Remote Work: Ortsunabhängiges Arbeiten ist das Arbeitsmodell der Zukunft

Ob Remote Work, Homeoffice oder ortsunabhängiges Arbeiten: Hinter all diesen Begriffen verbirgt sich der Wunsch, dass Arbeitnehmer nicht mehr jeden Tag ins Büro müssen, sondern ihre Arbeit von woanders erledigen können.

Lange Zeit waren Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen hier der treibende Faktor, da diese Arbeitsmodelle helfen, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Arbeitgeber haben sich häufig eher quer gestellt, da sie Angst vor den technologischen Herausforderungen oder schlimmer noch, vor einem Kontrollverlust, hatten.

Erst mit Corona und der Zwangsschließung vieler Büros und Betriebe hatten Arbeitgeber plötzlich ausreichend Motivation, um das Unmögliche möglich zu machen. Selbst in Betrieben, wo man sich jahrelang gegen Homeoffice gewährt hat mit dem Argument, “das ist hier nicht möglich”, wurde praktisch über Nacht betriebsweites Homeoffice eingeführt und angeordnet.

Remote Work: Gekommen, um zu bleiben!

Dieser Trend ist für mich eine der größten positiven Nebenwirkungen von Corona. Aus meiner Sicht ist Remote Work gekommen, um zu bleiben. Viele Unternehmen sehen in dieser Phase, wie gut der Laden läuft, wenn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Homeoffice sitzen und die Vorteile zwangsläufig sichtbar werden.

Aber natürlich hat ortsunabhängiges Arbeiten auch einige Herausforderungen, die man adressieren sollte, damit dieses Arbeitsmodell ein Erfolg wird.

Doch selbst in Unternehmen, wo es mit dem Homeoffice noch nicht so gut läuft, werden Arbeitgeber es schwierig haben, dieses Arbeitsmodell einfach so wieder einzustampfen, da viele Angestellte jetzt einmal die Freiheiten und die Vorteile ortsunabhängiger Arbeit schmecken konnten.

Im War for Talents, also im Kampf um die besten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, ist Homeoffice schon lange ein wichtiger Faktor. Insbesondere die Generationen Y und Z verlangen einfach mehr Freiheit, als ihnen der 9-to-5 Bürojob gibt.

Ortsunabhängiges Arbeiten hat viele Vorteile

Das Arbeiten aus dem Heimbüro, oder von wo auch immer, hat sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer viele Vorteile. Nachfolgend liefere ich dir eine (unvollständige) Liste von Vorteilen für Arbeitgeber. Vielleicht hilft sie dir dabei, deinem Arbeitgeber dieses Arbeitsmodell schmackhaft zu machen.

Vorteile für Arbeitgeber

1. Kosten sparen

Jeder wirtschaftlich denkende Arbeitgeber sucht immer nach Möglichkeiten, kosten einzusparen. Mit Remote Work ist das möglich, da mitunter Bürokosten gesparrt werden können.

Gerade in großen Städten sind Büroflächen ziemlich teuer. Wenn weniger (oder keine) Mitarbeiter mehr ins Büro kommen, können diese Flächen deutlich kleiner ausfallen. Somit werden Kosten gespart, die üblicherweise nicht durch die Lizenzen für Tools für das verteilte Zusammenarbeiten aufgefressen werden.

Tools wie Slack, Zoom, Skype, Teams, Mural, Notion oder was auch immer dein Unternehmen einsetzen möchte, um das verteilte Arbeiten einfacher zu gestalten, kosten nicht die Welt. Außerdem darf man nicht vergessen, dass viele dieser Werkzeuge bereits in Nicht-Remote-Unternehmen eingesetzt werden.

2. Weniger Ausfall durch Krankheit

Arbeitnehmer im Homeoffice fallen weitaus weniger häufig durch Krankheit aus. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Zum einen stecken sich Arbeitnehmer seltener gegenseitig an, wenn sie keinen physischen Kontakt haben. Gerade zur Grippesaison oder in Corona-Zeiten ist das ein riesiger Vorteil, da Krankheiten sich weniger ausbreiten und die Gefahr, ganze Betriebe lahmzulegen, deutlich reduziert wird.

