Aktienkauf: Intel Corporation

Am 10.08.2017 habe ich nach eine längeren Pause mal wieder eine neue Aktie in mein Depot gelegt.

Dieses mal ist es der allseits bekannte US-Konzern Intel (WKN: 855681, ISIN: US4581401001) geworden.

Ich habe 64 Anteile zu je 31,025€ gekauft. Insgesamt habe ich 1.992,10€ ausgegeben, da mich der Kauf bei OnVista* als Broker nochmal 6,50€ gekostet hat (Ordergebühren).

Warum Intel?

Etwas Geschichte

Die Firma Intel ist vermutlich jedem ein Begriff. Sie existiert seit 1968 und stellt Prozessoren für PCs, Laptops und andere Geräte her, ohne die wir heute nicht mehr leben könnten.

Aber das ist nicht alles. Was viele nicht wissen: Intel ist auch im Software-Bereich nicht untätig. So gehören zum Beispiel der Antivirus-Spezialist McAffee und Wind River, ein Hersteller für Software für eingebettete Systeme zum Portfolio.

Heute stellt Intel nicht mehr nur Prozessoren her, sondern auch noch eine ganze andere Reihe von Chips, z.B. für verschiedene Funktechnologien, Netzwerk-Kommunikation und zur Speicherung her.

Blick in die Zukunft

Intels größtes Problem waren die rückläufigen Verkäufe von Desktop-PCs, Laptops und großen Servern. Das Unternehmen war relativ stark von diesen Sparten abhängig.

Das hat sich aber mittlerweile ein Stück geändert und wird sich auch in Zukunft noch weiter ändern.

Das Unternehmen fokussiert sich mit seinen Produkten und Lösungen jetzt auch verstärkt auf Themen wie Big Data, Internet of Things und autonome Systeme / autonomes Fahren.

So entwickelt Intel zum Beispiel SSDs, die speziell auf die Anforderungen von Big Data Anwendungen zugeschnitten sind.

Außerdem wird Intel auch von der Vernetzung verschiedener Dinge im Haushalt, in Fabriken oder sonstwo profitieren.

Darüber hinaus ist Intel gerade dabei, sich Mobileye einzuverleiben, ein Unternehmen, das Fahrerassistenzsysteme herstellt, die in Autos verschiedener Marken zum Einsatz kommen (u.A. BMW, Hyundai, Opel).

Intel hat bereits angekündigt, dass man mehr als 100 autonome Fahrzeuge zu Testzwecken in den USA, Europa und Israel herstellen wird, welche die Lösungen im Bereich Computer Vision und autonomes Fahren von Mobileye und die Prozessoren und Cloud-Lösungen von Intel einsetzen.

Insgesamt finde ich, das Intel auf einem guten Weg ist und daher auch in Zukunft profitabel sein wird.

Die Konkurrenz

Zu den Konkurrenten zählen unter anderem AMD, NVIDIA und QUALCOMM.

Ich habe mir alle drei Unternehmen und ihre Aktien grob angesehen. Keine konnte mich im Moment wirklich überzeugen.

  • AMD macht gegenwärtig Verluste,
  • NVIDIA ist extrem gehypted und gemessen am KGV mehr als doppelt so teuer wie Intel
  • und QUALCOMM zahlt meines Erachtens eine zu hohe Dividende, da etwa 71% der Gewinne ausgeschüttet werden.

Aus diesen und anderen Gründen habe ich Intel vorgezogen.

Fakten

Pro Jahr schüttet Intel 1,09 US-Dollar pro Aktie aus. Die Ausschüttung erfolgt quartalsweise.

Gemessen an meinem Einstandskurs beträgt die Dividendenrendite etwa 2,99% und bringt mir jährliche Dividendeneinnahmen von 69,79 US-Dollar.

Ich freue mich besonders über diese Rendite, da Intel nur 36% des Gewinns ausschüttet. Es ist also noch Luft nach oben. Entweder zum Steigern der Dividende oder zum Reinvestieren oder für beides. Bereits seit 25 Jahren wird eine Dividende ausgeschüttet.

Das KGV liegt momentan etwa bei 13,2. Das find ich für diese Branche sehr günstig.

Die Eigenkapitalquote liegt mit gut 58% auch in einem vernünftigen Bereich.

Anmerkungen zum Broker

Intel ist meine erste Aktie im OnVista-Depot und somit auch die erste Nicht-Sparplan-Ausführung, die ich bei OnVista gemacht habe.

Ich finde das Web-Frontend der OnVista Bank noch immer extrem unübersichtlich und schlecht zu bedienen. Ich habe dies bereits in meinem Artikel zum Broker- und ETF-Wechsel thematisiert.

