Fake it till you make it – Der Lean-Approach für finanzielle Freiheit

Das Sprichwort „Fake it till you make it“ hast du sicherlich schon mal irgendwo gehört. Oft wird es im Bezug auf Karriere, Business und Erfolg verwendet. Ins Deutsche frei übersetzt könnte man sagen „So tun als ob, bis du es irgendwann geschafft hast.“

Heute möchte ich darauf eingehen, wie dir dieser Leitsatz auch beim Erreichen der finanziellen Freiheit helfen kann.

Motivation

Viele von uns streben danach, eines Tages nicht mehr von der eigenen Arbeitskraft zum Lebenserhalt abhängig zu sein. Die Gründe hierfür sind sehr verschieden.

Der Eine hat Angst davor, dass ein Jobverlust seine Existenz bedrohen kann, eine Andere träumt davon, die Welt zu bereisen und benötigt dafür mehr Zeit als die 30 Tage Urlaub im Jahr. Eine dritte Person möchte Zeit für eigenen Projekte haben, die vielleicht nicht sofort oder gar niemals Geld abwerfen.

Sie alle vereint das Ziel, privat für ihr Alter vorzusorgen und darüber hinaus ein passives Einkommen aufzubauen, um (besser früher als später) die finanzielle Unabhängigkeit oder gar Freiheit zu erreichen.

Der Weg dahin ist aber für die meisten Menschen sehr lang und anstrengend. Wer nicht gerade die geniale Idee hat, wird nur aus eigener Sparkraft und geschickten Investments oft 20 oder mehr Jahre benötigen, um dieses Ziel annähernd zu erreichen. Eine lange Zeit. Schwierig, dabei nicht die Motivation zu verlieren.

Und tatsächlich ist es doch so: Je länger wir uns einschränken um dieses Ziel zu erreichen, desto eher verlieren wir auch den Grund hinter dem Ziel aus den Augen. Und mit 50 oder 60 Jahren blicken wir dann traurig auf ein Leben voller Schweiß und Anstrengungen zurück und fragen uns: War es das wert? Oder wir ersetzen schon viel früher dieses hohe Ziel durch eines, dass einfacher zu erreichen ist. Ein Haus mit Garten, zwei Kinder und ein Hund? Das ist doch eigentlich auch ganz nett.

Sicherlich alles gut und richtig. Aber wenn es nicht dein Ziel ist, solltest du diesen Weg auch nicht gehen, nur weil er vielleicht einfacher ist.

„Fake it till you make it“ kann dir helfen, dein Ziel und die Gründe dahinter stets in Erinnerung zu behalten. Und du kannst außerdem testen, ob deine Ziele wirklich zu dir passen.

Ein Beispiel: Du willst reisen…

Nehmen wir mal an, du möchtest die finanzielle Unabhängigkeit erreichen, um dann ganz unbesorgt reisen zu können. Ohne Zeit- und Gelddruck im Nacken einfach die Länder und Orte erkunden, die du schon immer sehen wolltest.

Dein Plan: Richtig reinhauen, Karriere machen, Leben wie ein Student und dann in 20 Jahre in den Sack hauen. Prost Mahlzeit!

Die Alternative: Lebe sparsam, gibt Gas, aber nimm dir schon vorher Zeit zum Reisen. Mache ein Sabbatical, wenn dein Arbeitgeber das erlaubt oder nimm dir zwischen zwei Jobs eine längere Auszeit. Einfach mal 6-12 Monate raus. Vielleicht kannst du dann erst nach 30 Jahren in den Sack hauen, aber dafür konntest du die finanzielle Unabhängigkeit schon einmal antesten.

Entweder merkst du dann, dass dieses Ziel für dich doch gar nicht sooo geil ist, oder es ist genau dein Ding. Im zweiten Fall wird dir diese Auszeit neue Kraft geben und vielleicht sogar neue Ideen, wie du diesen Zustand dauerhaft erreichen kannst. In jedem Fall aber wirst du wieder wissen, wofür du das alles tust und dich versichern, dass dein Ziel es wirklich wert ist.

Lean-Approach für finanzielle Freiheit

Während es beim klassischen „Fake it till you make it“ eher darum geht, wie man nach außen wirkt und was dies mit dem Unterbewusstsein macht, geht es mir hier eher um Motivation und Willenskraft. Sicherlich spielt der Glaube daran, dass man es schaffen kann, eine positive Rolle. Wer daran glaubt, finanziell erfolgreich sein zu können (und zu dürfen) und daran, seine Ziele erreichen zu können, wird es mit viel harter und kluger Arbeit auch schaffen.

Aber einfach mal das Ziel auszutesten und so zu tun, als ob man schon da wäre gibt einem neue Kraft für den Weg dahin. Es gibt einem neue, lebendige und echte Bilder, die helfen können, das Ziel zu visualisieren.

Das geht in verschiedenen Bereichen.

  • Wer reisen möchte, kann dies auch für ein paar Monate tun, bevor er endgültig digitaler Nomade oder Weltenbummler wird.
  • Wer gerne einen Lamborghini hätte, kann sich diesen vielleicht auch mal für einen Tag oder eine Woche ausleihen.
  • Ich hätte gerne ein Wohnmobil. Aber vielleicht miete ich auch erst mal eines für ein paar Monate um zu sehen, ob das Leben darin wirklich so toll ist.
  • Wer einfach nur in den Tag leben will, kann einfach mal für ein paar Monate testen, ob das Rumgepimmel ihm wirklich so liegt.

Starte jetzt!

Egal was dein Ziel ist. Finde heraus, wie du es im Kleinen vorab schon mal antesten kannst.

Lean-Approach eben: Wir entwickeln nicht mehr das fertige Produkt und stellen nach fünf Jahren fest, dass es nicht zur Zielgruppe passt. Wir entwerfen erst einen Prototypen und definieren dann das Produkt anhand des Feedbacks, das wir bekommen.

Und genau so können wir auch einen Ziel-Prototypen konstruieren und ausprobieren und dann vielleicht das große Ziel, das wir im Kopf haben, verwerfen oder anpassen. Oder vielleicht stellst du auch fest, dass der Prototyp bereits gut genug ist. Check! Ziel erreicht.

Fazit

Teste deine Ziele! Bevor du dich für Jahre oder Jahrzehnte in etwas verrennst, probiere das aus, wonach du strebst. Vielleicht ändern sich dann deine Ziele oder du gewinnst neue Motivation, bis dahin durchzuhalten.

Welches Ziel hast du? Und wie sieht dein Prototyp dafür aus?

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