Darüber hinaus arbeiten Arbeitnehmer im Homeoffice eher, auch wenn sie sich mal nicht 100 % fit fühlen. Wer kennt das nicht: Man wacht morgens mit Halsschmerzen und leichten Kopfschmerzen auf. Draußen regnet es. Ins Büro sind es 30 Minuten mit dem Fahrrad. – Schnell noch die Mail an den Vorgesetzten: “Chef, ich bin heute krank!” und weiterschlafen. Dabei fühlt man sich eigentlich fit genug, einen Großteil der täglichen Aufgaben zu erledigen. Aber mit Kopfschmerzen den ganzen Tag im Großraumbüro zu sitzen und sich davor und danach durch das stürmische nass-kalte Herbstwetter zu kämpfen nur um dann zu riskieren, Kollegen anzustecken? – Besser nicht!

Im Homeoffice sieht das anders aus. Man bleibt 30 Minuten länger liegen, da man keinen Arbeitsweg hat. Man schnappt sich den Laptop und einen Tee mit Honig und startet den Arbeitstag gemütlich im Bett. Krankmeldung nicht notwendig.

Konsequenz: Arbeitnehmer im Homeoffice melden sich weniger oft krank und fallen weniger lang wegen Krankheit aus.

3. Die besten Arbeitnehmer, statt nur die besten Arbeitnehmer in der Stadt

In vielen Branchen sind qualifizierte Arbeitskräfte Mangelware. Insbesondere Unternehmen, deren Niederlassungen sich nicht in Metropolen befinden, haben es oft schwer, die richtigen Arbeitskräfte vor Ort zu finden oder potenzielle Mitarbeiter zu einem Umzug zu bewegen.

Unternehmen, die sich dem Thema Remote Work öffnen, können schlagartig deutschlandweit oder gar weltweit einstellen und damit wirklich die besten Mitarbeiterinnen gewinnen statt nur die besten Mitarbeiter vor Ort.

4. Höhere Produktivität

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Heimbüro sind deutlich produktiver, wenn sie die richtigen Tools und Schulungen erhalten haben und generell motiviert sind.

Es wird beispielsweise weniger Zeit mit Klatsch und Tratsch in der Kaffeeküche verbracht, aber auch die ewige und unendliche Meetingraum-Suche hat ein Ende. Darüber hinaus ist es im Homeoffice oftmals einfacher möglich, Ablenkungen abzuschalten, als im Großraumbüro.

Mitunter arbeiten Mitarbeiter zu Hause tendenziell etwas mehr als im Büro, da sie die Freiheit honorieren, die ihnen dieses Arbeitsmodell bietet. So ist es beispielsweise nicht unüblich, das Mitarbeiter auch im Feierabend noch schnell auf eine Nachricht antworten, um einem Kollegen weiterzuhelfen, der zu einer anderen Zeit arbeitet.

Viele Arbeitnehmer machen darüber hinaus den Fehler Toilettenzeiten oder den Gang in die Küche nicht als Arbeitszeit zu rechnen und somit unterm Schnitt mehr zu arbeiten als im Büro.

5. Geringere Mitarbeiterfluktuation

Arbeitnehmer, denen viel Vertrauen und Freiheit entgegengebracht wird, sind in der Regel deutlich zufriedener und honorieren dies nicht nur mit mehr Leistung, sondern auch mit mehr Treue.

Wenn ich einen guten Arbeitgeber habe, mir die Arbeit Spaß bringt und ich sie perfekt mit den anderen Aspekten meines Lebens vereinen kann, habe ich nur wenig Grund zu wechseln.

Übliche Kündigungsgründe wie der Wunsch nach mehr Freiheit oder der Umzug in eine andere Stadt sind in Remote Unternehmen nur selten zu finden.

6. Zeitzonenvielfalt als Vorteil

Wenn Mitarbeiter in verschiedenen Zeitzonen sitzen und zu verschiedenen Zeiten arbeiten ist das nicht ohne Herausforderungen.

Jedoch hat es einen entscheidenen Vorteil in Bereichen, wo es auf eine hohe Erreichbarkeit ankommt. Ich denke hier etwa an den IT-Betrieb und IT-Support.

Üblicherweise werden Arbeitnehmern hier Zulagen gewährt, wenn sie die Nachtschicht übernehmen. Wenn ich aber beispielsweise jemanden in Amerika, in Europa und in Asien sitzen habe, kann ich als Unternehmer damit einen 24h-Support anbieten, ohne dass einer meiner Mitarbeiter sich die Nacht um die Ohren schlagen muss.

