P2P-Lending-Report März 2017

Es ist wieder Mitte des Monats und das heißt: Ein Update zu meinen P2P-Krediten ist fällig. Im letzten Monat gab es viel Routine und eine hervorstechende Plattform. Und auch eine kleine Enttäuschung.

Das Highlight

Fangen wir mit dem Gewinner an. Besonders beeindruckt hat mich im letzten Monat die Plattform VIAINVEST* auf der ich erst seit Kurzem investiere. Dank der Vorgeschichte bei der Kreditvergabe hat diese Plattform einfach einen riesigen Pool an P2P-Krediten für die Investoren gesucht werden. Das ist unüblich.

Zwischen dem 15.02. und 15.03. habe ich insgesamt 600€ in die Plattform gesteckt. Drei Tranchen á 200€ wurden jeweils noch am selben Tag komplett investiert. Keine Verzögerung, kein Warten auf Kredite, nix! Ich kriege eine E-Mail, dass das Geld eingegangen ist und wenn ich wenige Minuten später nachschaue, wurde es vollständig investiert.

Das ist besonders beeindruckend wenn man bedenkt, dass eigentlich alle anderen Plattformen die ich derzeit verwende, schon von Zeit zu Zeit Probleme hatten. Allen voran Viventor*, aber auch Swaper hat Startschwierigkeiten. Twino, Mintos* und Bondora* haben ebenfalls hier und da mal ihre Probleme.

Und dabei ist die Renditeerwartung mit Buyback-Garantie bei VIAINVEST nicht mal niedrig. Aktuell liegt sie bei 11,83% (XIRR). Also im selben Bereich wie bei den anderen Plattformen mit Buyback-Garantie.

Im Gegensatz zu allen anderen Plattformen ist der Primärmarkt bei VIAINVEST jedoch prall gefüllt. Meiner Einschätzung nach liegt das vor Allem daran, dass das Unternehmen hinter der Plattform schon seit mehreren Jahren im Kreditvergabegeschäft tätig ist und somit „an der Quelle“ sitzt. Außerdem ist die Plattform natürlich noch sehr jung und daher nicht so überlaufen von Investoren wie der Rest. Aktuell läuft es hier aber sehr gut. Ich bin gespannt, wie sich das mit zunehmender Bekanntheit verändert. Mehr Hintergrundinformationen zur Plattform habe ich hier zusammengefasst.

Jedenfalls habe ich bei dieser Plattform bereits innerhalb der ersten drei Monate mein Limit von 1000€ erreicht. Damit heißt es jetzt: Autopilot an und abwarten. Genau wie auf den Plattformen Bondora, Mintos und Twino mache ich hier jetzt nix mehr außer Abwarten und Tee trinken.

Das Lowlight

Die eine Newcomer-Plattform legt einen fulminanten Start hin und die andere schwächelt bereits. Mein Lowlight ist Swaper. Hier bin ich ebenfalls erst seit Januar dabei und habe schon Probleme, mein Geld los zu werden.

Ende Februar habe ich 100€ überwiesen und dann festgestellt, dass der Primärmarkt komplett leergefegt war. Nach zwei Tagen lag das Geld dort noch immer rum. Ich habe dann 50€ zurück überwiesen und nur gewartet, bis 50€ automatisch investiert werden konnten.

Das hat etwa eine Woche gedauert. Es macht also aktuell keinen Sinn, größere Tranchen zu überweisen. Daher habe ich auch erst 450€ über die Plattform angelegt.

Wird Swaper das neue Viventor oder sind das bloß Startschwierigkeiten? Mal abwarten.

Darüber hinaus ist mir beim Auto-Invest noch ein Negativpunkt aufgefallen. Bei „Investment amount per loan“ habe ich 10,00€ eingetragen, in der Hoffnung, dass pro Kredit genau 10€ investiert werden. Das ist aber nicht so. In Klammern steht oben drüber noch „+ up to 10 EUR“, was soviel bedeutet wie: 10-20€ werden pro Kredit investiert. Da Swaper aktuell Probleme hat, Kredite zu finden, ist es nicht verwunderlich, dass viele meiner Investments eher bei 15-18€ pro Kredit liegen als bei 10.

