Immobilien in Portfolio Performance abbilden

Mit dem Kauf meiner ersten Immobilie im August entstand bei mir auch der Wunsch, diese sinnvoll in Portfolio Performance abzubilden. Über Portfolio Performance habe ich bereits eine ausführliche Serie geschrieben in der ich auf die wichtigsten Funktionen im Detail eingehe. Auch über die Verwaltung von Kryptowährungen in Portfolio Performance habe ich bereits geschrieben.

Bis heute fehlte aber noch ein Artikel zu Immobilien. Daher möchte ich in diesem Artikel beschreiben, auf welche Art ich Immobilien in Portfolio Performance abbilde und welche anderen Möglichkeiten es gibt. Da das Tool in erster Linie für Aktien und andere Wertpapiere gedacht ist, muss man etwas kreativ werden.

Immobilien in Portfolio Performance: Diese Möglichkeiten gibt es

Option 1: Ein Konto pro Immobilie

Der einfachste Weg ist vermutlich, einfach ein Konto für die Immobilie anzulegen. Hier verbucht man als Einlage den Wert (Kaufpreis abzüglich Kaufnebenkosten) der Immobilie und zieht den den Immobilienkredit ab. Die Kaufnebenkosten kann man als Gebühren verrechnen.

Mieteinnahmen würde man als Zinserträge oder Einlage erfassen, die Kreditzinsen als Zinsbelastung oder Entnahme. Rein mathematisch ist also alles da, was man zum Erfassen einer Immobilie braucht.

Theoretisch kann man auch mit einem Konto mehrere Immobilien und Kredite erfassen. Aber das ist natürlich nicht sehr übersichtlich:

  • Wie hoch ist nun der Kredit?
  • Was ist Tilgung, was sind Zinsen?
  • Was mache ich bei Wertveränderungen der Immobilie?

Insgesamt hat mich diese einfache Möglichkeit nicht zufrieden gestellt.

Option 2: Immobilien als Wertpapier erfassen

Nach einigen Überlegungen bin ich auf die Idee gekommen, meine Immobilie einfach als Wertpapier zu behandeln. Hierfür lege ich ein fiktives Wertpapier an, dessen Stückpreis dem Wert zum Kaufzeitpunkt entspricht. Der Immobilienkauf wird als Kauf einer Aktie abgebildet. Die Kaufnebenkosten sind einfach die Gebühren für den Kauf.

Bei dieser Möglichkeit benötige ich zudem noch ein Verrechnungskonto für Immobilien. Hier kann man entweder ein Konto für viele Immobilien oder ein Verrechnungskonto pro Immobilie anlegen.

Die Miete bilde ich in diesem Szenario einfach als Dividende ab. Wertänderungen der Immobilie kann ich einfach als neuen Kurs für das Wertpapier hinterlegen.

Option 3: Getrennte Konten für Kredit und Immobilie

Option 2 hat für mich viele Vorteile. Allerdings bleibt der Nachteil, dass ich die Höhe des Kredits nicht direkt sehen kann. Daher habe ich noch ein weiteres Konto für den Kredit angelegt.

Zu Beginn war das Darlehenskonto auf 0,00€. Dann habe ich das Darlehen auf das Immobilienkonto umgebucht. Somit ergibt sich auf dem Darlehenskonto ein Negativ-Betrag in Höhe des Darlehens. Tilgung und Zinsendienst sind einfache Umbuchungen vom Immobilienkonto auf das Kreditkonto. Mit Zinsbelastungen erfasse ich die monatlichen Zinszahlungen an die Bank.

Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass das Kreditkonto in Portfolio Performance immer exakt den gleichen Wert hat, wie das Konto bei der Bank. Außerdem ergibt sich so ein gesamtheitliches Bild der Vermögenssituation.

Zusammenfassung: So erfasse ich Immobilien in Portfolio Performance

Im Moment nutze ich eine Kombination aus Option 2 und 3. Die Immobilie habe ich als Wertpapier hinterlegt. Der Kredit hat sein eigenes Konto bekommen und es gibt ein Verechnungskonto „dazwischen“. Übrigens habe ich für Immobilien ein eigenes Depot angelegt. Nur so kann man ein eigenes Verrechnungskonto zuweisen.

Außerdem kann ich so in den Berichten in Portfolio Performance filtern um nur „echte“ Dividenden oder nur Mieten zu sehen.

Weitere Immobilien werde ich nach diesem Schema ebenfalls als neues Wertpapier erfassen. Weitere Kredite würden als neue Konten abgebildet werden.

1. Darlehen, 2. Kauf, danach regelmäßige Zahlungen (r).
1. Darlehen, 2. Kauf, danach regelmäßige Zahlungen (r).

Fazit

Immobilien in Portfolio Performance abzubilden ist gar nicht so schwierig. Mit der von mir vorgestellten Methode hat man einen relativ guten Überblick über die gesamte Finanzierungssituation.

Ich erhalte nicht nur eine Grafik über die monatlichen/jährlichen Mieteinnahmen sondern sehe auch die Höhe des Fremdkapitals, das ich aufgenommen habe und welches dem Wert der Immobilie entgegen steht. Gewinne sammeln sich auf dem Immobilien-Konto an und können von dort aus in andere Bereiche transferiert werden.

Auch wenn diese Lösung nicht unbedingt die einfachste ist, erscheint sie mir sehr logisch, flexibel und transparent. Daher bin ich vorerst sehr zufrieden.

Bildest du deine Immobilien in Portfolio Performance ab? Wenn ja: wie? Wenn nein: Nutzt du ein anderes Tool, das ich kennen sollte?

One Comment

  1. Hallo Tobias,

    Immobilien sind für mich langfristige Anlagen, für die die kurzfristige Performance uninteressant ist.
    Ich habe je Immobilie eine Datei in Open Office Calc (das kostenlose Excel). In einem Tabellenblatt sind alle Eckdaten (Kaufpreis, Nebenkosten, Miete, Steuersatz) hinterlegt.
    Das Blatt habe ich angelegt, als ich die Immobilie besichtigt habe. Dann habe ich damit verschiedene Finanzierungsszenarien durchgerechnet.
    Output ist eine Berechnung der Geldflüsse pro Monat, zunächst mit den budgetierten Werten für Instandhaltung.

    In dem zweiten Tabellenblatt werden alle Ausgaben gesammelt, damit kein Kleinkram verloren geht (Fahrten zum Haus, Material vom Baumarkt, Briefe). Die Info brauche ich dann auch für die Steuererklärung.
    Einmal im Jahr werde ich dann die Budgetwerte durch die tatsächlich angefallenen Kosten ersetzen.

    Gruß
    Julian

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