Damit spare ich als Arbeitgeber die Zulage und meine Mitarbeiter können die Nacht zum Schlafen nutzen. Das ist gut für die Gesundheit und das Privatleben im Allgemeinen.

Vorteile für Arbeitnehmer

Ortsunabhängiges Arbeiten hat natürlich und vor Allem auch für Arbeitnehmer viele Vorteile. Viele Vorteile für Arbeitgeber, wie etwa der geringere Ausfall durch Krankheit oder die höhere Produktivität und die geringere Fluktuation sind auch für Arbeitnehmer von Vorteil.

Auch hier ist die Liste lange nicht vollständig. Die folgenden Aspekte waren für mich aber besonders positiv:

1. Mehr Zeit

Die meisten Menschen pendeln täglich 30–60 Minuten zur Arbeit und 30–60 Minuten zurück. Mit Staus manchmal mehr. Das sind locker zwei Stunden täglich oder 10 Stunden pro Woche, die wir weder bezahlt bekommen, noch die wir produktiv nutzen können.

Wenn du das Glück hast, mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren zu können, nutzt du diese Zeit immerhin für körperliche Betätigung und mit Podcasts hat vielleicht auch dein Gehirn etwas zu tun. Dennoch sind das aber zwei Stunden am Tag, die du nicht zur freien Verfügung hast.

Bei Remote Work reduziert sich die Arbeitsweg-Zeit auf zwei Minuten. Oder fünf, wenn du noch einen Umweg zur Kaffeemaschine machst.

2. Mehr Freiheit

Warst du schon mal gezwungen, einen tollen Job aufzugeben, weil du aus irgendwelchen Gründen in eine andere Stadt ziehen musstest oder wolltest? Das ist ganz schön traurig. Und viele Arbeitnehmer nehmen sich diese Freiheit nicht, wenn es nicht absolut notwendig ist.

Mit einem Remote Job wirst du nicht eine Sekunde darüber nachdenken, deinen Job aufzugeben, nur weil du dich örtlich verändern willst. Mit Remote Work gewinnst du also örtliche Freiheit.

Aber auch darüber hinaus hast du natürlich deutlich mehr Freiheiten. So kannst du dir dein Büro oder deinen Arbeitsplatz beispielsweise so gestalten, wie du es gerne hättest. Du kannst mal auf dem Sofa, mal im Bett oder bei gutem Wetter auch mal im Garten arbeiten oder sogar den Winter im Süden verbringen.

Insgesamt bist du einfach viel freier, wie du deinen Tag gestaltest und ihn zeitlich und örtlich strukturierst.

3. Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Dieser Vorteil folgt gewissermaßen zwangsläufig aus den ersten beiden. Im Homeoffice ist es einfacher, die Mittagspause mal eben für Sport zu nutzen oder für die Familie zu kochen.

Und auch Kinder und Haustiere erhalten mehr Zuneigung und Pflege, wenn Mama oder Papa im Homeoffice sitzt.

Ganz egal, wie dein Privatleben aussieht: Mehr Zeit und mehr Freiheit machen es garantiert einfacher, es so zu gestalten wie du es gerne hättest.

Die Schattenseiten von Remote Work

Remote Work hat nicht nur Vorteile. Auch einige Nachteile, oder zumindest Herausforderungen, lassen sich an diesem Arbeitsmodell finden.

Nachteile für beide Seiten

1. Nicht für jeden geeignet

So schön Remote Work oder Heimarbeit auch klingen mag, so ist es doch nicht für jeden geeignet. Es erfordert neben einem guten Platz zum Arbeiten zu Hause auch eine Menge Disziplin und Selbstständigkeit der Arbeitnehmer.

Fällt im Büro noch mal auf, dass jemand irgendwie blockiert ist, so ist dies in einem verteilten Arbeitsumfeld schwieriger zu sehen. Hier müssen Arbeitnehmer proaktiv um Hilfe bitten.

Darüber hinaus gibt es weitere Gründe, warum manche Menschen nicht von zu Hause arbeiten können oder wollen.

