Sparquote März 2017

Gefühlt verging der März wie im Flug und bei mir sind einige ungeplante Ereignisse eingetreten, die natürlich auch meine Finanzen etwas in Bewegung gebracht haben.

Fangen wir aber mit dem langweiligen Teil an: Meine langfristige Sparquote ist relativ stabil geblieben. An den automatischen Spar-Aufträgen habe ich nichts gerüttelt.

Langfristige Sparquote im März

Ich habe 60,40% meines Nettoeinkommens für den langfristigen Vermögensaufbau beiseite legen können.

Zusätzlich gab es noch drei Dividendenzahlungen, die aber nur innerhalb des Trios Tagesgeldkonto, Verrechnungskonto und Depot Auswirkungen haben und daher für mich nicht zur Sparquote zählen. Daher finden diese Bewegungen hier keine weitere Beachtung.

Im Rückblick sieht man, dass meine Sparquote mit gut 60% vergleichsweise niedrig ist. Dies liegt vor allem daran, dass ich neben meinen festen Rücklagen nichts weiter für langfristige Ziele gespart habe. Die Hauptursache hierfür sind die ungeplanten Ausgaben in diesem Monat, die ich dadurch wenigstens etwas kompensieren konnte. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Die Sparquote teilt sich wie folgt auf:

Kurzfristige Sparquote im März

Von Sparquote kann man hier eigentlich nicht sprechen, denn aktuell verbrenne ich kurzfristige Rücklagen. Ganze 28,22% meiner kurzfristigen Reserve mussten in diesem Monat dran glauben. Relativ und absolut so viel wie noch nie seit Beginn meiner Aufzeichnungen.

Hierfür gibt es sowohl erfreuliche als auch unerfreuliche Ursachen. Zunächst die weniger erfreulichen.

Waschmaschine adé

Noch im letzten Monat habe ich über den Sinn der Rücklage für unvorhergesehene aber notwendige Ausgaben, wie zum Beispiel eine defekte Waschmaschine, gesprochen. Vermutlich habe ich nicht doll genug auf Holz geklopft, denn genau dieser Fall ist im März eingetroffen. Kurzerhand haben wir uns also ein neues, relativ preiswertes Gerät von Siemens zugelegt und das alte Billigmodell entsorgt. Zum Einen ärgern wir uns natürlich über diese notwendige Ausgabe, zum Anderen freuen wir uns aber über das deutlich bessere Waschergebnis, die Programmvielfalt und die Zeitanzeige.

Nachwuchs im Hause Finanzfisch

Zu den schönen Geldfressern im Monat März zählen ein Kurzurlaub auf einem Reiterhof mit Folgekosten. Auf dem Hof gab es nämlich auch einen ganzen Haufen Welpen und Junghunde zu sehen, die dort in einer Art Tierauffangstation auf ein neues Zuhause warten. Gebürtig kommen diese Tiere auf Bulgarien oder Rumänien und wurden dort von der Straße geholt.

Da wir schon lange den Wunsch nach einem Hund hegten (ich seit ca. 5 Jahren), und wir auf dem Hof quasi unseren Traumhund fanden, haben wir uns kurzerhand entschieden, ihn (bzw. sie) mitzunehmen.

Sie ist eine Husky-Mix-Hündin, schon 6 Monate alt, etwas schüchtern aber trotzdem ziemlich frech. Und natürlich extreeem süß. Da für mich seit jeher klar war, dass ich gerne einen Husky hätte, war dies ein netter Zufall: Ich kann einem Tier von der Straße ein schönes Zuhause bieten und muss nicht die Unsummen für einen reinrassigen Zuchthusky ausgeben. Okay, die Preise mögen vielleicht gerechtfertigt sein, aber je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto besser fand ich den Gedanken, einem Tier das „eh da ist“ zu helfen als mir einen Hund zuzulegen, der „eigens für mich gemacht“ wurde.

Dennoch sind die initialen Kosten für so ein Tier nicht unerheblich. Die Übernahme der Unkosten für das Chippen und initiale Impfen sowie für Futter, die Anschaffung einiger Dinge wie Halfter, Leine und Spielzeug und natürlich die laufenden Kosten.

Alleine die initialen Kosten belaufen sich inkl. der Erstuntersuchung beim Tierarzt und der Behandlung gegen Ungeziefer, was sie hat und nicht haben sollte, ergeben einen guten dreistelligen Betrag. Durch zwei geteilt also immer noch viel.

Und auch die laufenden Kosten sind nicht unerheblich. Hundesteuer in Lübeck: 12€/Monat, Versicherung: 5€ pro Monat, Futter: werden wir sehen. Wir kalkulieren erst mal mit ca. 100€ pro Monat, also 50€ pro Person und Monat. Rein finanziell gesehen eine echt dämliche Entscheidung.

Aber darum geht es uns dabei natürlich nicht. Auch wenn es, dem Thema dieses Blogs geschuldet, manchmal so wirken mag, als sei Geld für mich das wichtigste Überhaupt, so ist dies ganz und gar nicht der Fall. Ein glückliches Leben nach meinen Wünschen und Prinzipien zu leben steht für mich an oberster Stelle. Und unser Hund ist definitiv eine Bereicherung für unser Leben.

