Aktienkauf Sixt (inkl. Aktienanalyse)

Sixt ist vermutlich jedem in Deutschland ein Begriff. Autovermietung. Familienunternehmen. Lustige Werbeplakate.

Aber natürlich ist Sixt deutlich vielseitiger, als man es von der Konsumentenseite her auf den ersten Blick sieht. Aber dazu später mehr.

Sixt stand jedenfalls schon länger auf meiner Watchlist und als die Kurse im vergangenen Jahr ordentlich nach unten gingen, habe ich eine erste Investition in Höhe von 1563,20€ zzgl. 2€ Gebühren bei CapTrader* gewagt. Mehr dazu weiter unten.

Das Unternehmen Sixt

Das Unternehmen Sixt blickt bereits auf eine Historie von über hundert Jahren zurück. Seit jeher ist es in Familienhand. Im Jahr 1912 gründete Martin Sixt die erste Autovermietung Deutschlands mit nur drei Autos. Heute sind es etwas mehr: derzeit etwa 238.700 Fahrzeuge an 2.211 Stationen. Natürlich nicht mehr nur in Deutschland.

Seit 1986 ist Sixt an der Börse.

Heute ist Sixt auch keine reine Autovermietung mehr, sondern ist auch im Bereich Leasing und Verkauf tätig. Damit bietet das Unternehmen Mobilitätsdienstleistungen für jeden Bedarf, von wenigen Minuten bis hin zu mehreren Jahren: Sixt hat ein Produkt dafür.

In Zusammenarbeit mit Franchise-Partnern ist das Unternehmen mittlerweile in über 100 Ländern vertreten. Erklärtes Ziel ist es (natürlich), den Marktanteil in diesen Ländern weiter auszubauen.

Trotz seiner Tradition scheint es dem Unternehmen gelungen zu sein, am Puls der Zeit zu bleiben. Man kennt die kecken und kritischen Werbeplakate. Aber auch im eigentlichen Business bleibt Sixt jung: Das Internet, mobile Apps für Smartphones und Tablets und soziale Netzwerke hat das Unternehmen als Möglichkeit erkannt, mit Kunden und potentiellen Kunden in Kontakt zu bleiben und seine Dienstleistung zu vertreiben.

Teil dieser innovativen Unternehmensstrategie sind Produkte wie myDriver, DriveNow und FLIZZR.

Nach eigenen Angaben verfolgt das Unternehmen eine aktionärsfreundliche Dividendenpolitik. Grundsätzlich mag ich Familienunternehmen ohnehin, da bei einem solchen Unternehmen auch unbeliebte Entscheidungen getroffen werden können, um den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern.

Fundamentale Kennzahlen

Sixt schüttet derzeit einmal jährlich eine Dividende aus, die regulär bei 1,97€ pro Vorzugsaktie liegt. Das macht, bezogen auf meinen Einstandskurs, eine Dividendenrendite von 4,03%. Recht ordentlich!

Noch besser ist allerdings die jährliche Dividendensteigerung von über 18% pro Jahr. Allerdings ist die Dividendenhistorie noch nicht so toll. Erst seit vier Jahren wurde kontinuierlich die Dividende gesteigert. Nicht gesenkt wurde sie seit immerhin 8 Jahren. (Quelle: Aktienfinder.net)
Im letzen Jahr betrug die Ausschüttungsquote nur 22% und es gab eine Sonderausschüttung von 2,05€ pro Vorzugsaktie, da durch den Verkauf von Drive Now außerordentliche Gewinne entstanden sind. Langfristig liegt die Ausschüttungsquote aber eher bei 48% und damit in einem perfekten Korridor.

Im letzten Geschäftsbericht gibt das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 3.140 Mio. Euro an (Stichtag 31.12.2017).

Der jährliche Gewinnzuwachs der letzten fünf Jahre betrug fantastische 40%. Der Umsatz wuchs im gleichen Zeitraum allerdings nur mit 11,32% pro Jahr. Die operative Marge liegt bei 15%. Die Eigenkapitalquote lag bei soliden 26%. Konzernziel ist es hier, über 20% zu bleiben.

Bei einem Gewinn von 4,11€ je Aktie ergibt sich ein KGV von 11,89. Das finde ich, angesichts des Gewinnwachstums, ziemlich niedrig.