Arbeitgeber sollten dies bereits bei Bewerbungsgesprächen berücksichtigen, wenn sie ein Remote Work Umfeld anstreben.

2. Kommunikation ist schwieriger

Kommunikation ist niemals ein einfaches Thema. Und auch wenn Tools wie Chats, Videochats und virtuelle Whiteboards die Kommunikation in verteilten Teams deutlich angenehmer machen, so lässt sich nicht verleugnen, dass es noch einen Tick besser ist, wenn alle Beteiligten im selben Raum sitzen.

3. Tools und Schulungen sind das A und O

Wer denkt, Homeoffice ist einfach, die Mitarbeiter nach Hause zu schicken, der irrt.

Verteiltes Arbeiten funktioniert nur, wenn alle Beteiligten die richtigen Tools zur Verfügung haben und diese auch benutzen können. Das fängt beim Headset und der Webcam an und geht bei Tools wie Slack, Zoom und Mural weiter.

Auch die “Best-Practices” in verteilten Teams sollten allen Beteiligten geläufig sein.

Nachteile für Arbeitgeber

Für Arbeitgeber sehe ich im Wesentlichen drei Nachteile:

1. Vertrauen ist notwendig

Eins vorweg: Ich gebe zu, dass dieses Argument Unsinn ist.

Dennoch ist es eines der am häufigsten genannten Gründe gegen Homeoffice: “Woher weiß ich dann, ob meine Mitarbeiter auch wirklich arbeiten?”

Und natürlich kann nun einer sagen: Dafür gibt es doch auch Tools, um genau zu sehen, was der Mitarbeiter den ganzen Tag lang tut, welche Programme er nutzt und so weiter und so fort. Stimmt, aber damit bekämpft man das Symptom und nicht die Ursache.

Wo Vertrauen fehlt, kann eine Partnerschaft nicht funktionieren. Das trifft in der Liebe genau wie im Berufsleben zu. Man kann versuchen, fehlendes Vertrauen durch mehr Kontrolle und Zwang auszugleichen. Das funktioniert aber so gut wie nie und hat meistens den gegenteiligen Effekt.

Wenn du deinen Mitarbeitern nicht vertraust, frag dich, woran das liegt: Hast du einfach ein schlechtes Menschenbild, bist ein Kontrollfreak oder geben sie dir wirklich objektive Gründe dafür?

Aus meiner Erfahrung tuen motivierte Mitarbeiter, denen Freiheit und Vertrauen entgegengebracht wird alles, um diesem gerecht zu werden. Wenn dies nicht passiert, hat dies oftmals andere Gründe: Mitarbeiter sind nicht motiviert oder nicht fähig, ihren Job auszuführen. Hier hilft auch Kontrolle nicht.

Darüber hinaus sei gesagt, dass man Mitarbeiter auch im Büro nicht kontrollieren kann. Dafür müsste man ihnen immer und zu jeder Zeit über die Schulter schauen. Arbeitgeber, die Homeoffice aus Angst vor Kontrollverlust nicht mögen, unterliegen aus meiner Sicht immer einer Kontrollillusion.

2. Ganz oder garnicht

Arbeitgeber müssen sich bewusst sein, dass Homeoffice oder Remote Work im Prinzip ganz oder gar nicht eingeführt werden kann. Nichts ist schlimmer, als wenn das halbe Team im Büro sitzt und die andere Hälfte verteilt.

In dem Moment, wo ein Teammitglied nicht vor Ort ist, sollten alle anderen so arbeiten, als säßen sie ebenfalls verteilt. Andernfalls leidet die Kommunikation zwangsläufig und die Remote-Mitarbeiter fühlen sich ausgegrenzt.

Abgesehen davon kann es schnell als unfair angesehen werden, wenn ein Mitarbeiter zu Hause arbeiten darf und ein anderer mit dergleichen Stellenbeschreibung nicht.

3. Höhere Komplexität

Die Logistik und der IT-Betrieb sind mitunter aufwendiger, wenn Mitarbeiter an verschiedenen Orten sitzen.

Wenn gar verschiedene Länder dazu kommen und Arbeitsverträge und Gehaltsmodelle nach den Gesetzen verschiedener Länder angepasst werden müssen, ist dies eine weitere Komplikation.

