Kannst Du nicht oder WILLST Du nicht?

Über limitierende Glaubenssätze, negative Affirmationen und die Kunst, sich selbst ein Bein zu stellen.

Gerade bei unliebsamen Themen wie Finanzen, Geld, Versicherungen oder Steuern erlebe ich es immer wieder, wie Menschen sich davon abhalten mehr zu erreichen, indem sie sich hinter einer Mauer des „Nicht-Könnens“ verstecken.

Schaut man aber genauer hin, sieht man meist, dass es sich nicht wirklich um „Nicht-Können“, sondern eher um „Nicht-Wollen“ handelt. Die Themen machen vielleicht nicht unbedingt Spaß und so findet der geübte Geist auch stets eine Ausrede. Und wenn man etwas nicht kann, ist man fein raus.

Einige Beispiele

Nachfolgend möchte ich dir ein paar Beispiele geben, die mir in der letzten Zeit immer wieder über den Weg gelaufen sind. Erkennst Du dich wieder? Dann hinterfrag mal, ob du nicht doch irgendeine Möglichkeit siehts, dieses Thema anzugehen:

  1. Ich habe keine Zeit, um mich mit meinen Schulden auseinander zu setzen.
  2. Und wenn doch: ich kann doch eh nix ändern.
  3. Ich kann nicht mit dem Investieren anfangen, dafür habe ich nicht das nötige Geld.
  4. Ich mache keine Steuererklärung. Davon habe ich eh keine Ahnung.
  5. Gegen die Großen hat man doch eh keine Chance.

Diese Liste könnte ich noch ewig fortsetzen, aber die Muster wiederholen sich schnell. Und natürlich lassen sich diese Argumente leicht entkräften:

  1. Du hast Zeit, auf Konzerte zu gehen, Freunde zu besuchen, zu Lesen oder eine Morgenroutine zu machen? Dann hättest Du auch Zeit, deine Finanzen in Ordnung zu bringen. Du musst eben nur wissen, ob du dein Leben auf die Reihe kriegen willst.
  2. „You cannot control what you can’t measure.“ bzw. in diesem Fall eher „You cannot control what do don’t measure.“ – Wie willst du eine Lage ändern, wenn du keine Ahnung hast, wo du stehst? Etwas aus der Mode gekommen, aber: Eine analoge Landkarte nützt dir nix, wenn du deinen Standort nicht kennst. Die Landkarte findest du in diesem Fall in Form von Blogs, Youtube-Videos oder Podcasts im Internet oder in Form von Büchern in der Buchhandlung deines Vertrauens. Und wenn du erst mal weist, wo du stehst, dann findest du eher einen Weg, als wenn du ziellos durch die Gegend irrst.
  3. Die Investition in ETFs geht ab 25€ im Monat los. Mit bewusstem Konsum und ggf. Konsumverzicht sollte sich das irgendwie zusammenkratzen lassen. Und ein Depot eröffnen kannst du auch schon vorher, dann kann es gleich los gehen, sobald du das Geld hast.
  4. Im heutigen Zeitalter kann man „Keine Ahnung“ fast immer mit „Keine Lust“ übersetzen. Im Internet gibt es tausende von Quellen, die einem das nötige Wissen an die Hand geben. Außerdem gibt es gute Software wie beispielsweise WISO Steuer*, die einen durchschnittlichen Steuerzahler ganz passabel auf dem Weg zur eigenen Steuererklärung begleitet. Einen regnerischen Nachmittag oder maximal ein Wochenende, mehr braucht es in der Regel nicht.
  5. Das hier ist kein Wettkampf! Es geht nicht darum, irgendwelche Trading-Computer, Fondsmanager oder wen auch immer outzuperformen. Es geht lediglich darum, sich selber etwas mehr Rendite zu verschaffen, als sie das Konto einbringt. Und das ist kinderleicht.
  6. Viele Argumente stützt sich auf „Keine Zeit“, Machtlosigkeit oder „Keine Ahnung“. Und meistens sind das nur Vorwände. Den Menschen, der keine Zeit hätte, jeden Tag eine Stunde in wichtige Dinge/Tätigkeiten zu investieren, habe ich noch nicht kennen gelernt. Und mit der Zeit kommt das Wissen und mit dem Wissen kommt die Macht.

Von negativen Affirmationen

Diese ganzen Ausreden an sich sind schon schlimm genug, da sie uns kurzfristig daran hindern, unseren Arsch hoch zu bekommen (auf Gut-Deutsch gesagt). Allerdings werden solche Aussagen schnell zu Fixpunkten in unserem Leben, zu Glaubenssätzen, die wir nicht mehr überprüfen oder hinterfragen.

Affirmationen kennt man eher im positiven Kontext. „Affirmation“ bedeutet so viel wie „Bejahung“:

  • Ich bin ein toller Typ!
  • Ich sehe gut aus.
  • Ich werde 100k im Monat machen

Die Idee dahinter ist, dass man Dinge, die man sich oft genug sagt, irgendwann unterbewusst glaubt. Hal Elrod beschreibt in seinem Buch „The Miracle Morning“* beispielsweise, wie er Affirmationen in seine Morgenroutine eingebaut hat, und was das bei ihm bewirkt hat.

Leider ist es allerdings so, dass das Glauben von Aussagen auch dann klappt, wenn diese negativ sind, bzw. uns zurück halten. Negative Affirmationen also. Aussagen wie meine Beispiele oben. Und je öfter wir uns mit diesen Aussagen herausreden, desto eher werden diese Aussagen zu fixen Glaubenssätzen, die wir ohne fremde Hilfe nur schwierig wieder wegbekommen.

Die fatale Auswirkung von negativen Glaubenssätzen

Das Problem mit (negativen) Glaubenssätzen besteht darin, dass man sie nicht mehr hinterfragt. Wenn man sich entschieden hat (bewusst oder unbewusst), etwas zu glauben, dann glaubt man es. Und ohne einschlägige Ereignisse, die echten Zweifel am Glauben erwecken, bleibt man dabei.

Das bedeutet, dass ein negativer Glaubenssatz, einmal verinnerlicht, sehr lange bleiben wird. Und selbst, wenn dieser Glaubenssatz einst wahr war, so wird er auch dann nicht hinterfragt, wenn sich die äußeren Umstände ändern.

Beispiel: Jemanden, der „keine Zeit“ hat, um seine Finanzen zu sortieren hat auch im Urlaub „keine Zeit“. Und jemand, der als Student kein Geld zum investieren hat, hat häufig auch im ersten Job kein Geld zum Investieren.

Daher sollten wir sehr vorsichtig mit Aussagen der obigen Art sein und Dinge, die wir glauben, immer mal wieder hinterfragen.

Fazit

Das Fazit überlasse ich heute Henry Ford:

Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall recht behalten.

Sind dir ähnliche Aussagen schon mal begegnet? Und was tust du, um solchen Aussagen nicht selber zu verfallen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.