Kaufe KDDI und Starbucks

Nachdem ich am 13.08. einige Wirecard-Anteile verkauft hatte, mussten diese Gewinne anderswo reinvestiert werden. Daher habe ich mich kurz danach für den Einstieg bei KDDI und Starbucks entschieden.

Beide Unternehmen stehen schon länger auf meiner Watchlist, da sie aktuell aus meiner Sicht fair bewertet sind und meine Diversifikation erhöhen würden. Da ich jedoch in der letzten Zeit meine Cashreserve wegen des Wohnungskaufs etwas zurück halten wollte, bin ich hier noch nicht zu einem Kauf gekommen.

Der Kauf von KDDI

Hintergrund zum Unternehmen

KDDI ist ein japanisches Telekommunikationsunternehmen, also ein bisschen so etwas wie die japanische Telekom. Derzeit deckt das LTE-Netzt von KDDI 99% der japanischen Haushalte ab.

Durch bevorstehenden Wachstum des Internet of Things (IoT), wird dieses Unternehmen ebenfalls stark profitieren, da es die notwendige Infrastruktur und Dienstleistungen in diesem Bereich bereitstellen kann.

Darüber hinaus werden aber natürlich auch noch kabelgebundene Internetanschlüsse angeboten.

Im Bereich IoT-Know-How wächst KDDI unter anderem durch Zukäufe stark. So wurde im Jahr 2017 die IoT-Plattform SORACOM aufgekauft, auf deren Basis sich IoT-Dienstleistungen umsetzen lassen. Man bietet Kunden also neben der Infrastruktur für IoT-Lösungen auch noch eine Plattform an (KDDI IoT Cloud).

Mit diesem Angebot hat man in Japan eine Positionierung geschaffen, die nur schwer durch andere Kommunikationsdienstleister angreifbar ist.

Daher wachsen Gewinne und Dividenden wie am Schnürchen. Der Aktienfinder offenbart eine traumhafte Entwicklung in der Vergangenheit:

Quelle: aktienfinder.net
Quelle: aktienfinder.net

Bereits seit 15 Jahren wird stetig Dividende gezahlt. Aktuell werden nur knapp 38% des Gewinns dafür ausgeschüttet und die Dividende beträgt, bezogen auf meinen Einstiegskurs 2,83%. Derzeit liegt das jährliche Dividendenwachstum bei über 18%. Das Gewinnwachstum liegt in einem ähnlichen Bereich, wodurch dieses Dividendenwachstum nachhaltig sein dürfte. Die Dividende wird halbjährlich ausgeschüttet.

Die Verschuldung ist rückläufig. Die Schuldenquote liegt derzeit bei nur 35%.

Mein Einstieg

Am 14.08. hatte ich die Gewinne vom Wirecard-Verkauf und ein paar weitere Euros endlich auf dem Verrechnungskonto bei der OnVista Bank* und konnte die Käufe tätigen.

Ich habe 80 Anteile zu je 25,10€ gekauft und dafür 6,50€ Gebühren bezahlt. Vielleicht sollte ich mal auf das Freebuy-Depot umstellen, allerdings sind das auch nur 0,32% Gebühren und das einmalig. Jeder ETF ist teurer.

Da es sich bei KDDI um ein 1-A-Wachstumsunternehmen handelt, plane ich, die Aktie langfristig zu halten und in einigen Jahre von einer üppigen Dividende zu profitieren. Würde das Dividendenwachstum in etwa gleich bleiben, würde ich in fünf Jahren bereits über 6% Dividende erhalten. In 22 Jahren würde ich jedes Jahr meine Investition zurück bekommen. Das sind natürlich nur Zahlenspiele, aber sie zeigen das Potential.

Der Kauf von Starbucks

Hintergrund zum Unternehmen

Zu Starbucks gibt es eigentlich nicht wirklich viel zu sagen. Das Unternehmen kennt wahrscheinlich jeder. Von der Branche her ist es dem „zyklischen Konsum“ zuzuordnen. D.h. geht es den Menschen gut, profitiert das Unternehmen. Geht es den Menschen schlecht, sieht es auch für solch ein Unternehmen eher schlecht aus. Klar, wer kauft sich schon Kaffee-Plörre für fünf bis zehn Euro, wenn er sich gerade sorgen um seinen Job machen muss? Allerdings habe ich im Bereich Restaurants und Cafés noch kein Unternehmen in meinem Depot und da ich davon ausgehe, dass es den Menschen in der Zukunft immer besser gehen wird, mache ich mir darüber keine Gedanken.

