Ein weiteres deutsches Unternehmen für mein Depot: Kaufe SAP AG

Am 14.02. habe ich die Kursrückgänge der letzten Tage genutzt und mich bei SAP eingekauft. Insgesamt habe ich 23 Aktien zu einem Kurs von 84,01€ erstanden. SAP stand bei mir schon eine Weile auf dem Zettel. Und als ich mir am Wochenende zuvor die Hard Facts einmal näher angeschaut habe, war mir klar, dass ich diese Aktie in meinem Depot haben möchte.

Also habe ich am 14.02. über einen meiner Broker, die OnVista Bank*, zugeschlagen. Hierfür habe ich eine Gebühr von 6,50€ bezahlen müssen.

Wieso wieder ein deutsches Unternehmen

Im Prinzip ist mein Aktien- und ETF-Portfolio sehr Deutschland-lastig. Aktuell sind 42% meiner Kapitalmarkt-Investitionen meinem Heimatland zuzuschreiben. Bezogen auf mein gesamtes Portfolio sind es nur noch 25%. Das lässt sich meines Erachtens aber etwas relativieren, da Unternehmen wie Wirecard oder eben die SAP weltweit tätig sind.

Da ich aber die aktuellen Rücksetzer bei SAP überhaupt nicht nachvollziehen konnte und bereits seit einigen Wochen Geld auf meinem Verrechnungskonto geparkt hatte, habe ich mich dennoch wieder für ein deutsches Unternehmen entschieden.

Kursentwicklung der SAP Aktie. Aktuell notiert die Aktie unter dem Stand von vor einem Jahr.
Kursentwicklung der SAP Aktie. Aktuell notiert die Aktie unter dem Stand von vor einem Jahr.

Dennoch werde ich auch zeitnah in anderen Ländern und Branchen nachkaufen. Ich habe mir auch einige Tabakkonzerne näher angesehen. Am 16.02. habe ich mich für British American Tobacco PLC entschieden und ebenfalls zugeschlagen. Artikel folgt.

Wieso wieder ein Technologieunternehmen?

Auch das Thema Technologie (insbesondere Informationstechnologie + Software) hat, so könnte man meinen, ein starkes Übergewicht in meinem Depot:

  • Apple
  • Intel
  • Amazon
  • SAP
  • (Facebook)

Und wenn man von einer Gleichverteilung der Branchen ausgeht, stimmt das natürlich auch. Mir ist aber mittlerweile klar geworden, dass Gleichverteilung überhaupt nicht sinnvoll ist. In meinen Augen ist aber die Technologie-Branche eine der wichtigsten Branchen überhaupt. Ohne die geht gar nix mehr.

Daher wird es selbst in Krisen einen Bedarf an diesen Technologien geben. Vielleicht wird Apple leiden, wenn die Leute sich nicht das neuste iPhone X kaufen, und auch Intel könnte davon etwas merken, vielleicht noch Amazon.

Aber Amazon zum Beispiel hat mit AWS einen Zweig, der auch in der Krise weiter laufen wird. Und vielleicht kriegt Amazon dann sogar noch Zulauf weil Menschen lieber günstig im Internet einkaufen. Und auch Intel hängt natürlich nur zum Teil vom Consumer-Markt ab.

Und SAP ist ein völlig anderes Business. Das Unternehmen liefert sozusagen das Rückgrat der Unternehmens- und Prozesssteuerung für viele große und mittlere Unternehmen. Das lässt sich nicht mal eben austauschen.

Daher komme ich für mich zu dem Schluss, dass mein Depot einen deutlich höheren Technologie-Anteil haben muss.

Wieso SAP?

Ich spare mir hier die Details. Jonathan Neuscheler hat am Montag einen sehr ausführlichen Artikel über SAP veröffentlicht, der sich im Wesentlichen mit meinen Überlegungen deckt.