Das lässt sich anscheinend auch nicht umgehen, da der Mindestwert für das Feld 10,00€ sind. Damit ist diese Plattform der Verlierer, wenn es um die Diversifikation geht.

Ich werde vorerst kein oder nur sehr wenig neues Geld an die Plattform überweisen. Vielleicht nochmal 50€ als Test, aber mein übliches Limit von 1000€ ist hier nicht das Ziel. Ich habe hier aktuell einfach kein so gutes Gefühl. Die Plattform sieht zwar hübsch aus und hat eine App, aber das ist eben nicht alles.

Das Mittelfeld: langweilige Routine

Bei den drei „Urgesteinen“, Bondora, Mintos und Twino hat sich für mich der Alltag eingeschlichen. Zwar dauert es hier und da mal ein, zwei Tage, bis zurückgezahltes Kapital wieder reinvestiert werden kann, aber abgesehen davon geht alles voll automatisch seinen Gang.

Und auch bei Viventor läuft es nun so vor sich hin nachdem ich meine Investition dort auf 550€ zurückgefahren habe. Abgesehen von Swaper macht diese Plattform aber noch am meisten Probleme. Sollten dort wieder mehr als 50€ tot rumliegen würde ich weiteres Geld abziehen. Mit allem darunter warte ich ab, ob sich der Trend nochmal umkehrt.

Bondora

Bei Bondora* gibt es noch immer keine Ausfälle zu beklagen. Die Nettorendite liegt bei 20,15% und die Plattform gibt eine Renditeerwartung von 13,33% an.

Auffällig ist, dass die Zahl der überfälligen Kredite von 28 auf 42 gestiegen ist und es drei weitere Kredite gibt, die mehr als 60 Tage überfällig sind (im Vergleich zum Vormonat). Das erklärt aber auch die rückläufige Renditeerwartung der Plattform. 13,33% sind zwar sehr gut, aber deutlich niedriger als noch zu Anfang.

Naja egal. Der Wert meines Bondora-Portfolios steigt weiterhin ohne mein Zutun und ich werde einfach mal abwarten, wie es da weiter geht.

Mintos

Da ich bei Mintos* nur in Kredite mit Rückkaufgarantie investiere, sind hier ebenfalls keine Ausfälle zu beklagen. Die Plattform gibt eine Nettorendite von 12,25% an und bereitet mir derzeit keine Sorgen.

Twino

Auch bei dieser Plattform bin ich nur passiver Beobachter und auch hier investiere ich nur in Kredite mit Rückkaufgarantie. Daher ebenfalls keine Ausfälle.

Die Nettorendite bei Twino liegt derzeit bei 12,28%. Es gibt gelegentlich kleinere Verzögerungen bei der Reinvestition, aber kein Grund zur Sorge.

Viventor

Und nun zu Viventor*. Auch hier gibt es aus demselben Grund wie bei Mintos und Twino keine Ausfälle zu beklagen. Und auch die Nettorendite ist mit 12,37% angenehm hoch.

Dies ist allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass ich fast 50% des Kapitals dort abgezogen habe. Lägen dort etwa 500€ uninvestiert herum, hätte dies die Nettorendite ganz schnell halbiert.

Aktuell ist hier also die Rendite zwar sehr gut aber eben nicht für eine beliebig hohe Investition.

Fazit und Ausblick

Bei den meisten Plattformen läuft es sehr gut. Allerdings bin ich mir noch nicht sicher ob und über welche Plattform ich in Zukunft weiteres Geld investiere. Bei Bondora, Mintos, Twino und Viainvest habe ich mein Limit bereits erreicht. Und auch wenn diese Plattformen einen guten Eindruck machen, möchte ich ungern das Limit aufweichen.

Bei Viventor und Swaper wäre noch Luft bis zur 1000€-Grenze, allerdings habe ich Probleme, mein Geld dort los zu werden.