Herausforderungen für Arbeitnehmer

Wie wir gesehen haben, hat Remote Work auch für Arbeitnehmer viele Vorteile. Dennoch gibt es auch eine Reihe von Herausforderungen, derer man sich bewusst sein sollte.

1. Gefahr von Bewegungsmangel

Wenn du plötzlich aus dem Bett heraus arbeiten kannst und der Arbeitsweg wegfällt, ist das erst mal cool. Allerdings kommt damit das Problem auf dich zu, dass du dich nicht mehr genug bewegst.

Auf dem Weg zur Arbeit und im Büro legt man noch einiges an Schritten zurück. Wenn ich aber den ganzen Tag zu Hause bin und keinen Sport mache und nicht rausgehe, bekomme ich einfach viel zu wenig Bewegung.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Kühlschrank immer in der Nähe ist.

2. Isolation und fehlende soziale Kontake

Je nachdem, wie deine Bedürfnisse sind und wie ihr im Unternehmen die Kommunikation handhabt kann sich mitunter auch ein Gefühl der Isolation breit machen, wenn du den ganzen Tag im Homeoffice sitzt, ohne regelmäßigen Austausch mit deinen Kollegen zu pflegen.

Im Homeoffice fehlen die Unterhaltungen in der Kaffeeküche und beim Mittagessen.

In Remote-Work-Umgebungen solltet ihr versuchen, das soziale Miteinander durch andere Praktiken zu stärken. Hierzu zählen Check-ins am Anfang eines jeden Meetings, regelmäßige 1-on-1s mit Teamkollegen aber auch ein “Meeting” nur für Kaffeeklatsch, 30 Minuten, jeden Morgen, kann helfen.

3. Schwierigkeiten richtige abzuschalten

Solange die Arbeit endet, wenn du das Büro verlässt, ist es einfach, eine klare Grenze zwischen Beruf und Privatleben zu ziehen. Wenn du aber im Privatumfeld, in deiner Küche oder im Wohnzimmer arbeitest und eventuell sogar den gleichen Laptop privat als auch beruflich nutzt, verschwimmen die Grenzen.

Hier ist Disziplin gefragt, wirklich strikt alle beruflichen Programme und Benachrichtigungen nach Feierabend auch mal abzuschalten und sich ganz auf den Partner, die Partnerin, die Familie oder einfach die eigenen persönlichen Belange zu konzentrieren.

4. Fehlende Routinen

Zu einer festen Zeit im Büro zu sein, und das idealerweise geduscht und mit Klamotten, gibt dem Tag eine gewisse Struktur.

Im Homeoffice kann das anders aussehen: Länger schlafen, Laptop aufklappen, losarbeiten. Klingt erst mal cool und ist manchmal auch okay. Wenn du aber regelmäßig das Duschen und Zähneputzen vergisst und im Alltag keine Zeit für Sport und Erholung vorsiehst, betreibst du Raubbau an deinem eigenen Körper.

Überlege dir also gleich zu Beginn deiner Remote-Tätigkeit, wie dein Alltag aussehen soll und welche Routinen du wann durchführst. Mir hilft eine Morgenroutine dabei, in den Tag zu starten und eine ausreichende Struktur zu haben.

Remote Work einführen: ein paar Ideen für dein Unternehmen

Du fragst dich jetzt vielleicht, wie du ortsunabhängiges Arbeiten in deinem Unternehmen promoten kannst und wie das ganze Unterfangen zu einem Erfolg wird.

Nachfolgend habe ich einige Tipps zusammengetragen, die dir helfen können:

1. Ganz oder garnicht

Remote Work sollte aus meiner Sicht niemals nur für einzelne Personen eingeführt werden. Egal was die Motivation dahinter ist, es geht nie wirklich gut.

Richtiges ortsunabhängig Arbeiten ist mehr als nur unerreichbar im Homeoffice zu sitzen. Es kann nur funktionieren, wenn die Kommunikation weiterhin reibungslos funktioniert. Und solange nur einige wenige Personen nicht im Büro sitzen, ist garantiert, dass ein Großteil der Kommunikation im Büro stattfindet und wichtige Informationen verloren gehen.

Sobald eine Person im Team im Homeoffice arbeitet, sollten alle anderen so arbeiten, als wären sie ebenfalls verteilt. Das bedeutet für Meetings: Jeder bleibt an seinem Platz und hat ein eigenes Headset und eine Webcam. Meetingräume sind Tabu.

