7 Gründe, warum Multitasking schlecht ist

Multitasking scheint das höchste Ziel von Menschen zu sein, die möglichst produktiv und effizient arbeiten möchten.

Dieser Ansatz ist jedoch grundsätzlich falsch. Das Gegenteil ist der Fall.

Multitasking macht dich nicht produktiver sondern langsamer. Darüber hinaus bringt es weitere Nachteile mit sich, die sich negativ auf deine Gesundheit und deine Lebensqualität auswirken können.

Nimm die folgenden 7 Gründe als Warnung und setze dir das Ziel, immer genau eine Sache zur Zeit aber mit vollem Einsatz und Fokus durchzuziehen. Du wirst durch eine höhere Effizienz und Zufriedenheit davon profitieren.

1. Du verlierst den Fokus

Menschen sind extrem schlecht darin, mehrere Dinge gleichzeitig durchzuführen. Auch wenn wir uns immer einreden, dass das toll ist.

Wenn du beim Fernsehen einen Artikel schreibst, wird zwangsläufig eine der beiden Tätigkeiten den Kürzeren ziehen. Entweder, du hast Erinnerungslücken im Bezug auf die Handlung des Films oder du schreibst totalen Blödsinn. Rechtschreibfehler und unvollständige Sätze häufen sich.

In jedem Fall verlierst du den Fokus und musst möglicherweise mehrmals neu anfangen, bis das Ergebnis stimmt.

Viele Menschen drehen übrigens im Auto in schwierigen Verkehrssituationen oder in unbekannten Gebieten das Radio leiser. In dem Moment erkennen sie selber, dass ihre Konzentration under dem Multitasking leidet.

2. Multitasking erhöht die Fehlerwahrscheinlichkeit

Durch den Verlust des Fokus steigt auch die Gefahr, dass Fehler passieren. Besonders deutlich wird dies bei Menschen, die während des Auto Fahrens telefonieren oder SMS schreiben. Daher ist die Handhabung eines Handys während der Fahrt auch verboten.

Es gibt Studien die belegen, dass selbst die Sprachsteuerung (Siri) den Fahrer ablenkt und somit auch das Unfallrisiko erhöht.

Aber nicht nur im Verkehr wirkt sich Multitasking auf die Qualität unserer Tätigkeit aus. Auch wenn wir im Job regelmäßig durch unsere E-Mails oder Kollegen abgelenkt werden, sinkt die Qualität unserer Arbeit.

Daher gibt es auch zahlreiche Ansätze wie Getting Things Done, Inbox Zero und Pomodoro, die uns beim Singletasking unterstützen können.

3. Multitasking macht unproduktiv

Viele Aufgaben gleichzeitig zu erledigen fühlt sich immer so an, als wäre man ultra produktiv. Das ist aber eine rein subjektive Wahrnehmung.

Das ist in etwa so, wie wenn wir einen Stau umfahren und dafür die längere Strecke in Kauf nehmen. Zeitlich unterscheiden sich beide Wege nicht. Dadurch, dass wir aber voran kommen fühlt es sich besser an, als im Stau zu stehen.

Durch den Verlust der Konzentration und die Verringerung der Qualität sinkt die Produktivität darüberhinaus weiter. Insgesamt belegen Studien, das Multitasking die Produktivität nicht erhöht und dass die Qualität der Arbeit abnimmt.

Aber nicht nur auf das Ergebnis der Aufgabe hat Multitasking einen schlechten Einfluss. Auch unsere Gesundheit leidet darunter.

4. Du bist gestresst.

Durch ständiges Multitasking erhöht sich dein Stresslevel. Ständig bist du verschiedenen Reizen zeitgleich ausgesetzt, dein Gehirn muss diese irgendwie verarbeiten. Dadurch steigt dein Cortisol-Spiegel.

Das bedeutet, dass der Pegel des Stresshormons Cortisol in deinem Blut erhöht ist. Dies kann chronisch werden. Ein dauerhaft erhöhter Cortisol-Spiegel wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus und kann zu Autoimmunerkrankungen, Asthma oder sogar zu Krebs führen.

Daher ist es sinnvoll, den Stress, dem du ausgesetzt bist, so weit zu reduzieren wie irgendwie möglich. Ein guter Anfang ist der Weg vom Multitasking zum Singletasking.

5. Deine Reaktionsfähigkeit sinkt

Kurzfristig versetzt dich das Cortisol in Alarmbereitschaft und du bist bereit für den „Kampf“. Das ist ein Relikt aus vergangenen Tagen, als wir noch schlagartig zur Flucht oder zum Kampf ansetzen mussten, wenn uns der Säbelzahntiger angegriffen hat.

Damit das gut funktioniert ist es aber recht sinnvoll, dass dieses Hormon nur in einem solchen Fall, nicht aber permanent, ausgeschüttet wird.