Risiken

Sixt agiert international und ist somit den üblichen wirtschaftlichen und politischen Risiken ausgesetzt. So ist beispielsweise anzunehmen, dass bei einer Konjunkturschwäche auch die Umsätze und Gewinne leiden werden.

Darüber hinaus gibt es in der Autovermietungsbranche einen starken Wettbewerb, was sich negativ auf die durchsetzbaren Preise auswirken könnte. Sixt versucht hier, durch einen erstklassigen Service und digitale Innovation attraktiver zu bleiben und so trotzdem höhere Preise durchsetzen zu können.

Auch Zinsänderungen stellen ein potentielles Risiko dar, da das Unternehmen selbstverständlich auch mit Darlehen arbeitet, um das eingesetzte Eigenkapital zu hebeln.

Und wie üblich steht im Geschäftsbericht auch der obligatorische Hinweis auf Risiken durch Ausfall von IT-Systemen. Klar: Ohne Server und Computer geht auch bei Sixt nichts mehr.

Chancen

Natürlich kann die Konjunkturabhängigkeit auch positiv sein: Wenn es der Wirtschaft gut geht, machen Menschen mehr Urlaub und leihen eher Autos. Unternehmen haben mehr zu tun und benötigen potentiell auch mehr Mobilität.

Darüber hinaus strebt Sixt eine weitere Internationalisierung sowie den Ausbau des Online-Vertriebs an. Damit lassen sich zum einen Kosten senken und zum anderen wird das Geschäft unabhängiger von lokalen Konjunkturschwankungen. Ein weiterer Aspekt, der aus der Internationalisierung hervorgeht, ist ein höherer Bekanntheitsgrad und damit langfristig auch ein potentiell größerer Marktanteil.

Mit dem breiten Mobilitätsangebot könnte Sixt zudem vom Trend weg vom eigenen Auto profitieren. Die Digitalisierung dieses Angebots macht die Nutzung immer einfacher und attraktiver, auch für jüngere Kunden.

Eine weitere Chance des Unternehmens liegt in der Kooperation mit anderen Mobilitätsanbietern wie zum Beispiel Bahn- oder Flugunternehmen. Hierdurch könnte sich die Möglichkeit ergeben, dem Kunden ein Komplettpaket anzubieten, worin ein Auto von Sixt oder ein anderes Produkt ein fester Bestandteil ist.

Darüber hinaus ist Sixt, nicht zuletzt wegen seiner lustigen Werbung, jedenfalls in Deutschland, ziemlich bekannt und zeigt sich als junges und dynamisches Unternehmen. Das zeigt sich auch am digitalen Angebot: Von einer Webseite über Apps und Facebook-Seiten bis hin zu einem Alexa Skill nutzt Sixt alle Kanäle für Marketing und Vertrieb. Die Chance hierin ist, dass man sich von der breiten Masse der Mitbewerber abhebt. Wenn es plötzlich total einfach und natürlich wird, ein Auto zu mieten, ohne viel Papierkram und lästiges Anstehen, werden mehr Menschen davon Gebrauch machen.

Mein Investment

Am 17.12.2018 habe ich 32 Vorzugsaktien zu einem Kurs von je 48,85€ bei CapTrader* gekauft. Insgesamt sind das also 1.563,20€. Hinzu kommen 2€ Gebühren.

Hier weiche ich etwas von meinem sonstigen Investitionsvolumen von ungefähr 2.000€ je Aktie ab. Das liegt zum Einen daran, dass ich nicht sicher bin, ob Sixt nicht noch weiter fällt (dann würde ich nachkaufen). Zum Anderen werde ich zukünftig eher öfter Aktien kaufen und dafür etwas kleinere Chargen investieren. Dies kommt meinem Ziel von 10 weiteren Aktien in 2019 entgegen. Dank der geringen Gebühren bei CapTrader* ist das auch absolut kein Problem. Bei diesem Kauf reden wir immerhin von Sage und Schreibe 0,13%.

Bei der derzeitigen Dividende von 1,97€ im Jahr kann ich mich zukünftig auf weitere 63,04€ Dividendenertrag pro Jahr freuen.

Fazit

Sixt ist ein deutsches Traditionsunternehmen mit Potential. Auch wenn man damit rechnen muss, dass das Wachstum früher oder später abflachen wird, empfinde ich meinen Einstiegspreis als fair.

