Mit dem Fahrrad durch Südfrankreich

Im Juni 2017 bin ich zusammen mit meinem Vater per Fahrrad durch die Provence und die Camargue gereist. Insgesamt haben wir dabei in 13 Tagen 852km Strecke und fast 7.000 Höhenmeter bewältigt.

Die Reise war für mich ein wirklich tolles Erlebnis. Teilweise am Rande der Belastungsgrenze aber die tollen Landschaften haben uns mehr als entschädigt.

Disclaimer: Der Artikel ist mit gut 2.800 Wörtern leider etwas ausgeartet, aber ich hoffe, dass die Bilder dafür entschädigen. 😉

Die Rahmenbedingungen

Budget und Art der Reise

Für uns stand das Radfahren und das hautnahe Erleben von Landschaft und Natur im Vordergrund dieser Reise. Die zweite Top-Priorität war gutes Essen.

Was die Unterkunft anging, so sind wir mit eigenem Zelt gereist und haben jede Nacht außer in der ersten gecampt. Damit waren die Übernachtungen unschlagbar günstig (später mehr).

Die Ersparnisse haben wir dann aber ohne Reue in dem einen oder anderen Restaurant gelassen.

Inklusive Verpflegung, Unterkunft, An- und Abreise und Sonstigem haben wir knapp 1.000€ pro Person in diesen zwei Wochen ausgegeben. Und das war es in jedem Fall wert.

Das Gepäck

Jeder von uns hatte Gepäcktaschen hinten und eine Lenkertasche vorne. Somit hatten wir die meiste Zeit etwa 20kg Gepäck pro Fahrrad dabei. Wir haben aber bei den Klamotten Gewicht gesparrt, da wir nur etwa drei Garnituren (größtenteils Funktionskleidung) mit hatten, die wir täglich waschen konnten.

Außerdem hatten wir neben unseren Sandalen keine Schuhe mit und auch sonst war unser Gepäck auf das Nötigste reduziert. Rückblickend hätten wir sogar noch weniger Klamotten gebraucht.

Das Wetter

Während der gesamten Tour hatten wir traumhaftes Wetter. Fast nur Sonne. Meistens so zwischen 33 und 36 Grad im Schatten. Wobei die Angabe der Temperatur im Schatten irrelevant ist. Die meiste Zeit saßen wir schließlich in der prallen Sonne auf dem Rad. Mein Fahrrad-Tacho zeigte zeitweise Temperaturen bis 52 Grad an.

Es war also richtig heiß, aber ich mag das. Und nach einem Tag hatte ich mich auch relativ gut daran gewöhnt und mich mit der irrsinnigen Hitze „abgefunden“. 😉

Lediglich an den letzten drei Tagen gab es nachts heftige Gewitter und Regenschauer, so dass sich die Temperaturen auf frostige 22 Grad abgekühlt hatten. Insgesamt konnten wir aber über das Wetter wirklich nicht meckern.

Die Anreise

Unsere Anreise erfolgte per Bahn und Bus. Mit dem eigenen Rad im Flugzeug ist es eher schwierig und außerdem ist die Kombination aus Bahn* und Flixbus* unschlagbar günstig.

Wir sind also im RE nach Hamburg gefahren und dort in den Nachtbus nach Paris gestiegen. Auf dem ersten Teil der Bus-Strecke hatten wir leider eine etwas nervige Gruppe neben uns, aber ab Münster wurde es dann ruhiger, so dass wir wenigstens etwas schlafen konnten.

In Paris hatten wir tagsüber einen längeren Aufenthalt, bevor wir dann in den TGV nach Avignon gestiegen sind. Wir haben das Gepäck im Gare du Lyon eingeschlossen und Paris mit dem Fahrrad unsicher gemacht.

Am Abend haben wir dann unsere Absteige in Avignon erreicht. Ein Billighotel, das man schon fast nicht Hotel nennen konnte. Aber egal. Wir waren müde von der Reise und am nächsten Tag sollte es ohnehin weiter gehen.

Tag 1: Von Avignon nach Malemort-Du-Comtat

Noch vor dem Frühstück haben wir Avignon mit dem Plan verlassen, uns unterwegs ein paar Croissants oder ähnliches zu besorgen. Leider haben wir es versäumt, uns etwas vernünftiges für den Tag mit zu nehmen und so fiel die Verpflegung tagsüber mit einer tüte sauren Würmchen recht mager aus.

