Portfolio Performance: Eine Einführung

Heute geht meine sechsteilige Portfolio Performance Serie in die erste Runde. In diesem Artikel erfährst Du, was Portfolio Performance ist und wer dahinter steckt. Außerdem gebe ich einen groben Überblick über die einzelnen Bereiche der Software.

Was ist Portfolio Performance?

Lassen wir doch die offizielle Seite sprechen:

Portfolio Performance ist ein Open Source Programm zur Berechnung der Performance eines Gesamtportfolios – über verschiedene Depots und Konten hinweg – anhand von True-Time Weighted Rate of Return und internem Zinsfuß.

Open Source bedeutet: Man kann sich den Quellcode ansehen und das Projekt bei der Entwicklung unterstützen (wenn man programmieren kann). Aber nicht nur der Source Code ist offen. Darüber hinaus ist die Software nämlich auch kostenlos und für Mac, Windows und Linux erhältlich.

Wie der Name schon sagt, kann die Software die Performance eines Gesamtportfolios berechnen. Aber natürlich geht da noch viel mehr. Das Program gibt nämlich auch Auskunft über die Asset Allocation und hilft bei der Diversifikation.

Du kannst die Software von der Webseite herunterladen. Dort findest Du auch einen Screencast der die Software in ca. 11 Minuten vorstellt. Auch viele HowTos und FAQs sind im Forum der Seite enthalten.

Wer steckt hinter der Software?

Portfolio Performance ist ein Projekt von Andreas Buchen, einem Softwareentwickler aus Mannheim. Wer mehr über die Person hinter Portfolio Performance und die Software selbst erfahren möchte, dem empfehle ich das Interview des Finanzrockers.

Wofür ist Portfolio Performance gedacht und wofür nicht.

Ursprünglich wurde die Software dafür entwickelt, um die Performance von Aktien, ETFs und Konten / Sparbüchern zu erfassen und zu messen.

Grundsätzlich sollen mit der Software also nur Konten erfasst werden, auf denen nicht so viele Bewegungen statt finden. Dein Girokonto solltest Du damit also vielleicht nicht abbilden. Das liegt vor allem daran, dass alle Einträge in der Software in einer einzigen XML-Datei gespeichert werden und diese bei vielen Bewegungen schnell sehr groß werden könnte. Außerdem wäre der Aufwand für die Synchronisation aller Kontobewegungen enorm.

Portfolio Performance ist nämlich keine Bankingsoftware. Daher gibt es auch keine Verknüpfung zu Deinem Bankaccount und alle Bewegungen müssen im Prinzip manuell nachgetragen (oder importiert) werden.

Gut geeignet ist die Software aber für die Verwaltung von Depots und Sparkonten, auf denen verhältnismäßig wenig Bewegung statt findet. In diesem Bereich bietet das Program einige Features wie das automatische Abfragen von Aktienkursen von Yahoo Finance und das automatische Anlegen von Sparplan-Buchungen. Auch das Erfassen von Zinsen, Gebühren, Steuern und Dividenden ist kinderleicht möglich.

Die Bewertung der eigenen Performance mittels Benchmarking sowie die Klassifikation der Vermögenswerte wird mit der Software ebenfalls zum Kinderspiel.

Die Bereiche in Portfolio Performance

Die Software lässt sich ganz grob in fünf Bereiche aufteilen, die Du auch in der Seitenleiste sehen kannst.

In der Seitenleiste (rot umrandet) siehst Du die einzelnen Rubriken der Software
In der Seitenleiste (rot umrandet) siehst Du die einzelnen Rubriken der Software

Ich stelle diese Bereiche im Folgenden kurz vor.

1. Wertpapiere

Im Wertpapier-Bereich kann man Aktien, ETFs, Indizes etc. verwalten. Im Prinzip lässt sich hier alles eintragen, was ein Symbol, eine ISIN oder ein WKN hat. In diesem Bereich sieht man auch die historische Entwicklung der Wertpapiere und kann auch Notizen zu den einzelnen Einträgen hinterlegen.

Jedes Wertpapier, das man in seinem Depot aufführen möchte, muss hier angelegt werden. Allerdings kann man hier auch Wertpapiere hinterlegen, von denen man keine Anteile besitzt.

Dieser Bereich enthält also die ganz allgemeinen Wertpapier-Informationen die noch nichts mit Deinem eigenen Depot zu tun haben. Ich gehe auf diesen Bereich im nächsten Artikel im Detail ein.

2. Stammdaten

In diesem Bereich geht es nun um Deine Finanzen. Es gibt hier einen Unterbereich für Konten, Depots und Sparpläne.

Im Konten-Bereich legst Du z.B. Dein Tagesgeldkonto oder Dein Verrechnungskonto an und verwaltest diese Konten auch. Ich persönlich verwalte hier auch Assets, die keine Wertpapiere sind. Also z.B. meinen Bausparvertrag (ja ich weiß), einen geschlossenen Fond (weiß ich auch) und die P2P-Kredit-Plattformen. Jeweils als einzelne Konten. Das ist wichtig um diese Konten bei der Klassifizierung anders einzuordnen als z.B. das Tagesgeldkonto. Mehr dazu später.

