Funny Money: 2000€ in Kryptowährungen investieren (Teil 1)

Im Oktober hab auch ich erstmals etwas mit Kryptowährungen experimentiert. Hierzu habe ich mir zunächst erst mal einiges Hintergrundwissen mittels Podcasts, YouTube-Videos und Blogs angeeignet, um dann einen Betrag von 2000€ auf mehrere Kryptowährungen aufzuteilen.

Von Bitcoin hatte ich in der Tat schon sehr früh gehört. So um 2010/2011 rum. Damals war ich mit meinem Informatikstudium beschäftigt und hatte somit Kontakt zu einigen „Verrückten“, die Bitcoin-Mining betrieben haben. Das war damals noch extrem einfach.

Wie so viele habe ich das Kryptowährungs-Thema aber zu diesem Zeitpunkt als Unsinn abgetan. Schließlich konnte man mit diesen Währungen nicht all zu viel anfangen und ich hatte auch keine Notwendigkeit, Transaktionen ohne das Wissen und Zutun einer Bank ausführen zu müssen. Mir war das ganze Thema höchst suspekt. Schade eigentlich. 😉

Seit 2011 hat sich viel getan: Bitcoin hat sich etwa versiebzigfacht und viele andere Kryptowährungen sind entstanden und zum Teil wieder zu Staub zerfallen. Mittlerweile gibt es viele Börsen, an denen man „echtes“ Geld gegen Kryptos tauschen kann und es gibt verschiedene Arten von Wallets, in denen sich diese aufbewahren lassen.

Ich musste also ganz von Vorne anfangen und mir erstmal einen groben Überblick über die Dos & Don’ts verschaffen, bevor ich mit ausreichender Zuversicht mein Erspartes riskieren wollte.

In diesem Teil geht es um das Grundwissen im Bereich Kryptowährungen und Blockchains, das ich benötigt habe, um in dieses Thema einzusteigen.

Schritt 1: Grundwissen aneignen

Ende Oktober 2017 habe ich mir einfach mal einen Sonntag genommen und bei YouTube mehr oder weniger wahllos verschiedene Vorträge, Vlogs und ähnliches zu Themen wie Blockchain, Bitcoin und Kryptowährungen im Allgemeinen zu Gemüte geführt.

Außerdem habe ich den Podcast „Die Krypto Show“ von Dr. Julian Hosp abonniert, um etwas mehr mit dem ganzen Thema in Berührung zu kommen.

Ich wollte für mich zumindest die folgenden Fragen beantwortet haben:

  • Wie funktionieren Kryptowährungen so ungefähr?
  • Warum ist da gerade so ein Hype drum?
  • Über welche Börse kann man sicher Kryptowährungen kaufen?
  • Welche Kryptowährungen sind seriös?
  • Wo bewahrt man Kryptowährungen auf?

Sicherlich lassen sich noch viele andere schlaue Fragen stellen, aber mehr war für mich erst mal nicht nötig, um die Berührungsangst auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Wie funktionieren Kryptowährungen so ungefähr?

Bitcoins und Einheiten vieler anderer Kryptowährungen entstehen durch das Mining: Jemand stellt seine Rechenleistung zur Verfügung um kryptographische Hashes zu berechnen, die eine bestimmte Eigenschaft aufweisen. Das ist extrem schwierig, aber einfach zu überprüfen.

D.h. wenn ich für Daten eine kryptographischen Hash mit einer bestimmten Eigenschaft berechnen möchte benötige ich sehr viel Rechenleistung. Die Prüfung, ob dieser Hash korrekt ist geht jedoch sehr schnell und ist somit günstig.

Wer einen korrekten Hash berechnet hat, bekommt dafür Kryptos. Mit dieser Methode kann sicher gestellt werden, dass Einheiten einer Kryptowährung nicht einfach ohne Gegenwert erzeugt werden. „Geld drucken“ unmöglich. Statt dessen muss wirklich Arbeit verrichtet werden und diese wird immer schwieriger, je mehr Einheiten der Währung es gibt.

Geld-Transaktionen funktionieren ebenfalls auf Basis kryptographischer Verfahren: Der Besitzer eines Coins erzeugt eine Transaktion an den Empfänger und signiert diese mit seinem privaten Schlüssel. Der Empfänger kann die Transaktion mit dem öffentlichen Schlüssel des Senders verifizieren.

Alle Transaktionen werden in Blöcken gespeichert über die eine Art Prüfsumme berechnet wird. Sollte so ein Block nachträglich verändert werden, fällt dies sofort auf, da die Prüfsumme dann nicht mehr zum Inhalt des Blocks passt.

Der Grund, wieso man nicht auch einfach die Prüfsumme manipulieren kann ist, dass diese im nächsten Block enthalten ist und eine Inkonsistenz somit auffallen würde. Möchte jemand also eine Transaktion nachträglich manipulieren, so müsste er diese Transaktion, die Prüfsumme des Blocks sowie aller nachfolgender Blocks manipulieren. Dies ist nur mit enormen Aufwand von Rechenleistung möglich und würde auch auffallen.