Wir sind irgendwo durch die Walachei gefahren, wo es weder Restaurants noch Läden gab, oder wenn doch, diese geschlossen hatten. Denn schließlich war es Sonntag.

Wenig Verpflegung zu haben, ist ja nicht so schlimm. Aber bei einer Strecke von knapp 70km und circa 1.000hm in diesen Temperaturen wurden irgendwann unserer Wasservorräte knapp und so konnten wir zwischendurch nicht so viel trinken, wie wir gerne wollten…

…bis wir am Rande unseres Weges eine Quelle entdeckt haben. Ich wusste gar nicht, wie lecker Wasser sein kann. Wir haben literweise Wasser vor Ort getrunken, unsere Flaschen gefüllt und unsere T-Shirts zur Abkühlung ebenfalls nass gemacht. Diese waren bereits nach ca. 15-30 Minuten wieder trocken, aber wir hatten neuen Lebensgeist und haben den Rest der Strecke geschafft.

Der Campingplatz in Malemort-du-Comtat hatte sogar einen Pool und so haben wir uns am Nachmittag erst mal im und dann am Pool ausgeruht und Abends das Menü im Campingplatz-Restaurant verspeist.

Der erste Tag war sehr anstrengend, aber hat unter anderem auch deshalb viel Spaß gebracht. Als Schreibtischtäter ist eine Radtour genau die richtige Art Urlaub: Entspannung für den Kopf und Arbeit für den Körper.

Tag 2: Von Malemort-du-Comtat nach Sault

An Tag 2 stehen nur ca. 45km und 900hm auf dem Plan. Bereits um kurz nach 9 hatten wir wieder 36 Grad im Schatten und noch bevor die Tour richtig los gehen konnte, hatte mein Vater seinen ersten Platten (von insgesamt drei auf der Reise).

Wir hatten aber natürlich alles mit, um den Schlauch zu wechseln. Leider war sein Ersatzschlauch bereits geflickt, was uns später zum Verhängnis werden sollte.

Nach der Panne ging es weiter entlang der Gorge de la Nesque (Schlucht). Hier ging es über eine Strecke von 21km konsequent bergauf. Gelegentlich wurden wir von Rennradfahrern überholt, die uns für wahnsinnig erklärt haben, mit je ca. 20kg Gepäck und bei diesen Temperaturen solche Strecken zu fahren.

Das haben wir alles schon hinter uns.
Das haben wir alles schon hinter uns.

Am höchsten Punkt trafen wir einen älteren Rennradfahrer, der witzelte, dass er sich auch manchmal einen Sack Zement auf den Rücken schnallt, wenn ihm die Strecke zu langweilig wird. 😉

Beeindruckende Natur am höchsten Punkt des Tages, kurz vor einer langen langen Abfahrt.
Beeindruckende Natur am höchsten Punkt des Tages, kurz vor einer langen langen Abfahrt.

Das Gute an dem langen Aufstieg war die lange Abfahrt danach. In Sault angekommen haben wir uns erst mal im Supermarkt, mit Wein, Wurst, Käse, Oliven und einem Baguette eingedeckt. Abendessen gesichert.

Zünftiges Abendessen auf dem Wald-Campingplatz in Sault
Zünftiges Abendessen auf dem Wald-Campingplatz in Sault

Tag 3: Von Sault nach Apt

In Sault hatten wir die Wahl, eine Tagestour ohne Gepäck auf den Mont Ventoux zu machen oder direkt weiter nach Apt zu fahren. Angesichts der anstrengenden ersten zwei Tage haben wir uns aber gegen den Mont Ventoux entschieden, da diese Etappe nochmal 60km und über 1.600hm bedeutet hätte.

Also machten wir uns direkt auf nach Apt, was zunächst auch eine schöne Strecke war. Auf asphaltierten Straßen durch die Natur, wenig Verkehr, tolle Aussichten.

Nach einer tollen kilometerlangen Abfahrt sagt die komoot-App* „jetzt rechts abbiegen“. Das Problem: Da war nix. Okay, mit viel Phantasie ein Trampelpfad.

Nach dem Studieren der Karte kamen wir zu dem Schluss, dass wir entweder diesen Pfad nehmen oder die Abfahrt wieder hinauf fahren müssten. Naja so schlimm sieht es ja gar nicht aus. Also rauf auf den Trampelfad. Da geht es immerhin bergab und Richtung Ziel.