Wir kriegen mehr Bewegung, übernehmen Verantwortung und haben ein Lebewesen daheim, das mich zwingt, weniger Überstunden zu machen und mehr Zeit an der frischen Luft zu verbringen.

Und der Effekt macht sich bei uns bereits nach dieser kurzen Zeit bemerkbar. Mein Schrittzähler lobt mich seither jeden Tag für das Erreichen meines Schritt-Ziels. Das war vorher manchmal wochenlang nicht der Fall. Darüber hinaus bringt der Hund eine Menge Spaß und Überraschung („Ich dachte, du wolltest deine Socke nicht mehr essen. Deshalb habe ich es getan.“) 😉 in unser Leben.

Wenn der Hund keine Lust auf die Abendrunde hat ...

Wenn der Hund keine Lust auf die Abendrunde hat …

Insgesamt freuen wir uns immer noch jeden Tag über die spontane Entscheidung, der aber natürlich ein mehrjähriger Plan vorausging.

Ausblick

Im April werde ich noch einige Ausgaben für den Urlaub tätigen. Nicht weiter schlimm, denn dafür habe ich noch genug Rücklagen. Irgendwann um den Mai rum wird es wohl auch wieder Urlaubsgeld geben.

Außerdem gehe ich davon aus, dass sich die unvorhergesehen Ausgaben in nächster Zeit wieder reduzieren.

Abgesehen davon spiele ich derzeit mit dem Gedanken, meine Arbeitszeit wieder auf 35 Stunden pro Woche zu reduzieren. Das wären für mich 5 – 7 Stunden pro Woche, die ich zusätzlich und komplett frei, z.B. zum Lernen neuer Dinge (Programmiersprachen, Frameworks und Co.) aber auch für den Blog und natürlich den Hund einsetzen könnte. Insgesamt würde es also mehr Flexibilität und Lebensqualität bedeuten.

Allerdings müsste ich dann meine langfristige Sparquote senken, da sich auch mein Gehalt entsprechend reduzieren würde. Das ist aber für mich auf Grund der guten Sparquote eher zweitrangig.

Vielmehr beschäftige ich mich mit der Frage, ob ich es schaffe, so wenig zu arbeiten und ob ich in 35 Stunden pro Woche meine beruflichen Aufgaben in einer für mich zufrieden stellenden Qualität erledigen kann.

Von meiner Entscheidung wirst Du spätestens im Sparquoten-Bericht für Mai erfahren. Bis dahin muss ich das für mich geklärt haben.

Fazit

Der März hat eine ganze Menge Abwechslung gebracht. So ein kleines niedliches Tier stellt den Tagesablauf ganz schön auf dem Kopf.

Finanziell sicherlich nicht mein bester Monat, aber abseits der nackten Zahlen einer der besten seit Langem.

Wie lief der März für Dich? Und wie würdest Du Dich entscheiden, wenn Du die Wahl zwischen 35 und 40 Stunden Arbeit in Festanstellung (pro Woche) hättest?

13 Gedanken zu „Sparquote März 2017

  1. Moin,

    nur kurz am Rande: Statt des Billigmodells von Waschmaschine, hätte ich ja lieber gleich was richtiges gekauft. Also eine Siemens oder sogar Miele. So ist es jetzt: Wer billig kauft, kauft zwei mal. Meine Freundin hatte sich auch erst eine billige gekauft. Ging auch kaputt…
    Viele sparen einfach am falschen Ende habe ich das Gefühl. Ich kaufe lieber 1x mal was (teures) Gutes und habe dann (meistens) meine Ruhe.

    Viele Grüße, Gurki

    • Hallo Gurki, da tust du der alten aber unrecht. Sie war schon gut 7 Jahre alt und ist uns beim Transport in den Keller leider aus der Hand gerutscht. Danach ging sie nicht mehr an. Also nicht alleine ihre Schuld. 😉 Das jetzige Mittelklasse-Model von Siemens (gut 500€) bietet aber deutlich mehr Komfort.

      Viele Grüße
      der Finanzfisch

  2. Herzlichen Glückwunsch zur weiterhin hohen Sparquote! Wenngleich Du die Sparquote ja auch um den Verbrauch kurzfristiger Rücklagen bereinigen könntest, wodurch diese volatiler werden würde und im Monat März wohl deutlich niedriger ausgefallen wäre.

    Der Kurzurlaub am Reiterhof hatte es ja in sich 😉 Die Folgekosten werden Euch noch eine ganze Weile beschäftigen…vermute aber, dass das keine finanzielle sondern eine emotionale Entscheidung war!

    Viele Grüße,
    FF

    • Hallo FF, vielen Dank. Ja du hast Recht. Die Entscheidung war eher emotional 😉 wir haben lediglich überschlagen, was es etwa kosten würde und uns dennoch nicht dagegen entschieden. Das ist, wie der Urlaub, ein Lifestyle-Thema.