Aber es hat dennoch geklappt und die Ordergebühren sind noch mal ein gutes Stück (etwa 3,5-4€) niedriger als bei der Consorsbank*. Ich habe meine Order als Limit-Ordner bei der Commerzbank platziert und sie wurde auch sofort ausgeführt.

Allerdings überlege ich bereits, ob ich Aktienkäufe in der Zukunft wieder bei der Consorsbank ausführe. Die Oberfläche gefällt mir einfach deutlich besser und ich fühle mich da wesentlich wohler. Und der Preisunterschied macht letztendlich gerade mal 0,2% des Preises aus.

Fazit

Mit Intel habe ich ein tolles neues Unternehmen in meinem Buy-and-Hold-Portfolio.

In Zukunft muss ich aber sehe, dass ich verstärkt in Nicht-Technologie-Unternehmen investiere. Amazon, Apple, Facebook und Intel sind zwar alle ganz toll, aber ich habe das Gefühl, dass etwas bodenständigere Unternehmen wie Lebensmittel-Hersteller oder Konsumgüter-Produzenten der Diversifikation meines Depots ganz gut täten.

In dieser Hinsicht beinhaltet meine Watchlist aber auch noch einige Kandidaten, die ich mir noch näher ansehen muss. Zum Beispiel:

  • Colgate-Palmolive
  • Kellogg
  • Procter & Gamble
  • General Mills

Aber auch Franchise-Unternhemen wie McDonald’s und Starbucks sind schon in der engeren Auswahl.

Und was war Dein letzter Aktienkauf? Wie ist Deine Meinung zu Intel?

7 Comments

  1. An sich ein guter Kauf und auf lange Sicht, wirst du es nicht bereuen. Die Mobileye Geschichte hast du ja schön erläutert, dazu kommen ab 2018 konkurrenzfähige Chips für LTE Funk und dessen Nachfolger, wo sie QCOM sicher Markanteile abnehmen werden. Im Gegenzug dazu macht momentan AMD Druck an der CPU Front. Wir werden sehen, wo das hinführt.

    Mir persönlich wäre die Dividendenzahlung und das Dividendenwachstum wichtiger und Intel hat da keinen guten Track Record, wie man so schön sagt. Und mit AAPL und MSFT bin ich schon gut dabei im Tech Sektor. Also kein INTL für mich 🙂 …

    CU Ingo.

    1. Was stört dich an der Dividendenhistorie von Intel? Dass das Dividendenwachstum in der jüngeren Vergangenheit nachgelassen hat?

      Ja das stört mich nicht wirklich. Ich finde es wichtiger, dass die Dividende einigermaßen stabil ist und sich das Unternehmen trotzdem nicht aufzehren muss. Gerade bei Technologie-Unternehmen finde ich es extrem wichtig, dass ein guter Teil der Gewinne auch in die Zukunft investiert wird, um mit dem Fortschritt mithalten zu können.

      Aber ich bin ja auch primär kein reiner Dividendenjäger. 😉

      Schöne Grüße
      Tobias

      1. Hab es grad mal in FastGraphs geprüft und sieht doch gar nicht so schlecht aus, wie ich es im Kopf hatte. Hatten halt um 2014 rum nen Knick drin im Dividendenwachstum, auch mal direkt keine Steigerung in dem Jahr. Und insgesamt halt stark abnehmend, ja.

        Für mich kommen nur Unternehmen in Frage (Ausnahmen bestätigen die Regel), die jedes Jahr ihre Dividende steigern. Das Portfolio soll insgesamt von allein durch Dividendenwachstum jedes Jahr mehr einbringen, als die Inflation aufzehrt.

        Das ist eines meiner übergeordnetes Investitionsziele.

        Aber wie gesagt, gute Kauf. INTC ist aktuell immer noch recht günstig.

        CU Ingo.

    1. Woran machst Du fest, dass Intel im Verhältnis günstig ist? Wenn man das KGV betrachtet, stimmt das. Ich vermute, dass das zum Einen daran liegt, das Intel gute Gewinne macht und es relativ wenige Phantasien für die Zukunft gibt, wie bei den kleineren Konkurrenten wie NVIDIA oder AMD.

      Intel ist also im Vergleich eher langweilig, etwa so wie Apple. Diese Unternehmen sind einfach da, sind profitabel und werden auch in Zukunft gut laufe. Aber man erwartet eben nicht, dass die Gewinne plötzlich durch die Decke gehen.

      Aber das ist nur Spekulation. 😉

      Viele Grüße
      Tobias

  2. Pingback: Aktienbewertung und Kauf McCormick & Co. – Der Finanzfisch

Kommentar verfassen