Nach wenigen Minuten wich der Pfad einem Weg aus Schottern und Geröll. Wir mussten größtenteils schieben. Bis wir nach ca. 30 Minuten plötzlich …

Tolle Aussicht, aber kein Weg mehr.
Tolle Aussicht, aber kein Weg mehr.

… an einem Abhang standen. Tolle Aussicht, aber es ließ sich beim besten Willen kein Weg mehr erkenne. Laut komoot soll es hier irgendwo weiter gehen. Nur wo? Der Abhang war durch Auffang-Netze für Gerölllawine gesichert. Mit Sicherheit kein Weg, den wir mit dem Fahrrad nehmen könnten. Schließlich hatten wir Trekkingräder mit Gepäck und keine Mountain Bikes. Und wenn wir weiter unten fest stecken, gäbe es mit Rädern und Gepäck sicher keinen Weg zurück. Also wieder den Geröllweg bergauf? Erst mal Pause machen.

Während der Pause ging ich auf Erkundungstour und ich habe hinter einem Gebüsch entdeckt, dass unser bisheriger „Weg“ doch noch weiter ging. Ungewiss, wohin uns dieser Weg führen würde, haben wir uns dennoch dafür entschlossen und etwa 1,5 Stunden lang diesen Geröllweg hinab geschoben, bis wir schließlich wieder Asphalt unter den Füßen hatten.

Es ging weiter zu den Les Ocres …

… und vorbei an farbenprächtigen Lavendel-Feldern.

Trotz all der Anstrengung und dem zum Teil schon fast lebensgefährlichen Abstieg zuvor haben wir es uns nicht nehmen lassen, die Landschaft und das Wetter zu genießen.

Weiter ging es nach Roussillion, wo wir uns erst mal mit leckerem hausgemachten Eis belohnt und die Stadt angesehen haben.

Weinranken an der Fazade eines Restaurants in Roussillion.
Weinranken an der Fazade eines Restaurants in Roussillion.

In Apt angekommen gab es auf dem Camping-Platz leckere Paella und das ein oder andere Bier. Nach fast 70km und dieser Strecke genau das Richtige.

Tag 4: Über Reillanne nach Forcecalquier

Es ging los auf einer ehemaligen Bahnstrecke, die jetzt als Radweg vollständig asphaltiert war. So etwas gibt es in Frankreich öfter: Breite asphaltierte Wege mit wenig Steigung, die nur für Radfahrer gedacht sind. Eine tolle Abwechslung und so haben wir die 65km an diesem Tag bereits am Vormittag zurückgelegt und konnten den Nachmittag im und am Pool verbringen.

So ein entspannter Tag ist auch mal eine schöne Abwechslung!

Tag 5: Von Forcecalquier nach St. Croix du Verdon

Unser nächstes Ziel war St. Croix du Verdon am Lac St. Croix du Verdon, einem herrlichen Bergsee mit traumhaft klarem blau-türkisem Wasser.

Unsere Route führte und durch viele schöne Lavendel- und Sonnenblumenfelder und überall lag ein herrlicher Duft in der Luft. Einer der Vorteile, wenn man mit dem Rad unterwegs ist: Man nimmt alle Umwelteindrücke einfach viel besser wahr.

So eine Farbenpracht und so einen intensiven Duft nach den verschiedensten Kräutern und Blumen habe ich noch nie erlebt. Einfach toll!

Dank eines "kleinen" Umwegs sind wir am Lac St. Croix Du Verdon entlang gefahren und konnten traumhafte Bilder machen.
Dank eines „kleinen“ Umwegs sind wir am Lac St. Croix Du Verdon entlang gefahren und konnten traumhafte Bilder machen.

Etwa 80km sind es heute geworden. Dafür haben wir uns Abends mit einer sagenhaften Grillplatte und riesigem Nachtisch belohnt.

Tag 6: weiter nach Cabrièr d’Aigue

Da unser Campingplatz direkt am See lag, sind wir morgens erst mal in das erfrischend klare Wasser gesprungen. Danach haben wir uns auf den Weg gemacht und sind die Serpentinen wieder hinauf gefahren bis etwa zu dem Punkt, wo die gestrigen Bilder entstanden sind.

Dort haben wir uns einen Kaffee gekocht und das Frühstück bei traumhafter Aussicht auf den See und die Berge genossen.

Unterwegs gab es wieder viele Lavendelfelder und ein paar Sonnenblumen.

Heute wehte ein heißer Wind, meistens von vorne. Und so war die Tour sehr anstrengend. Dafür haben wir aber wieder an einem See kampiert und konnten uns abends noch schön abkühlen. Im überteuerten Supermarkt am Campingplatz haben wir uns wieder mal ein Abendessen nach Do-It-Yourself-Art zusammengestellt.