Im Depots-Bereich verwaltest Du Deine Aktien-/ETF-Depots. Hier werden also die Informationen darüber gespeichert, welche Wertpapiere Du wann, zu welchem Preis und in welcher Menge gekauft hast. Kurz: Alle Bewegungen die Deine Wertpapiere betreffen, werden in diesem Bereich aufgeführt.

Der Sparplan-Bereich gibt Dir die Möglichkeit Sparplan-Templates anzulegen und auszuführen. Wenn Du also am 15. eines jeden Monats 100€ in einen MSCI World ETF investierst, kannst Du dies hier angeben und musst dann nur noch monatlich auf „ausführen“ beim entsprechenden Sparplan-Template klicken und ggf. den Kaufkurs und die Stückzahl etwas korrigieren. Sparplan-Ausführungen sind natürlich ebenfalls mit einem Depot verbunden und werden dort gelistet.

Diesen Bereich behandle ich ebenfalls im nächsten Artikel en detail.

3. Berichte

Dieser Bereich beantwortet Dir unter anderem die folgenden Fragen:

  • Wie hoch ist mein Gesamtvermögen?
  • Wie hat sich mein Vermögen in einem bestimmten Zeitraum entwickelt?
  • Wie verteilt sich mein Vermögen auf Konten und Wertpapiere?
  • Wie war meine Performance in einem bestimmten Zeitraum?
  • Wieviel Gebühren habe ich bezahlt und wieviele Dividenden konnte ich kassieren?
  • Wie konnte sich mein Portfolio im Vergleich mit einem Benchmark (z.B. einem Index) schlagen und wie schwankungsarm ist mein Depot im Vergleich?

Ich bin immer wieder fasziniert wie einfach mir die Berichte einen detaillierten Überblick über meine Finanzen geben. Im fünften Artikel dieser Serie erfährst Du mehr über diese Rubrik.

4. Klassifizierung

Einen Überblick über Deine Asset Allocation gibt Dir dieser Bereich. Und auch wenn Du Deine Diversifikation verbessern möchtest, bist Du hier richtig.

Du möchtest MSCI World und MSCI Emerging Markets im Verhältnis 80/20 in Deinem Depot haben? Kein Problem. In diesem Bereich kannst Du diese Aufteilung einstellen und das Programm zeigt Dir direkt an, wie sehr Du von dieser Verteilung abweichst. Du kannst diese Information zum Rebalancing nutzen.

Neben den Standard-Klassifizierungen nach Asset Allocation und Asset Classes kannst Du auch ganz eigene Klassifikationen vornehmen. Ich habe z.B. einen Balance-Klassifikation um direkt zu sehen, wie hoch der Anteil meines Vermögens ist, der in Krediten steckt und wie das Verhältnis von Aktien und ETFs ist.

Ein Wertpapier oder ein Konto kann aber sogar zu mehreren Bereichen in der Klassifikation gehören. Dies ist möglich, indem man dem Wertpapier in einer Rubrik eine Gewichtung gibt. Mein MSCI World ETF ist z.B. nur mit ca. 60% im Bereich der US-amerikanischen Wertpapiere vertreten.

Mehr dazu gibt es im vierten Teil dieser Serie.

5. Allgemeine Daten

Last but not least: Der Bereich „Allgemeine Daten“. Hier erhältst Du unter anderem Informationen über die Entwicklung des Verbraucherpreisindex und die aktuellen Wechselkurse.

Außerdem kannst Du im Bereich Einstellungen weitere Attribute zu Wertpapieren hinzufügen. Egal, welche Information Du zu einem Wertpapier hinterlegen möchtest, hier kannst Du ein passendes Feld definieren. Das macht die Software sehr flexibel und individuell anpassbar.

Zusammenfassung

Jetzt hast Du einen groben Überblick über die fünf wichtigsten Bereiche und ihren Sinn. In den nächsten fünf Artikeln werde ich die einzelnen Bereiche im Detail beleuchten und Dir die Möglichkeiten dieser Software vorstellen.

Ich wünsche Dir schon mal viel Spaß beim Ausprobieren. Die Software kommt mit zwei Beispielportfolios. Einem Kommer-Portfolio und einem Dax-Portfolio. Beide enthalten bereits Beispieldaten, mit denen Du einfach mal rumspielen kannst. Du kannst da absolut nix kaputt machen!

Hast Du Portfolio Performance bereits ausprobiert? Welcher Bereich ist für Dich am wichtigsten bzw. wofür interessierst Du Dich am meisten?

2 Comments

  1. Hallo Finanzfisch,
    Ich habe eine kurze Frage was die Vorgehensweise betrifft zur
    Einstellung von
    Portfoliogewichtungen.
    ( Dein Bsp. 80/20 Dm/Em)

    Wie genau muss ich hier das Depot anlegen,
    oder kommt dieses Thema in einem deiner weiteren Threads vor.

    Gruß Ralf

    1. Hallo Ralf,
      Gewichtungen kann man im Bereich Klassifizierung einstellen. Darauf gehe ich im vierten Artikel genauer ein.

      Grundsätzlich kannst Du dort einfach die SOLL-Verteilung eintragen uns siehst dann in einer Tabelle das Delta zum IST-Zustand. Dafür reicht in PP ein Depot mit beiden ETFs, da in der Klassifizierung auf Wertpapierbasis gearbeitet wird.

      Viele Grüße
      der Finanzfisch

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