Andernfalls kann auch eine Art Gewöhnungseffekt eintreten, der die Wirkung des Cortisols verringert. Langfristig kann dies zu verminderter Reaktionsfähigkeit führen.

6. Deine Konzentrationsfähigkeit sinkt

Zum Einen gelten die Argumente für die sinkende Reaktionsfähigkeit auch für die Konzentration.

Zum Anderen gewöhnen wir uns durch die ständigen Kontext-Wechsel daran, immer nur halb bei der Sache zu sein, da unser Gehirn immer eine gewisse Kapazität für andere Aufgaben reserviert.

Dies führt dazu, dass wir uns schlechter konzentrieren können, schneller abgelenkt werden und Dinge vergessen.

Als ich zum ersten Mal die Pomodoro-Technik ausprobiert habe, war es für mich sehr schwierig 25 Minuten an einer einzigen Aufgabe ohne Ablenkung zu arbeiten. Dies lag daran, dass ich es gewohnt war, nebenbei E-Mails zu Lesen, Anrufe zu tätigen oder Podcasts zu hören.

7. Du wirst unglücklich

Insgesamt macht dich Multitasking unproduktiver. Darüber hinaus wirst du gestresster, abgelenkter und kannst dich nicht mehr auf eine Sache zur Zeit konzentrieren.

Alles, was du tust, tust du eher so nebenbei und fast schon unbewusst. Dies wird dich unglücklicher machen, als deine Aufgaben bewusst und einzeln anzugehen.

Manchmal sehe ich Menschen mit dem Smartphone durch die Straßen rennen. Sie telefonieren und lesen gleichzeitig etwas auf ihrem Handy.

Ich vermute, dass sich nur die wenigsten über die frische Luft und die Sonne freuen. Ich vermute, die meisten von ihnen werden noch nicht mal wahrgenommen haben, dass es ein schöner Tag ist.

Das Jugendwort des Jahres 2015 lautete „Smombie„. Gemeint sind Menschen, die dank ihrer Smartphones wie willenlose Zombies durch die Straßen rennen. Dieses Bild beschreibt sehr gut, wie Multitasking und von den wesentlichen Aspekten des Alltags ablenkt.

Mein Fazit

Früher war ich ein „Meister“ darin, viele Dinge gleichzeitig zu tun. Ich habe jedoch gemerkt, dass es mich genervt und extrem gestresst hat.

Seit dem beschränke ich mich auf eine Sache zur Zeit. Wenn ich fernsehen möchte, dann sehe ich fern. Wenn ich etwas auf dem Smartphone lesen möchte, tue ich das. Aber ich mache nicht beides gleichzeitig.

Aber es gibt auch Ausnahmen:

Beim Laufen oder Spazieren gehen höre ich auch gerne mal einen Podcast, da er mich zum Nachdenken anregt. Allerdings sind Laufen und Spazieren gehen auch keine kognitiv anspruchsvollen Aufgaben.

Auf der Arbeit höre ich auch gerne mal Musik, um den Geräuschen des Großraumbüros zu entkommen. Allerdings achte ich darauf, dass die Musik dezent im Hintergrund bleibt und mich weder ablenkt noch zu sehr pusht.

Insgesamt bin ich immer überrascht, wieviel schneller ich Aufgaben erledigen kann, wenn ich einmal mit voller Konzentration und ohne Ablenkung dabei bin.

Wie stehst du zum Multitasking?

Bist du für oder gegen Multitasking und wieso?

2 Comments

  1. Danke für den guten Artikel.
    Ich habe gerade beruflich viel zu tun (Inbox Zero ist momentan ein Traum, Inbox Eighty wäre schon nett) und werde mir mal die Links zu deinen Artikeln zu Pomodoro und Co. ansehen.
    Dass Multitasking nichts bringt weiß ich eigentlich aber irgendwie halte ich mich nicht so wirklich dran und lasse mich oft ablenken, unterbrechen oder mache Dinge parallel.

    1. Hallo Julia,
      danke für Deinen Kommentar. Ja Inbox Zero kann ganz schön schwierig sein, gerade wenn man einen sehr vollen Posteingang hat. Aber wenn man es einmal geschafft hat, wird es zum Glück einfacher 😉

      Bei Multitasking geht es mir genau so wie Dir. Wenn es stressig wird, verfalle ich schnell in alte Gewohnheiten, weil es sich einfach produktiver anfühlt. Mittlerweile habe ich aber für mich persönlich erkannt, dass Multitasking nicht der richtige Weg ist und merke das immer, wenn ich mit dem Multitasken anfange. Das ist ja schon mal was (Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung)

      Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg bei Deinen Produktivitätszielen und freue mich, wenn meine Artikel den ein oder anderen Trick für Dich bereit halten.

      Viele Grüße
      der Finanzfisch

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