Tag 7: Von Cabrièr d’Aigue nach Cavaillon

Nach Cavaillon waren es heute nur 47km und es ging viel bergab. Mit Spitzengeschwindigkeiten von 59,5 km/h fährt es sich doch ganz angenehm.

Die Vorfreude auf das Mittelmeer ist in den letzten Tage immer größer geworden und Cavaillon sollte die letzte Station vor dem Mittelmeer werden. In Cavaillon haben wir erst mal einen Ausflug zum Supermarkt gemacht und uns wieder mit einem rustikalen Abendbrot eingedeckt. Außerdem haben wir im Decathlon nebenan einen neuen Schlauch für meinen Vater gekauft, der bereits zum zweiten Mal auf dieser Reise einen Platten hatte. Der Grund: Durch die enormen Temperaturen ist der Kleber unter dem Flicken wieder flüssig geworden, weshalb sich dieser gelöst hatte.

Tag 8: Über Arles in die Camargue und nach Les Stes. Maries de la Mer

Eigentlich war heute nur eine Tour nach Arles geplant. Aber nachdem wir dort schon Mittags waren und gerne ans Meer wollten, haben wir dort nur zu Mittag gegessen, ein paar Fotos gemacht und sind weiter ans Mittelmeer gedüst.

Zwischenstop in Arles
Zwischenstop in Arles
Zwischenstop in Arles
Zwischenstop in Arles

Die Camargue hat mich mit ihrer einzigartigen Natur sehr beeindruckt. Mit den unendlichen Weiten und der schönen Natur haben mich sowohl Teile der Camargue als auch ein Teil der Provence sehr an Südafrika erinnert.

Ich habe meine Kamera auf dieser Tour in die Lenkertasche gepackt, um sie schnell griffbereit zu haben, da es hier viele Tiere zu sehen gibt.

Insgesamt sind es heute 107km geworden, aber dafür fast keine Steigung.

Tag 9: Pause

Für heute haben wir nur eine Bootstour auf der kleinen Rhone geplant und wollen uns sonst nur etwas die Gegend ansehen. Es war sehr windig und hat kurzzeitig sogar etwas genieselt.

Auch wenn die Landschaft um Les Stes. Maries de la Mer sehr schön ist, ist das Dorf selber für Menschen die auf gutes Essen stehen, nicht sehr zu empfehlen. Wir haben über eine Stunde gesucht, um ein Restaurant zu finden, dass nicht total touristisch ist und es letztendlich aufgegeben. Unzählige Restaurants mit fast identischen Karten. Kulinarisch eher ein Flop.

Das Essen war dann aber doch ganz okay.

Tag 10: Über Aigues-Mortes und Nimes zum Pont du Gard

Nach Aigues-Mortes ging es wie im Flug. Bereits um 10:30 Uhr haben wir die 30km dorthin zurück gelegt. Und so beschlossen wir, nach einem Streifzug durch die komplett von einer Stadtmauer umgebenen Stadt weiter zum Pont du Gard zu fahren.

Durch die vielen Stadttore gelangt man in das Innere.
Durch die vielen Stadttore gelangt man in das Innere.
Diese Mauern finde ich echt sehr beeindruckend.
Diese Mauern finde ich echt sehr beeindruckend.

Nach einer kleinen Stärkung ging es dann zunächst weiter Richtung Nimes, wo wir mal wieder römische Bauwerke bestaunen durften.

Die Arena von Nimes ist auch ein sehr beeindruckendes Bauwerk. Wenn nur diese neumodischen Absperrungen nicht wären.
Die Arena von Nimes ist auch ein sehr beeindruckendes Bauwerk. Wenn nur diese neumodischen Absperrungen nicht wären.
Die Maison Carrée zählt zu den am besten erhaltenen Tempelbauten des Römischen Reiches.
Die Maison Carrée zählt zu den am besten erhaltenen Tempelbauten des Römischen Reiches.
Vor der Kathedrale in Nimes hatte mein Vater seinen dritten und letzten Platten auf dieser Tour.
Vor der Kathedrale in Nimes hatte mein Vater seinen dritten und letzten Platten auf dieser Tour.

In Nimes hat sich (wieder mal), der Flicken wegen der Affenhitze abgelöst. Diesmal hatten wir zum Glück den neuen Decathlon-Schlauch dabei und so durfte der alte Schlauch endlich ungeflickt in die Tonne wandern.