Insgesamt ist es also nicht wirtschaftlich, eine Blockchain nachträglich zu verändern. Und daher tut es auch niemand.

Dieses Prinzip bedeutet aber auch, dass Transaktionen sicherer sind, je länger sie in der Vergangenheit liegen. Eine junge Transaktion ließe sich theoretisch aber noch relativ leicht ändern.

Warum ist da gerade so ein Hype drum?

Hierfür gibt es vor allem zwei Gründe:

  1. Kryptowährungen erlauben Geld-Transaktionen ohne Banken. In Ländern wo es schwierig ist, Bankaccounts zu bekommen oder das Geld auf der Bank nicht wirklich sicher ist, sind Kryptowährungen eine echte Alternative, um Leistungen zu bezahlen oder dafür bezahlt zu werden.
  2. Die zugrunde liegende Technologie (Blockchain) bietet interessante Möglichkeiten für verschiedenste Anwendungen. Z.B. könnte Crowdfunding ganz ohne Plattformen ablaufen sondern über sogenannte Smart Contracts, die auf einer Blockchain wie Ethereum laufen.
    Auch Abstimmungen, Immobilienkäufe oder die manipulationssichere Speicherung beliebiger Daten sind vorstellbare Anwendungsfelder.

Siehe auch: „What Are the Applications and Use Cases of Blockchains?

Über welche Börse kann man sicher Kryptowährungen kaufen?

Während meiner Recherchen bin ich am häufigsten über die Plattform Kraken und Coinbase gestolpert. Coinbase soll für Anfänger etwas einfacher zu nutzen sein, Kraken bietet jedoch Zugang zu einer höheren Anzahl von Kryptowährungen.

Diese Seite gibt einen Überblick: Coinbase vs Kraken

Welche Kryptowährungen sind seriös?

Mittlerweile gibt es so viele Währungen, dass man da kaum noch durch steigt.

Es gibt viele Scams, die erscheinen, Investoren abzocken und wieder verschwinden. Das Gute bei Kraken ist aber schon mal, dass die Plattform die Funktionsweise der Kryptowährungen genauer prüft, in die man über Kraken investieren kann.

Darüber hinaus habe ich mich zu einigen Kryptowährungen schlau gemacht, was andere dazu zu sagen haben.

Unter anderem folgende Kryptowährungen erscheinen mir seriös:

  • Bitcoin
  • Etherum
  • Etherum Classic
  • Dash
  • Monero
  • Ripple
  • Litecoin
  • EOS
  • Zcash

Seriös heißt in diesem Zusammenhang aber nicht, dass sich der Kurs zwangsweise gut entwicklen muss. Und meine Einschätzung basiert zudem auf den Aussagen und Einschätzungen anderer Personen. Da muss man immer sehr vorsichtig sein.

Wo bewahrt man Kryptowährungen auf?

Wer traden möchte, lässt die Coins einfach auf der jeweiligen Plattform, weil er sie hier einfach in andere Kryptowährungen oder Euro umtauschen kann.

Wer die Kryptos wirklich seriös nutzen möchte oder einfach sicher einlagern will, legt sich eine sogenannte Wallet zu.

Letztendlich ist eine Wallet nur ein privater Schlüssel, mit dem man auf die in der Wallet gespeicherten Coins zugreifen kann. Wie dieser Schlüssel verwahrt wird, hängt von der Art der Wallet ab.

Es gibt unter anderem folgende Wallets:

  • Paperwallet: Der Schlüssel wird komplett analog auf einem Stück Papier aufbewahrt. Vorteil: nicht hackbar, Nachteil: Papier
  • Softwarewallet: Eine Software auf dem Smartphone oder PC verwahrt den privaten Schlüssel. Über die Eingabe eines Masterpasswortes kann man die Wallet öffnen. Vorteil: geringer Aufwand der Einrichtung. Nachteil: hackbar, wenn der Rechner unsicher ist.
  • Hardwarewallet: Der Schlüssel ist auf einem speziellen Gerät gespeichert und lässt sich nur nach Eingabe eines Passwortes, eines Fingerabdrucks oder theoretisch Retina-Scans nutzen. Vorteil: Abgeschottet vom Internet, Nachteil: Hardware
  • Webwallet: Ein Anbieter verwaltet deinen privaten Schlüssel. Vorteil: Man kann von Überall darauf zugreifen. Nachteil: man vertraut einem Anbieter

Das Funktionsprinzip ist bei allen Wallets ähnlich. Verliert man den privaten Schlüssel, verliert man sein gesamtes Geld und hat keine Möglichkeit, darauf zuzugreifen. Daher ist es sehr wichtig, z.B. in Falle einer Software-Wallet auch ein Backup zu haben, um sein Vermögen nicht durch den Crash einer Festplatte oder den Diebstahl eines iPhones zu verlieren.

