Immobilien-Crowdinvesting via Bergfürst

Wie bereits im P2P-Rückblick angekündigt habe ich mal wieder etwas Neues im Bereich Crowdinvesting ausprobiert. Und zwar ist es diesmal die Immobilien-Crowdinvesting-Plattform “Bergfürst“*.

Da ich derweil noch so gut wie gar nichts im Immobilienbereich unterwegs bin habe ich mir gedacht, dass es zwecks Diversifikation nicht schaden könnte, ebenfalls in Immobilien zu investieren. Da ich mich aber nicht wirklich um die Immobilie kümmern möchte, tue ich das nicht direkt, sondern indem ich jemandem einen Kredit gebe, der sich mit dem Thema (hoffentlich) besser auskennt als ich.

Ich habe das im privaten Umfeld bereits gemacht und im Prinzip ist das eine feine Sache. Allerdings muss man immer daran denken, dass es ein Totalausfallrisiko gibt. Formal gibst Du einen Kredit in Form eines Nachrangdarlehens. D.h. er ist durch die Immobilie selbst abgesichert. Allerdings bekommt im Falle einer Insolvenz des Kreditnehmers erst die Bank (diese steht im ersten Rang) ihr Geld und wenn dann noch etwas übrig ist, dann Du.

Was ist Bergfürst?

Bergfürst ist ein deutsche Startup das Kleinanlegern die Investition in Immobilienprojekte ermöglichen möchte.

Projektentwickler und Bestandshalter von Immobilien haben hier die Möglichkeit, ihr Projekt einzustellen, um dafür finanzielle Unterstützung seitens der Kleinanleger einzuwerben. Laut Bergfürst muss die Investitionssumme, die auf der Plattform eingesammelt werden soll, zwischen 200.000 und 10.000.000€ liegen. Es handelt sich hierbei also eher um Großprojekte, wenn man bedenkt, dass dies in der Regel nur das Eigenkapital bzw. ein Teil davon ist.

Daher gibt es auf der Plattform auch nicht so viele Projekte, die gleichzeitig um die Gunst der Investoren buhlen, sondern nur einige wenige.

Wie funktioniert das Ganze?

Ein Unternehmen möchte ein Immobilienprojekt durchführen und benötigt dafür sehr viel Geld. Mehr Geld, als es hat oder aktuell investieren möchte.

Kein Problem. Dafür gibt es Banken. Aber diese wollen bei jeder Finanzierung eine gewisse Eigenkapitalquote sehen. Auch diese kann oder will das Unternehmen nicht aus eigener Tasche aufbringen.

Daher sucht das Unternehmen Investoren, die etwas zum Eigenkapital-Anteil dazu geben. Das nennt sich dann Mezzanine-Kapital. Kapital, das vom Unternehmen wie Eigenkapital eingesetzt werden kann, aber offiziell nicht ihm gehört. Dafür erhält der Kapitalgeber in der Regel einen zuvor vereinbarten Zinssatz. Bei Bergfürst sind das, je nach Projekt, (bisher) zwischen 5 und 7 Prozent.

Zweimal jährlich erhalten Investoren dann eine Ausschüttung auf ihr Konto.

Das Schöne am Crowd-Investing hierbei ist, dass es nicht nur einen oder wenige Mezzanine-Kapitelgeber gibt, sondern hunderte oder mehr. Dadurch kann die Summe, die der Einzelne gibt, recht niedrig ausfallen. Und so ist es möglich, dass man bei Bergfürst bereits ab 10€ in ein Projekt einsteigen kann.

Was reizt mich an dem ganzen Konzept

Im Gegensatz zur anonymen Kreditvergabe auf P2P-Marktplätzen haben die Projekte hier ein “Gesicht”. Man weiß genau, in welche Immobilie bzw. welches Projekt man sein Geld steckt. Und wer hinter dem Projekt steht.

Man kann also im Internet recherchieren, ob der Projektentwickler bereits andere Projekte erfolgreich durchgeführt hat und in welcher Lage die Immobilie steht.

Außerdem gibt es auf Bergfürst zu jedem Projekt reichlich Bilder, Videos und Dokumente um einen Eindruck vom Projekt zu vermitteln. Hier scheint es also weniger um die Massenabfertigung als vielmehr gezielte Einzelprojekte zu gehen.