Insofern werde ich in nächster Zeit vermutlich nur sehr wenig neues Geld in P2P-Kredite stecken sondern erst einmal abwarten. Statt dessen werde ich lieber die Reserve auf dem Tagesgeldkonto erhöhen, um mehr Spielraum für den Kauf von Aktien oder P2P-Krediten zu haben.

Auch wenn ich bisher keine schlechten Erfahrungen mit P2P-Krediten gemacht habe, schrecke ich davor zurück, höhere Beträge über P2P-Plattformen zu investieren. Mit Aktien und ETFs fühle ich mich nach wie vor wohler. Daher warte ich entweder, bis ich weitere P2P-Plattformen finde oder aber die Relation der Kredite zum Gesamtportfolio so klein geworden ist, dass ich diesen Posten ausbauen möchte.

Und wie sieht es bei Dir aus? Hast Du ähnliche Probleme bei Swaper erfahren? Oder hast Du noch eine ganz andere Plattform entdeckt?

11 Gedanken zu „P2P-Lending-Report März 2017

  1. Moin,
    ich habe nur in Twino und Mintos Geld invesiert und teile deine Meinungen dort hingehend. Auch mir ist bei ETF und Aktien wohler, weshalb ich wahrscheinlich kein weiteres Geld in P2P Kredite investieren werde. Ich glaube auch, dass die P2P-Kredite momentan einen ziemlichen Hype „erleiden“ und wahrscheinlich viele Plattformen in den nächsten Jahren gar nicht mehr existieren werden.
    „Leider“ laufen bei Mintos einige Kredite noch über 2 Jahre. Verkauft bekomme ich diese auch nicht. Ich lasse sie also gezwungenermaßen noch laufen und das Geld wird in Kurzzeitkredite reinvestiert.

    Grüße!

    • Hallo Gurki,
      ja das mit dem Hype sehe ich auch so. Die Plattformen sprießen ja wie Pilze aus dem Boden und da fragt man sich schon, ob das noch lukrativ sein kann für die Anbieter.

      Das hält mich aktuell auch davon ab, mehr über eine Plattform zu investieren. Es fehlen halt noch die Langzeiterfahrungen und ich weiß nicht, wie es in einem oder sogar fünf Jahren aussieht.

      Aber ich werde das „Experiment“ trotzdem weiter fortführen und sehen, wie sich dieses Thema entwickelt.

      Das mit den langen Laufzeiten ist ein Thema. Bei einigen Plattformen habe ich auch viele Kredite mit zwei-fünf Jahren. Da ist man natürlich nicht so flexibel. Hier hat VIAINVEST wiederum einen Vorteil, da es dort eigentlich nur Kurzläufer (einen Monat) gibt.

      Schöne Grüße
      der Finanzfisch

  2. Es hakt halt immer mal wieder woanders. Ich habe festgestellt man muss einfach öfter die Autoinvestfunktionen an die neuen Gegebenheiten anpassen. Eben leider auch bei der Rendite 12 Prozenter werden immer seltener 😉
    Neue Länder und Anbahner kommen hinzu und die muss man alle eizeln bestätigen, wenn man möchte, dass der AI da rein investiert.

  3. Hallo, coole Artikel! Danke dass Du Deine Erfahrungen teilst.

    Du schreibst “ mein Limit von 1000€ erreicht. Damit heißt es jetzt: Autopilot an und abwarten. Genau wie auf den Plattformen Bondora, Mintos und Twino mache ich hier jetzt nix mehr außer Abwarten und Tee trinken.“

    Hast Du zu dieser Strategie schon eien Bericht geschrieben?

    Mich wuerde interessieren, welches sind die Ziele und was ist Dein Gedankengang dahinter?

    • Hallo Christian,
      Vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Ich habe mir am Anfang überlegt, welches Risiko ich eingehen möchte und habe mich für 1000€ pro Plattform entschieden. Das wäre für mich noch eine verschmerzbare Summe, sollte es aus irgendwelchen Gründen zum Totalausfall kommen.