Aber ein paar Fakten gibt es hier natürlich auch:

Gekommen um zu bleiben

  • SAP hat eine Größe und Verbreitung erreicht, dass es einfach sau-schwer zu kopieren ist. Das Risiko, dass man von einem Wettbewerber verdrängt wird ist nahezu nicht vorhanden. Konkurrenz gibt es so gut wie keine.
  • Wer einen Job als Softwareentwickler sucht, merkt schnell: SAP-Berater werden überall gebraucht. D.h. in vielen Unternehmen kommt SAP zum Einsatz. Auch mein Arbeitgeber setzt SAP fast für alles ein.
  • Durch Industrie 4.0 wird es für Unternehmen zunehmend wichtiger, ihre Prozesse so gut es geht zu digitalisieren. Effizienzsteigerung ist ab einem gewissen Punkt ohne die Intelligenz die ein SAP-System bieten kann, nicht mehr möglich.
  • SAP ist breit aufgestellt. Der EMEA-Raum deckt nur 44% der Umsätze ab. Weitere 40% kommen aus dem amerikanischen Raum.
  • Obwohl es das Unternehmen bereits seit 1972 gibt, es es noch voll am Puls der Zeit: SAP bietet Cloud-, Business-Intelligence und sogar Blockchain-Produkte an.

Gewinne, Gewinne, Gewinne

Die Gewinnmarge der letzten 10 Jahre lag im Schnitt bei 24,52%. Das ist sehr gut, für ein Software-Unternehmen aber auch nicht herausragend. Dennoch: ein produzierendes Unternehmen wie Dräger schafft derzeit nicht mal 10%.

Das coole an Software: Die Kosten steigen kaum, wenn sich die Umsätze erhöhen. Dadurch wird die Marge weiter steigen. Die Marge lag zuletzt bei 35% und soll noch weiter anziehen. Gefällt mir.

Langfristiger Ausblick

Gerade größere, traditionellere Unternehmen sehen sich aktuell vor der Herausforderung, den digitalen Wandel zu überleben. Die Digitalisierung erfordert ein Neu-erfinden interner Strukturen und Prozesse. Gerade hier kann SAP wichtige Software-Bausteine liefern, welche die Digitalisierung dieser Prozesse erst ermöglichen.

Das Thema Cloud wird in den nächsten Jahre noch richtig an Fahrt aufnehmen. Hier wird SAP zu den Profiteuren gehören. Die Cloud-Sparte wächst sehr schnell.

Der Gewinn nach Steuern stieg von 2016 bis 2017 um 12%. Besonders stark stieg der Bereich Cloud-Subskriptionen (26%). Das ist sehr erfreulich, da es sich hier zum großen Teil um wiederkehrende Einnahmen handelt. Neben dem Softwaresupport zählen Umsätze in diesem Bereich zu den besser planbaren Umsätzen, die 2020 70-75% des Gesamtumsatzes ausmachen sollen. Das spricht für eine hohe Stabilität

Die Erlöse in diesem Bereich sollen 2018 zwischen 4,8 Mrd. und 5,0 Mrd. € liegen. Für 2020 erwartet man hier sogar 8,0 bis 8,5 Mrd. €. Dies entspricht einem Wachstum von etwa 70%.

Mein Kauf im Überblick

Aktuell schüttet SAP, für deutsche Unternehmen typisch, einmal jährlich eine Dividende aus. Diese beträgt derzeit 1,25€. Macht eine Dividendenrendite von 1,48%, gemessen an meinem Kaufkurs. Insgesamt trägt SAP 28,75€ p.A. zu meinen Dividendeneinnahmen bei.

Nicht gerade üppig, aber eine Dividendensteigerung von ungefähr 9% finde ich nicht schlecht. Die Dividende ist seit 18 Jahren kontinuierlich gestiegen. Aktuell werden nur 37,2% des Gewinns ausgeschüttet. Es ist also noch Luft nach oben. Aber die Dividende ist hier nicht das primäre Ziel.

Ich setze bei SAP vor Allem auf ein starkes Wachstum und habe auch noch Zeit, bis ich wirklich signifikante Ausschüttungen haben will. Der Plan für SAP ist, ganz klar, Buy-and-Hold.

Fazit

Ich freue mich, endlich mal wieder einen neuen Wert im Depot zu haben. Der letzte Zukauf war McCormick & Co. im September 2017. Wurde also mal wieder Zeit.

Auch in den nächsten Tagen und Wochen werde ich wahrscheinlich noch ein oder zwei Aktien kaufen. Die kleineren Korrekturen der letzten Wochen laden dazu ein. Und da ich jetzt nicht mehr in ETFs spare, kann ich auch öfter mal eine Aktie kaufen.

Was hältst Du von SAP? Hast Du diesen Wert schon im Depot? Und was wird Deine nächste Investition?

4 Comments

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