      Naja, meine Sparquote hier bezieht sich ja nur auf den langfristigen Teil. Und das sind derzeit Ca. 60%, wenn ich keine Sonder-Sparraten einlege. Kurzfristiges ist eine separate Rechnung.

      Viele Grüße
      der Finanzfisch

  3. Hundeliebhaber kann man nicht aufhalten. 😉 Habt ihr genug Aufpasser, wenn ihr mal im Urlaub seid?

    Zu den Stunden: Ich würde die 35h nehmen und testen, ob das ausreicht. Zeit ist wichtiger als die Sparquote.

    Liebe Grüße
    Jenny

    • Hi Jenny,
      ja haben wir glücklicherweise. Meine Mutter hat zwei Hunde und nimmt sie gerne mal zu sich und auch sonst ist unsere Familie hundetechnisch nicht unvorbelastet. 😉

      Danke für den Tipp. Ja ich tendiere auch ganz stark zu den 35h/Woche.

      Liebe Grüße
      Tobias

  4. Hallo Finanzfisch,
    Glückwunsch zum Wunsch-Hund, finde ich gut auch wenn ich eher ein Katzen-Mensch bin und derzeit keine Haustiere habe.

    Zur Frage 35 oder 40-Stunden-Woche, ich würde ganz klar auf 35 Stunden reduzieren. Du nennst ja selber schon viele Gründe dafür und bei deiner guten Sparrate kannst du es dir erst recht „leisten“.
    Das ist echt ein Gewinn an Lebensqualität. Ich habe eine 34-Komma-irgendwas-Stunden-Woche die mir erlaubt jeden zweiten Freitag frei zu haben und ich liebe es!

    • Hallo Julia,
      vielen Dank für Dein Feedback und Deine Einschätzung. Vor etwa einem Jahr war ich auch noch auf 35 Stunden pro Woche. Damals hatte ich die Wahl auf 40 Stunden zu gehen und habe mich wegen der Arbeitsmenge dafür entschieden. Allerdings muss ich sagen, dass der Unterschied zwischen 35 und 40 Stunden deutlich spürbarer ist, als ich gedacht hätte. Mit 35 Stunden hat man wesentlich mehr Zeit für andere Dinge und ist am Ende des Tages auch nicht ganz so fertig.

      Daher werden es wohl wieder die 35 Stunden werden 😉

      Viele Grüße
      der Finanzfisch

  5. 60 Prozent sparen klingt sehr viel und davor ziehe ich den Hut! Du hast aber nicht so viele finanzielle Belastungen im Monat oder? Sonst würde ich eher davon ausgehen, dass man zwischen 30 und 40 Prozent sparen kann…

    • Hallo Theresa,
      ja das ist richtig. Ich versuche, meine Fixkosten nach Möglichkeit gering zu halten: Kein Kredit, kein Auto und nur eine angemessene Wohnung. Außerdem regelmäßiges Vergleichen der Tarife bei Strom, DSL und Mobilfunk sowie Versicherungen. Durch den Hund werden die Ausgaben jetzt logischerweise etwas steigen, aber ansonsten leben wir bewusst eher sparsam. Welche Sparquote letztendlich möglich ist hängt ja zum Einen davon ab, wie hoch das Einkommen ist und zum Anderen wieviel man bereit ist zu sparen. Ich habe einfach bei steigendem Einkommen dafür gesorgt, dass meine Fixkosten gleich bleiben oder sinken. Dadurch konnte ich die Quote weiter steigern. Wenn ich jetzt aber auf 35h zurück gehe, werde ich sehr sicher unter 60% fallen. 😉

      Viele Grüße
      der Finanzfisch

  6. Hallo Finanzfisch,

    Da hast du aber eine beachtliche Sparquote, im Moment habe ich noch eine 42-Stundne Woche, welche ganz üblich in der Schweiz ist.

    Leider werde ich sie wohl noch für einige Zeit so beibehalten müssen, der grosse Vorteil dabei ist, ich kann grössere Beträge investieren. Im ersten Quartal 2017 konnte ich monatlich 3’000 CHF in Einzelaktien investieren. Wenn ich das bis Ende Jahr weiterhin so durchziehen kann steht mein Depot bei ungefähr 60’000 CHF.

    Gruss
    Der Sparkojote

    • Hallo Sparkojote,
      vielen Dank. 3.000 CHF ist ja eine beachtliche Summe. Nicht schlecht! Ich finde es sehr sinnvoll, wenn man viel arbeitet auch viel beiseite zu legen. Damit bleib man flexibel. Zum Einen, weil man sich einen guten Puffer aufbaut und zum Anderen weil man mit einer Absenkung des Gehalts noch klar kommt. In meinem Fall ermöglicht mir das, auf 35h zurück zu gehen. Hätte ich die Differenz zwischen 35h-Gehalt und 40h-Gehalt einfach aufgebraucht, wäre ich jetzt gezwungen, weiterhin 40h zu arbeiten oder mich plötzlich extrem einzuschränken. In sofern: Gute Entscheidung!

      Viele Grüße
      der Finanzfisch

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