Und schließlich ging es weiter zum Pont du Gard. Unterwegs haben wir noch ein paar Aprikosenbäume geplündert. Einfach lecker!

Nach 104km haben wir dann den Campingplatz erreicht, wo man uns auch gleich einen Tipp gab, wie man ohne Eintritt zu bezahlen, zum Pont du Gard gelangen konnte. Aber das haben wir uns für den nächsten Tag aufgehoben.

Abends haben wir es uns in dem Restaurant, das zum Campingplatz gehört, gut gehen lassen. Das Essen war wirklich erstklassig und so haben wir dort Vorspeise, Hauptspeise, Nachtisch und Cocktails genossen. Insgesamt ein toller Tag.

Nachts gab es ein atemberaubendes Gewitter direkt über uns und Sintflutartige Regenfälle. Aber am nächsten Tag war alles wieder gut.

Tag 11: Vom Pont du Gard nach Bourg-Saint-Andéol

Der Pont du Gard hat mich wirklich fasziniert. Er war früher Teil eines 50km langen Aquädukts, das die Römer mit unglaublicher Präzision gebaut haben um Trinkwasser von der Quelle nach Nimes zu führen. Macht ein Gefälle von 34cm pro Kilometer. Und das ganz ohne Wasserwaage und Laser-Messgerät.

Für das Bild habe ich mir zwar eine nasse Hose geholt, aber bei diesem Wetter ist das auch egal.
Für das Bild habe ich mir zwar eine nasse Hose geholt, aber bei diesem Wetter ist das auch egal.
Dies ist vermutlich eines meiner Lieblingsbilder von dieser Reise.
Dies ist vermutlich eines meiner Lieblingsbilder von dieser Reise.

In Bourg-Saint-Andéol haben wir auf einem schönen Campingplatz mit Pool übernachtet, deren Besitzer sich sogar noch an meinen Vater erinnern konnte, der hier bereits im Vorjahr kampiert hatte.

Dort haben wir Abends ein überaus preiswertes Menü genossen und mussten uns so keine Gedanken um die abendliche Verpflegung machen.

Tag 12: Rundtour

Heute haben wir nur eine Rundtour ohne Gepäck gemacht. Da wir zuvor einige Etappen zusammengelegt haben, hatten wir noch genug Zeit um die Gegend zu erkunden, bevor wir wieder in Avignon sein mussten.

Wir sind also Teile des wunderschönen Rhone-Radwegs entlang gefahren und haben einfach die Landschaft und das Wetter genossen, bevor es am nächsten Tag nach Avignon gehen sollte.

Schöne Bauwerke in Grignian
Schöne Bauwerke in Grignian

Immerhin 76km sind es aber trotzdem geworden.

Tag 13: Endspurt nach Avignon

Am letzten Tag der Tour ging es wieder größtenteils auf dem Rhone-Radweg weiter und so erreichten wir Avignon schon am frühen Nachmittag. Nach einem Kaffee und einem Eis habe ich mich erst mal in die Sonne gepackt und ausgeruht.

Unser Campingplatz lag fußläufig 5 Minuten von Avignon entfernt und so sind wir am Abend in die Stadt gelaufen und haben uns ein nettes Restaurant für ein tolles Abschiedsessen ausgesucht.

Rückreise

Am nächsten Tag ging es gegen Mittag mit dem TGV nach Paris, wo wir ersteinmal die Flixbus-Station finden mussten.

Dann haben wir uns die Wartezeit abends mit Burgern und Cocktails in einer Bar in Paris vertrieben, bis der Nachtbus nach Hamburg mit etwa einer Stunde Verspätung losfuhr.

Kurz nach 10 am Sonntag Morgen sind wir dann, bei (natürlich) regnerischem Wetter, in Hamburg angekommen. Kälteschock!

Anmerkungen zu den Kosten

Frankreich ist allgemein, was Restaurant-Besuche und Lebensmittel angeht, relativ teuer. Allerdings scheint man in Frankreich mehr als in Deutschland gutes Essen zu schätzen und ist auch bereit, einen angemessenen Preis zu zahlen.

In den meisten Fällen haben wir für den Preis aber auch eine mehr als zufrieden stellende Gegenleistung erhalten und im Urlaub schaue ich ja eh nicht auf den letzten Cent.