Darüber hinaus kann man es einfach mal mit ein paar Euros ausprobieren und ist nicht gezwungen, mehrere tausend Euro in ein Projekt zu stecken. Und (fast selbstverständlich) ist es für Investoren mit keinerlei Kosten verbunden.

Mein erster Eindruck

Neugierig wie ich nun mal bin habe ich zunächst in den FAQs und anderen Seiten von Bergfürst* gestöbert. Hierbei ist mir positiv aufgefallen, dass ich auf die wesentlichen Fragen sofort eine Antwort gefunden habe.

Auch die Registrierung war schnell und unkompliziert. Zu meiner Freude erhielt ich einen Startbonus von 10€ und konnte so direkt in das erste Projekt “Wien. Mein Wien” einsteigen, ohne eigenes Geld zu überweisen.

Jetzt warte ich darauf, dass weitere Projekte auf der Plattform auf eine Finanzierung warten.

Vergleich zur eigenen Immobilie

Vergleicht man die Investition in Immobilienprojekte via Bergfürst mit der eigene Rendite-Immobilie, so hat dies zwei Seiten.

Die Vorteile der Beteiligung an Kreditprojekten sind für mich die Einfachheit und das geringe persönliche Risiko. Ich kann einfach viel besser streuen, als wenn ich mir selber eine Immobilie anschaffe. Darüber hinaus muss ich auch nicht bis ins letzte Detail Ahnung davon haben, sondern vertraue auf die Kompetenz des Projektentwicklers.

Und hierin sehe ich auch schon den Nachteil: Ich vertraue einer Person oder einem Unternehmen, dass ich nicht kenne und vielleicht nur in einem kurzen Werbevideo gesehen habe. Das kann natürlich auch mal nach hinten losgehen.

Darüber hinaus habe ich die Zügel nicht selbst in der Hand. Als Mezzanine-Kapitalgeber hast Du kein Mitbestimmungsrecht. D.h. wenn Du nach einiger Zeit das Gefühl hast, dass das Projekt schief läuft und etwas anders gemacht werden müsste: Pech gehabt.

Bei der eigenen Immobilie liegt die Entwicklung wiederum komplett in Deiner Verantwortung.

Fazit

Ich finde Bergfürst interessant. Gerade, da ich zur Zeit noch keine eigenen Immobilien habe, sind diese oder andere Plattform eine gute Möglichkeit, einen kleinen Teil meines Vermögens auch in Immobilien zu stecken.

Für mich hat das den Vorteil, dass der Zeitaufwand sich in Grenzen hält und dass die Streuung über verschiedene Projekte möglich ist. Somit lässt sich auch das Ausfallrisiko reduzieren.

Ich werde mir die Plattform über die nächsten Monate mal genauer ansehen und natürlich auch eigenes Geld investieren, sofern es neue Projekte gibt, in die investiert werden kann. Hierbei werde ich wahrscheinlich zwischen 50 und 100€ pro Projekt investieren, aber vorerst eine Obergrenze von 1000€ (wie bei anderen Plattformen) einhalten.

Selbstverständlich halte ich dich im Rahmen meiner P2P-Berichte monatlich auf dem Laufenden.

Kennst Du Bergfürst? Und wie sind Deine Erfahrungen?

Wenn Du es ausprobieren möchtest, …

… freue ich mich, wenn Du diesen Link* nutzt und mich und meinen Blog unterstützt. Dich kostet das natürlich nix. Derzeit erhalten Neueinsteiger ein Startkapital von 10€ geschenkt und können somit direkt in ein erstes Projekt einsteigen.

Neu im Blog: Finanzfisch Newsletter

Kurzmitteilung

Nach langem Hin- und Her-Überlegen habe ich mich entschieden, auch einen Newsletter anzubieten.

Ich taufe ihn auf den Namen Fishbowl Insights und Du kannst Dich in der Seitenleiste oder im Footer über das Formular eintragen.

Inhalte

Als Abonnent meines Newsletters erhältst Du einen Quartalsbericht über meine Top- und Flop-Investments im jeweiligen Zeitraum inklusive der konkreten Entwicklung der jeweiligen Portfolio-Positionen.

Ich habe mich dazu entschlossen, im Newsletter auch absolute Zahlen und nicht nur Relationen wie im Blog anzugeben. Wer also mehr also nur die Prozentangaben wissen will, ist hier genau richtig. 😉

Darüber hinaus enthält der Newsletter eine Auflistung meiner TOP-Artikel, gemessen an den Aufrufen, zum nochmal Nachlesen.

