an, so handelt es sich um eine Limit-Order.

Bei Verkaufsordern errechnet sich das Limit, indem die Toleranz von der jeweiligen Stop-Marke abgezogen wird. Beim Kauf wird die Toleranz zur Stop-Marke hinzu addiert.

Trailing Stops kannst Du Dir so vorstellen, wie die Sicherungshaken eines Kletterers, die er in regelmäßigen Abständen in die Felswand schlägt. Wenn er abstürzt, dann immer nur bis zum nächsten Haken (Stop). Einziger Unterschied: Bei einem Stop, im Gegensatz zu einem Haken, wirst Du beim Erreichen direkt zurück auf das heimische Sofa katapultiert und die Klettertour ist für Dich vorbei. Ersetze Sofa mit Tagesgeldkonto und Du weißt, was ich meine.

6. OCO (One Cancels Other)

Der Orderzusatz One Cancels Other (OCO) ist vergleichsweise kompliziert. Er ist eine Kombination aus den Orderzusätzen Limit und Stop.

Daher muss man hier sowohl ein Limit, eine Stop-Marke und einen Stop-Typ angeben.

Bei OCO werden im Prinzip zwei Orders erzeugt. Eine Limit-Order und eine Stop-Order. Sind die Bedingungen für die Ausführung von einer der beiden Orders erfüllt, wird die andere Order automatisch storniert, so dass immer nur eine der Orders ausgeführt wird.

Eingabemaske für den Orderzusatz OCO bei einer Kauforder.

Eingabemaske für den Orderzusatz OCO bei einer Kauforder.

Beispiel:

Aktuell dümpelt der Kurs bei 100€ rum und Du bist Dir nicht sicher, ob er noch weiter fallen oder aber steigen wird. Du denkst, dass das Unternehmen toll ist und hoffst, dass der Kurs kurzfristig etwas fallen wird, möchtest aber auch dabei sein, wenn die Aktie durch die Decke geht.

Du wählst den Orderzusatz OCO und setzt dein Limit auf 95€. Somit wird der Kauf nicht sofort ausgeführt, da die Bedingung für die Limit-Order nicht erfüllt ist.

Darüber hinaus setzt du die Stop-Schwelle für die Kauf-Order bei 105€. Auch diese Bedingung (Kaufkurs > 105€) ist nicht erfüllt. Aktuell kommt also keine der beiden Orders zur Ausführung.

Jetzt können drei Dinge passieren:

Erstens: Der Kurs schwankt irgendwo zwischen 95€ und 105€, aber berührt diese Grenzen nicht. Deine OCO-Order bleibt weiterhin aktiv oder verfällt beim Ablauf der Gültigkeit.

Zweitens: Der Kurs fällt auf 95€ oder weiter. Die OCO-Order wird zu einer Limit-Order, die sofort ausgeführt wird. Dafür wird der zweite Teil der OCO-Order, die Stop-Order, storniert.

Drittens: Der Kurs steigt auf 105€ oder weiter. Die OCO-Order wird zu einer Stop-Order und die Limit-Order wird storniert. Ist der Stop-Typ „Stop Market“ wird eine Market-Order erzeugt. Beim Typ „Stop Limit“ wird analog eine Limit-Order ausgeführt.

Mein Fazit zu Orderzusätzen

Die meisten Orderzusätze braucht ein „Buy and Hold“-Anleger nicht. Im Normalfall führt man entweder eine Limit-Order oder eine Market-Order aus. Stop-Orders und OCO sind eher für Spekulanten, die von kurzfristigen Kursschwankungen profitieren möchten.

Ein Stop Loss bzw. Trailing Stop Loss kann aber auch für „Buy and Hold“-Anleger interessant werden, wenn sie sich auf das Ende der Hold-Periode zubewegen.

Wenn ich beispielsweise kurz vor meinem Renteneintritt stehe und nicht möchte, dass mein gesamtes Vermögen einem Börsencrash zum Opfer fällt, kann ich das Risiko eines solchen Szenarios durch einen Stop Loss mindern und trotzdem weiterhin von der Börse profitieren.

Alternativ müsste ich mein Depot komplett verkaufen und alles auf dem Tagesgeldkonto belassen.

Welche Orderzusätze nutzt Du?

Schreibe in einem Kommentar, welche Orderzusätze Du verwendest und wie Deine Erfahrungen damit sind.

Ein Gedanke zu „6 Orderzusätze, die Du kennen solltest

  1. Hallo Tobias,
    sehr schöne Übersicht. Bis auf Limit und Stop Loss (und natürlich Unlimitiert), habe ich bisher noch keine der Orderzusätze eingesetzt. Aber wie du schon schreibst, ist das bei Buy & Hold nicht zu empfehlen, solange man nicht mittelfristig an das investierte Kapital ran möchte.

    Viele Grüße

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