Wachstumschancen sind derzeit vor allem in China und vielleicht auch in Schwellenländern zu sehen. Ich sehe jedenfalls, dass, wohin ich auch gehe, Starbucks sich größter Beliebtheit erfreut und daher in der Lage ist, völlig überteuerten Kaffee und andere Produkte zu verkaufen.

Starbucks schüttet quartalsweise aus. Wachsende Dividenden gibt es aber erst seit 7 Jahren. Derzeit werden ungefähr 40% der Gewinne ausgeschüttet. Das jährliche Dividendenwachstum liegt bei circa 25% p.A. und damit weit hinter dem Gewinnwachstum zurück. Auch bei Starbucks scheint das langfristige Dividendenwachstum also auf einer soliden Basis zu stehen. Bezogen auf meinen Einstandskurs beträgt die Dividendenrendite 2,43%.

Eine genauere Analyse erspar ich dir an dieser Stelle, da es genügend gute aktuelle Analysen an anderer Stelle gibt. Unter anderem hat Torsten Tiedt, der Mann hinter dem Aktienfinder, kürzlich auf AlleAktien einen Artikel zu Starbucks veröffentlicht.

Mein Einstieg

Wie auch bei KDDI bin ich am 14.08.2018 eingestiegen. Ich habe 45 Starbucks-Aktien zu einem Kurs von 45,65€ erworben und ebenfalls 6,50€ Gebühren an OnVista* bezahlt, was ebenfalls etwa 0,32% Gebühren entspricht.

Auch Starbucks ist natürlich für mich ein Kandidat für langfristiges Buy-and-Hold.

Fazit

Ich freue mich, zwei weitere Unternehmen in meinem Depot zu haben, von denen ich sehr viel halte. Insgesamt habe ich jetzt 16 Einzeltitel in meinem Portfolio. Weitere werden folgen. Die Zukäufe haben meine Diversifikation effektiv erhöht.

Nächste Einkäufe werden wahrscheinlich in Kürze folgen. Unter anderem stehen die folgenden Unternehmen noch auf meiner Watchlist:

  • Fastenal
  • General Mills
  • 3M
  • Henkel
  • Fuchs Petrolub

Aber ich habe mich noch nicht entscheiden können.

Und welche Aktien stehen bei dir auf der Watchlist?

7 Comments

  1. Bin selber schon glaube 2 Jahre in Starbucks investiert, ich finde den Konzern gut und die Fantasie ebenfalls gut (damals war es der Test mit Alkoholischen Getränken). Leider dümpelt die Aktie vor sich hin und ist seit dem Kauf im Minus.
    Ich werde sie trotzdem weiter halten, weil ich optimistisch bin und die Zahlen mich überzeugen.

    Grüße
    Sanja

  2. ありがとうございます (vielen Dank) für den Artikel, Tobias

    Ich habe mich inspirieren lassen lassen und bin auch bei KDDI eingestiegen. Der Wert ist grundsolide, bei Japanern hat die Marke AU einen guten Ruf und mit IoT oder anderen Chancen wie der Vertrieb von Strom and die große Kundenbasis (der japanische Strommarkt für Endverbraucher öffnet sich gerade) ist da auch noch Wachstum drin. Außerdem bin ich sonst viel in USA und Deutschland investiert. Eine stark auf den japanischen Binnenmarkt ausgerichtete Aktie ist da disversifizierend.
    Bisher hatte ich nur 1 x japanische Einzelwerte gekauft, weil die Umsätze in Frankfurt marginal sind.

    Jetzt habe ich es mal anders probiert um die Kosten zu optimieren:

    Ich habe bei Cap-trader ein Konto eröffnet und Geld darauf überwiesen. Heute früh um 6 war es dann soweit und ich habe 200 KDDI für 2948,9 Yen erworben. Der Spread in Tokio ist sehr gering. Er betrug zu dieser Zeit einen halben Yen (0,02 %). Die Gebühren betrugen 1000 Yen (ca. 7,75 EUR). In EUR habe ich 22,88 pro Aktie bezahlt.
    In Deutschland sind die Spreads leider sehr hoch. Im Moment zahlt man in Stuttgart 23,02 EUR und bekommt 22,53 EUR, also 2,2 % Spread. Zudem ist Stuttgart sehr teuer von den Börsengebühren. Lang&Schwarz hat zur Zeit sogar 2,3 % Spread, ist dafür aber in der Grundgebühr enthalten. Zu XETRA Öffnungszeiten ist es etwas besser.