      Ich möchte also überall 1000€ „eigenes Geld“ investieren und danach den Autopilot machen lassen und vom Zinseszins profitieren.

      Grundsätzlich möchte ich natürlich, dass die P2P-Kredite zum Vermögensaufbau beitragen, aber ich habe wegen ihrer Neuheit noch ein Problem damit, diesen Plattformen höhere Beträge anzuvertrauen.

      Viele Grüße
      der Finanzfisch

  4. Moin,

    vielen Dank erst mal für das mitteilen deiner Erfahrungen mit P2P Krediten. Finde es sehr interessant zu lesen welche Erfahrungen andere machen.
    Ich bin zurzeit nur bei Mintos investiert und habe auch mein Limit dort seit einigen Wochen erreicht. Jetzt ist es zu einer „langweiligen“ Geldanlage geworden die mir bis jetzt aber sehr viel Freude bereitet. Deine Erfahrungen mit Mintos kann ich bestätigen. Es läuft alles ohne Probleme. Ob ich noch in eine weitere Plattform investiere werde ich in den nächsten Wochen entscheiden.
    Weiterhin viel Erfolg beim Investieren.

    Gruß Klaus-Dieter

    • Danke, das wünsche ich Dir auch.
      Bei mir ist es auch bei fast allen Plattformen nun sehr „langweilig“ geworden. Aber das ist im Prinzip ja auch sehr gut. Nur bei Swaper und Viventor muss ich mal sehen ob ich meine Investition weiter ausbauen oder weiter zurückfahren möchte. Und Twino hängt etwas mit dem Reinvestieren hinterher. Insofern ist es gut, dass ich regelmäßig ein Update zu meinen P2P-Investitionen gebe, dann bleibe ich am Ball.

      Gruß
      der Finanzfisch

  5. Schöne Zusammenfassung der Plattformen.
    Krass, dass du bei TWINO noch eine 12 bei der Rendite stehen hast. Ich falle und falle hier. Bin aktuell bei 11,3% und wird wohl weiter runter gehen, da ich fast nur noch 11% Kredite erhalte.
    Bei Swaper ist es echt merkwürdig. Hier beschweren sich viele, dass sie ihr Geld nicht investiert bekommen. Ich kann mich überhaupt nicht beklagen. Mein Geld wird ständig reinvestiert.

    • Ja noch sieht die Rendite ganz gut aus, allerdings fällt mir gerade bei Twino in letzter Zeit auf, dass das Geld nicht mehr so schnell reinvestiert wird. Daher gehe ich davon aus, dass auch meine Rendite nicht ewig über 12% bleiben wird.

  6. Hallo,

    danke an den Finanzfisch für die Zusammenfassung. Hab mich im P2P-Markt für eine Investition bei viainvest entschieden. Bin erst seit ca. 2 Wochen investiert. Jetzt kommen erste Cent-Beträge zurück. Bin gespannt, ob ich nach ca. 1 Jahr auch tatsächlich auf 10-12% Rendite kommen?
    Ich denke allerdings schon mit Schrecken an die nächste Steuererklärung oder habt Ihr evtl. bei viainvest eine Erträgnisaufstellung oder wenigstens eine Download-Funktion der Buchungen gefunden?

    Gruss, Bofur

    • Hallo Bofur,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und viel Erfolg bei VIAINVEST.

      Einen richtigen Export habe ich dort auch noch nicht gesehen. Aber bis zur nächsten Steuererklärung ist ja noch ein Jahr Zeit. 😉 Ansonsten würde ich dort aber über die Statement-Seite nach „Interest payment“ und Zeitraum halt 2017 filtern und das Ergebniss dann ausdrucken. Dort steht auch die totale Summe. Für das Finanzamt muss es nicht hübsch, sondern detailliert sein (als Beilage zur Steuererklärung). In der Erklärung trägst Du ja ohnehin nur die Summe ein.

      Viele Grüße
      der Finanzfisch

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