Sollte der Kurs signifikant fallen, werde ich sicherlich nachkaufen. Ansonsten werde ich mich in der nächsten Zeit aber erst einmal wieder ausländischen und vor allem amerikanischen Aktien widmen.

Als erste Aktie 2019 habe ich in Tanger Factory Outlet investiert. Auch hierzu wird es noch einen Artikel geben.

Hast Du Sixt Aktien im Depot? Oder gibt es ein anderes Unternehmen in diesem Bereich, das für dich attraktiver ist?

9 Comments

  1. Hallo Tobias,

    Ende des Jahres ist Sixt auch in meinem Depot gelandet. Und die Position von Fresenius wurde aufgestockt. Unsere Aktienauswahl ist teilweise recht ähnlich! 😉

    Wenn du selbst auch Kunde bei Sixt bist, kannst du in deinem Account übrigens den Shareholder Tarif eintragen lassen. Dann profitierst du von bis zu 20% Rabatt bei der Anmietung. Der Tarif soll auch recht „Upgrade freundlich“ sein. Einfach deine Aktienkaufabrechnung an den Kundenservice schicken und schon ist es erledigt.

    Beste Grüße
    Nico

    1. Moin Nico,
      das stimmt, haben wir glaube ich auf dem finanzbarcamp auch schon mal festgestellt. 😀
      Apropos: Wie stehst du derzeit zu Wirecard? Ich denke darüber nach, meine Position aufzustocken, jetzt wo die so günstig sind. Ich halte den jüngsten Kursverlust für ziemlich übertrieben.

      Hast du Erfahrungen mit Sixt als Kunde? Lohnen die sich im Preisvergleich mit anderen Anbietern, wenn man auf „gut & günstig“ aus ist? 🙂

      Beste Grüße
      Tobias

      1. Als Kunde bin ich mit Sixt ganz zufrieden, ich miete aber auch nicht sehr selten. Der Anmietvorgang ist sehr unkompliziert, vor allem wenn man ein Kundenaccount mit seinen hinterlegten Daten hat. Die Auswahl an Fahrzeugen ist im Vergleich zur Konkurrenz hoch.
        Ich finde im Vergleich zu kleineren Anbietern ist der große Vorteil, dass es mehr Standorte gibt, sodass man das Fahrzeug fast überall abgeben kann. Von den Preisen her gibt es aber sicher auch günstigere Anbieter.

        Als der erste Kursrutsch bei Wirecard kam, dachte ich mir nur: „Geht das schon wieder los!“ 😀 Es sind die gleichen Anschuldigungen von den gleichen Personen wie vor 3 Jahren. Wirecard ist ohnehin sehr anfällig für Short Attacken. Und je größer das Unternehmen wird, desto heftiger werden die Auswirkungen von diesen Berichten und desto mehr Marktkapitalisierung wird vernichtet.
        Das ändert aber nichts an meinem Investment Case, ich behalte meine Anteile. Ich würde auch gerne aufstocken, aber die Position macht selbst nach dem Kursrutsch immernoch 5% meines Depots aus. Daher werde ich wohl nicht mehr zukaufen und einfach abwarten.
        Im Nachhinein betrachtet war das von dir ein cleverer Schachzug, sie Ende des letzten Jahres zu verkaufen. Die Bewertung war trotz der guten Wachstumsaussichten schon recht üppig.

        Beste Grüße
        Nico

        1. Danke für die Rückmeldung zu Sixt und deine Einschätzung zu Wirecard. Das sehe ich ganz genau so. Naja, ich habe auch noch einen nicht unerheblichen Teil Wirecard im Depot. Durch den Verkauf habe ich aber immerhin meine Investition und einen netten Gewinn in Sicherheit gebracht.

          Der Rest bleibt liegen und ist immer noch bei über +180% 😉

          Beste Grüße
          Tobias

  2. Sixt hat ja mal gerade wieder einen tollen Sprung nach oben gemacht (in der Nacht von Donnerstag auf Freitag – gab es da einen besonderen Grund?).
    Es kommt natürlich IMMER auf das richtige Timing beim Aktien-Kauf und -verkauf an. Insofern war der Dezember 2018 ein guter Zeitpunkt; vor 8 Monaten (Juli) hätte man für dasselbe „Produkt“ einiges mehr bezahlt.