    Ich bin mal gespannt, ob ich einen Pferdefuß beim CapTrader übersehen habe. Die Platform ist schon etwas mehr für Day-trader und andere Zocker, aber das muss man ja nicht tun.

    Zum Schluss noch ein Link zur Börse Tokio, wo ich real oder near-time Kurse gefunden habe. https://quote.jpx.co.jp/jpx/template/quote.cgi?F=tmp/e_stock_search

    1. Hallo KostenRunter,
      vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Das mit CapTrader klingt ja interessant. Wie sieht es denn da mit Dividendenausschüttungen aus? Die ziehen bei einigen Brokern ordentliche Gebühren nach sich. Gerade wenn die Plattform eigentlich nur für Trader ist, würde ich da mal genau hin schauen. 😉

      Ansonsten wünsche ich dir viel Erfolg mit deiner Investition. Mein Einstiegszeitpunkt war leider nicht der Beste. Kurz danach hat man sich in Japan überlegt, man könnte den Mobilfunk-Konzernen mal etwas „Druck“ machen, die Preise zu senken. Seit dem steht die Aktie bei mir 9% im Minus. Aber ich gehe davon aus, dass das nicht nachhaltig ist und halte natürlich weiter. 😉 Ob Mobilfunkverträge in Japan günstiger werden und wie sich das auf den Gewinn auswirkt, das sehen wir dann.

      Beste Grüße
      Tobias

      1. Hallo Tobias

        den günstigsten Einstiegstermin trifft man nie und wir wollen die Aktie ja langfristig halten. Dividendenzahlungen kosten nichts laut Preisverzeichnis und am 26.09. zahlt KDDI 50 Yen Dividende. Da werde ich dann sehen, ob das stimmt.
        Ansonsten wirkt der cap trader sehr professionell, von anderen Brokern bekomme ich nicht sofort eine Meldung ins Dashboard, wenn eine Dividende angekündigt wird.
        Die Gebühren waren sogar noch niedriger, da die Mindestgebühr nur 500 Yen oder 0,1 % betrüg. Da bin ich mit 590 Yen = 4,57 dabei gewesen. Der Umrechnungskurs war auch keine Abzocke, wie man es z.B. von Paypal kennt (4 % mehr als im Devisenhandel). Mir wurden 129,1 berechnet, als ich beim Kauf nach dem Kurs geschaut habe, lag der nur bei 128,8 und der Tagesschlusskurs gestern bei 129,4.
        Als nächstes werde ich mal USA probieren. Für 1 Cent pro Aktie (min 2 $, max 1 %) ist das für nicht Penny-Stocks günstig (200 Stück Alphabet für 2 $ zu handeln wäre zwar kostentechnisch ultimativ, übersteigt leider meine Mittel 😉

        1. Moin KostenRunter,
          das klingt spannend. Wenn Du magst, halte mich mal über deine Erfahrungen mit CapTrader auf dem Laufenden. Ich bin ja bei OnVista und die Oberfläche hasse ich nach wie vor wie die Pest 😀

          Beste Grüße
          Tobias

          1. Wie angekündigt, gab es gestern die Dividende von KDDI. 50 Yen pro Aktie, bei 200 Stück also 10.000 Yen. Davon bekam ich 1486 Yen japanische Steuer abgezogen (ich frag mich, warum der krumme Wert). Den Rest von 8514 Yen wurde mir als 64,32 EUR gutgeschrieben (Kurs ist ok und keine Gebühren). Deutsche Steuer muss man bei cap-trader selber machen, kann sich dann aber wieder die japanische Steuer anrechnen lassen. Steuererklärung nächstes Jahr wird sicherlich etwas stressig. Wie sieht Deine Dividendengutschrift aus ?

            USA hat auch gut funktioniert. NASDAQ Kurse in Echtzeit. Spread super gering am Abend. 2 Dollar Gebühren für 30 Äpfel, da kann man nicht meckern.

            Gruß

            Julian

          2. Moin Julian,
            danke für den Status-Bericht. Bei OnVista warte ich noch immer auf die Dividende. Die sind da leider nicht die schnellsten. Ich werde berichten, sobald die Zahlung da ist.

            Beste Grüße
            Tobias

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