Das Tolle an diesem Urlaub ist aber, dass er sich auch in viel günstiger reproduzieren ließe. Die Erlebnisse auf den Touren würden nicht darunter leiden, wenn man am Abend auf eine günstige Selbstverpflegung zurück greifen würde. Dies haben wir aus Bequemlichkeit und Laune aber nur manchmal gemacht.

Fazit

Diese Radtour hat mir sehr viel Spaß gebracht und wird bestimmt nicht die letzte Reise dieser Art sein. Dank Camping ist die Übernachtung eigentlich immer sagenhaft günstig und wenn man will, kann man also einen sehr günstigen Urlaub machen und trotzdem viel erleben.

Bei uns sind die Ersparnisse bei der Unterkunft (hat uns insgesamt nicht mal 200€ p.P. gekostet) größtenteils in gutes Essen geflossen, aber wir waren uns einig, dass sich das gelohnt hat. Insgesamt bereue ich jedenfalls keinen Cent und denke gerne an diesen Urlaub zurück.

In sicheren Ländern mit einigermaßen guten Wetter werde ich in Zukunft öfter auf Camping zurück greifen. Die einmaligen Investitionen in eine gute Isomatte* und ein gutes Zelt haben wir ohnehin getätigt und ich schlafe im Zelt garantiert besser als auf einer weichen Matratze in einem Hotel. Und das man die Sterne sehen kann und viel frische Luft bekommt, ist auch noch ein Pluspunkt.

Auf dem Fahrrad hat man viel Zeit nachzudenken und so sind mir natürlich auch einige Ideen für Artikel gekommen, die ich vielleicht in der nächsten Zeit noch ausarbeiten werde.

Fährst Du auch so gerne Rad? Welche Strecken kannst Du empfehlen?

4 Comments

  1. Moin Tobias,
    klasse Bericht und affenstarke Fotos! Das eine vom Pont du Gard kannst du wahrscheinlich für Geld anbieten!
    Schade, dass du den Tipp wie man gratis „reinkommt“ für dich behalten hast. Wobei das für Fußgänger und Radfahrer doch eh kein großes Problem ist, oder? Dachte nur das Parken kostet dort etwas. Ich war letztes Jahr zum Einbruch der Dunkelheit dort. Mit der farbigen Beleuchtung ist es auch ein Erlebnis! Jedenfalls habe ich etwas abseits geparkt und so auch nichts bezahlt.

    Respekt aber auch für die sportliche Leistung in dem „Urlaub“. Ich bin ja auch recht sportlich unterwegs aber im Urlaub hab ich es gerne gemütlich

    Ich mag es auch wirklich gerne sehr warm aber tagelang in der prallen Sonne radeln würde ich persönlich zumindest hier unten in Frühjahr oder Herbst bei 20-25 Grad vorziehen.
    Das toppt dann immer noch (fast) jeden norddeutschen Sommer

    Fahrradflickenkleber werde ich in meinem nächsten Leben hoffentlich auch nicht!

    Beste Grüße aus Toulouse
    Vincent

    1. Moin Vincent, vielen Dank! Ja das eine Pont du Gard Foto ist auch eines meiner Lieblingsfotos von dieser Reise. 🙂

      Ich glaube, der ganze Trick um gratis rein zu kommen ist nur, nicht auf der Straße zum Pont du Gard zu fahren, sondern spätestens auf Höhe des Campingplatz-Eingangs links auf den Weg für Fußgänger und Radfahrer zu wechseln, da man dann am Ticket-Schalter vorbei kommt. Das ist wahrscheinlich sogar so gewollt, allerdings hat der Typ vom Campingplatz angedeutet, dass auf der anderen Strecke auch Radfahrer gerne zur Kasse gebeten werden (haben wir natürlich nicht ausprobiert) ;-).

      Zehn bis 15 Grad weniger hätten sicherlich auch gereicht, allerdings bin ich immer noch erstaunt, wie gut wir trotz der Hitze klar gekommen sind. Und Wäsche zu trocknen ist bei diesen Temperaturen auch kein Problem 🙂

      Schöne Grüße aus dem gerade mal nicht verregneten Lübeck
      Tobias

    1. Hallo Pascal,
      vielen Dank!

      Ich habe eine Canon EOS 70D und das Weitwinkel ist ein Sigma 10-20mm F4,0-5,6 EX DC HSM. Das nutze ich wirklich sehr gerne da sich diese ungewohnte Perspektive ergibt, die ich sehr mag. Für die Standardbrennweite habe ich ein Tamron 24-70mm F2,8.

      Viele Grüße
      Tobias

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