Was sonst noch gesagt werden muss

Kostenlos und spamfrei

Selbstverständlich ist der Newsletter kostenlos und Du kannst dich jederzeit abmelden. Ich werde deine Daten natürlich diskret behandeln und nicht für Spam-Zwecke missbrauchen.

Mit wieviel E-Mails muss ich rechnen?

Für den Anfang werde ich vermutlich nur den Quartalsbericht versenden und sehen, wie es läuft. Das wären dann vier E-Mails pro Jahr.

Wenn ich noch weitere Inhalte mit Dir teilen möchte, die nicht in den Blog passen, werden es vielleicht ein paar mehr aber auf keinen Fall mehr als eine E-Mail im Monat.

Schlusswort

Ich freue mich, dich bald als Abonnent meiner Fishbowl Insights begrüßen zu dürfen und hoffe, dass dir der Inhalt gefallen wird.

Beste Grüße
dein Finanzfisch

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Der Finanzfisch Newsletter – Quartalsberichte mit absoluten Zahlen und weitere Einblicke in das Finanzfisch-Portfolio.

P2P-Lending-Report Mai 2017

Es ist Mitte Mai und das bedeutet, dass es wieder ein Update zu meinen P2P-Lending-Aktivitäten gibt.

Die Newcomer

Im Zeitraum von Mitte April bis Mitte Mai habe ich angefangen, Kredite über zwei weitere Plattformen zu vergeben. Diesmal mit Schwerpunkt Immobilien. Die Rede ist von Estateguru* und Bergfürst*.

Auf beide Plattformen werde ich in den kommenden Wochen noch im Detail eingehen. Sie ergänzen meine Diversifikation durch den Bereich Immobilien, der bisher bei mir noch keine große Rolle gespielt hat.

Die Oldtimer

Mittlerweile kann ich Bondora*, Mintos* und Twino schon fast als Oldtimer bezeichnen. Seit etwa einem Jahr investiere ich nun über die Plattformen und habe bisher keinen Grund zum Klagen.

Zuflüsse bei Bondora

Bei Bondora* läuft es mit einer Rendite von knapp 20% sehr gut. Ich habe mich hier entschieden, mein Limit auf 1.500€ anzuheben, weshalb im April knapp 500€ an Bondora geflossen und bereits vollständig investiert sind.

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Wie verwaltest Du dein Budget? (Leserumfrage)

Heute möchte ich mich etwas mehr mit dem Thema Budget-Verwaltung beschäftigen, und Dich dazu einladen, mir dabei zu helfen.

Die Bedeutung von “Budgetverwaltung”

Früher habe ich einfach irgendwie gelebt und das Geld hat bis zum Monatsende gereicht. Aber eben auch nicht viel länger. Ich hatte damit nie wirklich ein Problem. Ich hatte nie Schulden oder ein Problem über die Runden zu kommen. Das hat sich irgendwie automatisch eingependelt.

Allerdings hatte ich überhaupt keinen Überblick über meine alltäglichen Finanzen:

  • Wie hoch sind die Fixkosten?
  • Wofür gebe ich am meisten Geld aus?

Spätestens zum ersten Bewerbungsgespräch musste ich diese Fragen aber für mich beantworten. Wie soll ich eine Gehaltsvorstellung nennen, wenn ich garnicht weiß, wieviel ich benötige?

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Kaufe Dow Chemical

Nach einiger Zeit hat sich bei mir im Bereich Aktien mal wieder Etwas getan. Heute habe ich mir 31 Anteile zu 57,79€ das Stück von „The Dow Chemical Company“ (WKN: 850917) ins Depot gelegt. Insgesamt fließen also 1.791,49€ in diesen Wert. Hinzu kommen 9,95€ Ordergebühren bei der Consorsbank*.

Endlich mal wieder ein Unternehmen aus den USA, genauer aus Midland (Michigan). Dow Chemical ist ein international tätiger Chemiekonzern. Genau genommen der zweit größte der Welt, am Umsatz gemessen.

The Dow Chemical Company

Das Unternehmen kann auf eine lange Historie zurück blicken, da es bereits seit 1897 existiert, und ist alles in allem ein sehr langweiliges Unternehmen. Perfekt für Buy & Hold also. Darüber hinaus gehe ich auch davon aus, dass die Produkte des Unternehmens auch in vielen Jahren noch benötigt werden.