Nichts ist schlimmer als ein Meeting vor Ort, bei dem einzelne Personen via Videoanruf dazu geschaltet werden. Eine gleichberechtigte Kommunikation auf Augenhöhe wird unmöglich.

2. Tools sind das A und O

Remote Work bring erhebliche Herausforderungen für die Kommunikation mit. Sei es das “einfach miteinander sprechen” oder das Skizzieren von Ideen an Whiteboards. Unbestritten sind diese Dinge im Büro manchmal einfacher.

Mit den richtigen Tools kann man die wahrgenommene Distanz aber spürbar verkleinern und die Nachteile gut ausgleichen. Daher sollten sich Unternehmer, die eine Remote Kultur anstreben, nicht vor Investitionen in Tools scheuen.

3. In Meetings: Kamera immer an

Es ist verlockend, die Kamera in Meetings ausgeschaltet zu lassen. Sei es, weil man gerade auf der Couch rumlümmelt, nicht aufgeräumt hat oder nebenbei abgelenkt ist. Dennoch ist das ein riesiger Fehler.

Ohne Kamera geht der visuelle Kanal und damit viele Informationen verloren. Lacht mein Kollege? Schaut die Kollegin überrascht? Kleine visuelle Feedbacks helfen uns, die Lage besser zu deuten und unsere Kommunikation so anzupassen, dass niemand abgehängt wird.

Darüber hinaus stärkt es das Gemeinsamkeitsgefühl und zwingt einen zu etwas mehr Selbstdisziplin.

4. Kommunikation vollständig digital

In Anknüpfung an den “Ganz oder garnicht”-Tipp möchte ich euch raten, alle Kommunikation digital und wenn nötig persistiert zu haben.

Das Schöne daran, Diskussionen später noch mal nachlesen zu können oder eine Videoaufzeichnung eines Meetings zu sehen ist, dass Informationen nicht verloren gehen und auch neue Kollegen noch aus der Vergangenheit lernen können.

Wir zeichnen spannende Meetings oft für später auf. Das ist besonders dann praktisch, wenn eine Kollegin oder ein Kollege gerade krank oder im Urlaub ist.

5. Mitarbeiter für Remote Work schulen

Egal ob du Unternehmer oder Angestellter bist: Wenn ihr in deinem Unternehmen vorhabt, ortsunabhängiges Arbeiten oder Homeoffice einzuführen oder euch in diesem Bereich zu verbessern, so sind Schulungen für Mitarbeiter sehr wichtig.

Die richtigen Tools sind wichtig, aber wichtiger ist, dass alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ein gutes Verständnis für die neue Arbeitsweise und die resultierenden Konsequenzen haben und alle mit den angebotenen Tools umgehen können.

Du möchtest Remote Work in deinem Unternehmen einführen, ausbauen oder verbessern?

Ich biete Coachings im Bereich Remote Culture, ortsunabhängiges Arbeiten und Digitalisierung an. Interessiert? Dann vereinbare hier einen Termin mit mir für einen unverbindlichen und kostenlosen Austausch!

Fazit: Remote Work – Das geht nicht wieder weg!

Manch ein Unternehmer denkt vielleicht noch, er oder sie könne die Corona-Situation einfach aussitzen und dann wieder zurück zur Normalität kehren. Das glaube ich nicht.

Remote Work ist das neue Normal!

Arbeitnehmer weltweit haben nun die Vorteile dieser Arbeitsweise kennen und schätzen gelernt und wollen diese nicht wieder einbüßen. Arbeitgeber, die kein Homeoffice zulassen, werden es zukünftig schwer haben, neue Mitarbeiter zu finden.

War es vor nicht allzu langer Zeit noch so, dass sich Arbeitnehmer rechtfertigen mussten, wenn sie mehr zu Hause arbeiten wollten, so hat sich das Blatt in 2020 gewendet: Arbeitgeber werden sich zukünftig dem Zwang ausgesetzt sehen, ihre Remote-Work-Verweigerung zu rechtfertigen.

Wie läuft die Homeoffice-Arbeit in deinem Unternehmen? Verbesserungsbedürftig? Verabrede dich für einen unverbindlichen Austausch mit mir!

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