    Was Wirecard angeht, da bin ich eher skeptisch. Aber das bin ich mittlerweile gegenüber ALLEM, was mit „Finanzen“ zu tun hat. Was hat Wirecard eigentlich für ein Geschäftsmodell, und welcher Kunde braucht so etwas? (Okay, ob der Mensch wirklich Facebook und Amazon braucht, darüber könnte man auch lange streiten. Ich persönlich kaufe nur gelegentlich Dinge über Amazon, die ich noch von „früher“ kenne, und die es „jetzt“ aber nicht mehr bei Karstadt & Co. gibt).
    Ich habe oftmals den Eindruck, dass der Finanzsektor das Rad neu erfinden will, dabei aber eher (für Otto-Normalverbraucher) unnütze Dinge auf den Markt bringt, an dem lediglich die Initiatoren verdienen – und die im schlimmsten Fall zu (Finanz-)Krisen führen.

    1. Moin Rabi,
      natürlich kann man nur orakeln, warum der Kurs nach oben gegangen ist. Die plausibelste Erklärung dürfte sein, dass Sixt zum 01.03. seine Mobilitätsplattform „One“ gelauncht hat. In der dazugehörigen App kann im Prinzip alles buchen, was Sixt zu bieten hat. Von Sixt Rent (Auto leihen) über Sixt Share (Car-Sharing) bis hin zu Sixt Ride (Taxi- und Limo-Service) kann man in der App alles buchen. Damit muss der Kunde nicht mehr wirklich wissen, welches Produkt er haben will sondern gibt sein Problem (aktuelles Mobilitätsbedürfnis) ein, und kriegt das passende Produkt vorgeschlagen. Vermutlich verspricht „die Börse“ sich davon, dass Sixt eine bessere Kundenbindung hat und höhere Umsätze erzielen kann.

      Natürlich macht der Zeitpunkt einen enormen Unterschied. Allerdings weiß man halt vorher nicht, wann der beste Zeitpunkt ist. Aber mit einer langen Haltedauer kann auch ein nicht ganz idealer Einstiegzeitpunkt vernachlässigt werden. Solange man keinen Schrott kauft…

      Ja Wirecard ist ziemlich volatil. Seitdem ich meine Erstinvestition inkl. einem hübschen Gewinn in Sicherheit gebracht habe, sehe ich dabei aber gelassen zu. Letztendlich ist Wirecard ein Payment Provider, d.h. gar nicht so nah am Endkunden sondern eher im Hintergrund für die Zahlungsabwicklung zuständig. Händler können so Zahlungsmethoden anbieten, von denen sie keine Ahnung haben müssen. Der Händler ist also der Kunde in diesem Business.

      Dass mit der Zahlung und Abrechnung alles klappt, dafür sorgt dann Wirecard. Und für das Durchreichen der Zahlung zweigen sie eine schöne Provision ab (ganz vereinfacht dargestellt). Das ist eigentlich ein ganz schönes Geschäftsmodell. 🙂

      Natürlich ist da derzeit auch viel Fantasie drin, was die Entwicklung von „Mobile Payment“ angeht. Denn je mehr mit Karte oder Smartphone bezahlt wird, desto mehr profitieren tendenziell auch die Payment Provider. Allerdings gibt es auf diesem Segment natürlich nicht nur Wirecard, sondern z.B. auch Ingenico und Payone.

      Beste Grüße
      Tobias

  3. Zu „Und für das Durchreichen der Zahlung zweigen sie eine schöne Provision ab (ganz vereinfacht dargestellt). Das ist eigentlich ein ganz schönes Geschäftsmodell.“
    Das verstehe ich schon. Was ich nur bei all diesen Finanzdingen nicht verstehe: Irgend ein „Blöder“ muss das, was Wirecard verdient („schöne Provision“), doch bezahlen. Wer ist dieser „Blöde“? – Am Ende doch wohl wir alle, die Verbraucher.
    Jeder, der in einen Prozess eingeschaltet / zwischengeschaltet ist, zwackt für sich was ab, und der Endverbraucher – also wir alle – zahlen das am Ende.

    Was ich dabei nur nicht verstehe: Warum schreien dann immer alle „Hurra“ und wie toll das ist? Ist der Nutzen für den Verbraucher wirklich dermaßen groß, sein Smatphone statt sein Portemonnaie zu zücken ?