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Die Levermann-Strategie

Bereits seit etwa einem Jahr stand das Buch “Der entspannte Weg zum Reichtum” von Susan Levermann* auf meiner Amazon-Wunschliste. Leider aber wurde es von meiner Familie bei jeder Gelegenheit links liegen gelassen. Klar, wer schenkt schon gerne ein Buch in dem es um Börsenwissen und “Reichtum” geht?

Jetzt endlich habe ich es aber, mangels Alternativen, doch geschenkt bekommen und sofort mit dem Lesen begonnen.

Ich denke, dass dieses Buch so ziemlich jedem Leser ein Begriff ist und so möchte ich gar nicht zu sehr auf die Details gehen. Um es kurz zu machen: es lohnt sich!

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Sparquote April 2017

Nachdem es im letzten Monat finanziell drunter und drüber ging, sieht es im April deutlich besser aus. Neben meinen normalen Sparaufträgen konnte ich sowohl langfristig als auch kurzfristig etwas zurücklegen.

Dies verdanke ich vor allem dem außergewöhnlich hohen unregelmäßigen Einkommensanteil in diesem Monat. Auf der Ausgaben-Seite standen aber auch einige Sonderausgaben für Hund und Urlaub.

Ein weiterer positiver Effekt war ein, mir von meiner Freundin versehentlich auferlegter, Sparzwang. Sie ist für vier Tage zu ihren Eltern gefahren und hat aus Versehen mein Portmonee mitgenommen. Vier Tage ohne Bargeld, EC- und Kreditkarten: Eine interessante Erfahrung. Zum Glück hatten wir genug im Kühlschrank und notfalls hätte ich ja auch Pizza bestellen können. Aber ich konnte mich beherrschen und habe in dieser Zeit nicht eine müden Cent ausgegeben.

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Wie Du der Filter Bubble entkommst

In den letzten Monaten habe ich immer häufiger vom Begriff „Filter Bubble“, bzw. zu deutsch „Filterblase“, gehört. Das Wort wurde erstmals um 2012 herum vom Internetaktivisten Eli Pariser geprägt, der mit seinem Buch* auf den Umstand aufmerksam machte, dass durch die Inhalts-Algorithmen von Facebook, Google, Amazon und Co. uns besonders die Inhalte vorgeschlagen werden, die zu unseren Ansichten und Einstellungen passen.

So werden mir für das Schlagwort „P2P“ bei Google aktuell vor allem Plattformen für die Investition in P2P-Kredite vorgeschlagen. Noch vor ein paar Jahren, als ich mich an der Universität mit P2P-Rechner-Netzwerken beschäftigt habe, war dies anders. Und auch das Schlagwort „Latex“ liefert mir keine anzüglichen Bilder mehr, sondern Hilfe zum Thema „Textsatz mit LaTex“.

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Statistiken & Benchmarking mit Portfolio Performance

Nachdem Du nun weißt, wie Du Konten, Aktien, ETFs und sogar P2P-Kredite in Portfolio Performance verwalten kannst, kommen wir heute zum sechsten und letzten Teil der Serie.

In diesem Artikel geht es um die Frage “Wie gut war ich?“

Gerade, wenn man sich die Mühe / den Spaß macht, neben den ETFs auch noch in Einzelaktien und P2P-Kredite zu investieren, stellt sich irgendwann die Frage, ob es die Mühe wirklich wert ist. Bin ich wirklich besser dran, wenn ich auf Einzelaktien setze oder sollte ich doch lieber bei den todlangweiligen ETFs bleiben?

Portfolio Performance hilft Dir dabei, diese Fragen für Dich zu beantworten.

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Portfolio Performance für P2P-Kredite

Das Tolle an Portfolio Performance ist, dass die Software extrem flexibel ist und einen guten Überblick über das persönliche Vermögen vermittelt. Das geht aber natürlich nur, wenn auch das gesamte Vermögen in der Software verwaltet wird.

Für Aktien und ETFs passt die Software perfekt, denn schließlich wurde sie für diese Assets entwickelt. Was ist aber mit anderen Assets. Was ist mit P2P-Krediten oder Immobilien? Auch diese Vermögenswerte lassen sich mit einem kleinen Trick in der Software pflegen.

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