    Vor Jahren gab es mal die „Geldkarte“ (man konnte Guthaben am Geldautomaten aufladen und dann in ausgewählten Läden ohne Pin-Nummer bezahlen – das funktionierte wie Bargeld). Das System fand ich nützlich und sinnvoll. Aber das wurde wieder abgeschafft.
    Ich verstehe nicht, warum Karstadt, Edeka, Aldi und Konsorten da nicht mitgemacht haben und stattdessen nun andauernd eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird.

    1. Moin Rabi,
      das stimmt. Im Endeffekt ist natürlich eine solche Provision im Preis irgendwo enthalten. Allerdings ist dabei zu Bedenken, dass diese Provision oft nicht wirklich höher ist, als wenn der Händler direkt Verträge mit Visa und MasterCard hat. Ein großer PSP kriegt oft deutlich bessere Konditionen, als ein kleiner Händler. Außerdem ist der Aufwand für den Händler deutlich geringer, wenn er mehrere Zahlungsarten anbietet. Anstatt 5-10 verschiedenen Schnittstellen (eine pro Zahlungsart) einzubinden und für jede Zahlungsart einen Vertrag zu haben, hat der Händler im Idealfall nur eine Schnittstelle, die er einbindet und auch nur einen Vertrag.
      Damit können sich Händler auf ihr Kerngeschäft (Vermarktung und Verkauf) konzentrieren und sicher sein, dass sie trotzdem ihr Geld erhalten.

      Das ist ein bisschen wie mit Server-Hosting, Webseiten-Betrieb, Logistik, … : Die großen machen das selber und die kleinen können nur effizient arbeiten, wenn sie so etwas von „Profis“ machen lassen. Gerade jetzt, wo Bargeld immer mehr an Bedeutung verliert, hätten kleine Händler ohne PSPs keine Chance auch nur annähernd so gute Preise wie Aldi, Lidl, Edeka und Co anzubieten, da die Gebühren einer Direktanbindung einfach viel zu hoch wären.

      PSPs haben aber noch einige weitere Vorteile, da oft auch Betrugserkennung angeboten wird, was die Zahlung für den Händler noch sicherer macht. Ein weiteres großes Thema der Branche sind Omnichannel-Payments, also z.B. Kaufen mit Kreditkarte im Online-Shop, zurückbringen im Laden gegen Bargeld oder Überweisung (oder umgekehrt). Das sind Themen, bei denen ein PSP als Experte in der Domäne „Zahlungen“ gut unterstützen kann.

      Das mit der Geldkarte habe ich damals irgendwie nicht verstanden. Ich habe darin keinen großen Mehrwert gesehen, wenn ich eh zum Bankautomaten muss, um sie aufzuladen. Allerdings bin ich auch niemand, der große Mengen Bargeld mit sich rum trägt.

      Viele Grüße
      Tobias

  4. Zu „Das mit der Geldkarte…“: Ich denke, dass die meisten Leute einen Geldautomaten in der Nähe haben, also Bargeld abheben kein wirkliches Problem darstellen sollte.
    Das Problem ist allerdings das viele Wechselgeld: Das Portemonnaie wird durch Münzen zu dick, oder man im Geschäft hat die Münzen nicht passend und kramt in seinem Portemonnaie rum. Der Kassierer kramt in seiner Kasse und muss einem das Wechselgeld vorzählen (die meisten tun das nicht mehr und geben es einem „blind“ in die Hand) etc.
    Anstelle von „Klimpergeld“ hat man nun eine Geldkarte, in der quasi das Bargeld steckt. Ein Betrag von beispielsweise € 13,74 wäre also einfach und ANONYM bezahlt.
    Technisch war das ja wohl kein Problem. Damals hatte das aber nur die Post und die Bundesbahn an deren Automaten angeboten (man konnte mit der Geldkarte also Fahrkarten und Briefmarken kaufen). Ich hätte mir das für Supermärkte etc. ebenso gewünscht – weil: ich bin Barzahler (mag aus GRUNDSÄTZLICHEN Erwägungen keine Kartenzahlung; aber Geldkarte wäre für mich okay gewesen, weil es quasi „wie Bargeld“ war.

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