Von Webwallets würde ich eher abraten. Sie sind zwar sehr bequem, aber letztendlich liegt dein Geld (bzw. genauer die Verfügungsmöglichkeit) bei einer dritten Partei, die irgendwo auf der Welt sitzt. Wenn diese sich entscheidet, mit deinem Geld shoppen zu gegen, kannst Du rein gar nichts dagegen tun.

Fazit

Ich stehe, was das Verständnis von Kryptowährungen angeht, noch ganz am Anfang. Allerdings fällt es mir leichter, bei einem Thema am Ball zu bleiben, wenn ich mit echtem Geld investiert bin. Die ersten Aktien (Apple, Amazon, Facebook) habe ich auch eher aus einem Bauchgefühl heraus gekauft.

Ich lerne außerdem bedeutend besser, wenn ich Dinge einfach mal ausprobiere, als wenn ich darüber nur lese oder Podcasts höre.

Teil 2 erscheint am nächsten Samstag. Hier wird es darum gehen, wie ich angefangen habe und in welche Währungen ich investiert habe.

Hast Du schon Erfahrungen mit Kryptowährungen gesammelt oder machst Du um das Thema einen großen Bogen?

13 Comments

  1. Ich bin von der Distributed Ledger Technology restlos überzeugt und der Ansicht, dass hierdurch – analog zu den wegrationalisierten manuellen Tätigkeiten – der Automatisierungstechnik/Digitalisierungsgrad in geistigen Tätigkeiten massiv voranschreiten wird. Bezahlen ist nur ein minimaler Ausschnitt der Möglichkeiten.

    Entsprechend bin ich investiert in Basistechnologien, denen ich eine Zukunft zutraue. Bspw. Ethereum, Lisk, Stratis, IOTA

  2. Wobei man dazu sagen muss, dass die Global Player bereits eigene Blockchains entwickelt haben oder Open Source Technologien verwenden. Z.B. IBM mit Hyperledger und SAP/Bundesdruckerei die Keychain. IBM hat bereits die Supply Chain des Zoll Singapur im Live-Betrieb! So viel zum Thema es steckt nichts dahinter.

  3. Warum sollten Cryptowährungen nicht funktionieren? Nennen Sie mir einen validen Grund. Und bitte nicht auf Bitcoin reduzieren, von wegen Stromverschwendung, es gibt ausreichend Alternativen.

    1. Ich glaube schon, das Kryptowährungen funktionieren und eine Daseinsberechtigung haben. Allerdings ist noch überhaupt nicht klar, welche Währung das Rennen macht. Alle werden es wohl kaum sein und aktuell spielen alle in diesem Bereich verrückt. Sehr viel Spekulation und heiße Luft.

      Aber spannend ist es allemal.

  4. Ich denke das eigentlich zentrale Zukunftsthema wird das übergreifende Thema Blockchain sein.

    Momentan wird das Thema ja noch nicht wirkich durchdrungen und die tatsächlichen Auswirkungen lassen sich nur erahnen.

    Bitcoin an sich ist eine Kryptowährung die als die Wesentlichste empfunden wird und was momentan preistechnisch passiert ist das Resultat aus den Abfolgen der börsenrechtlichen Zulassungen der letzten Monate. Es ist eine ganze Industrie die mitverdienen will.

    Und Montag ist eben ein neuer Meilenstein. Wie bei jedem anderen Spekulationsobjekt kann keiner abschätzen, ob wir in 6 Monaten auf dem 10fachen Preisniveau stehen, oder sich der Kurs gezehntelt hat.

    Ist man sich der Risiken bewusst (nicht nur die Kurssschwankungen, sondern auch die bekannten Risiken bzw. Hacking, Hardware-defects etc.), dann sind 2000 Euro bei entsprechend hoher Eigenkaptialsumme einen Selbstversuch wert. Wer sich das vor 5 Jahren so gedacht hat, kann heute auf einen ansehnlichen Kapitalzuwachs blicken 😉

    Ich bin schon gespannt auf den 2ten Artikel und Deine Entscheidungen. Deinen Blog habe ich gleich mal in meine Blogroll unter https://geldz.de/finanzblogroll/ aufgenommen.

    Gruß
    Alexander

    1. Hallo Alexander,
      danke für die Aufnahme in deine Blogroll.

      Ich bin auch sehr gespannt, wo die Reise mit den Kryptowährungen hin geht. Breit streuen und auf das Beste hoffen, ist derzeit meine „Strategie“.

      Gruß
      Tobias

  5. Kryptowährungen sind super interessant. Einmal was die Technik dahinter angeht, als auch die Möglichkeiten, die es in der Praxis haben könnte. Ich sage mit Absicht könnte, denn da hapert es noch.

    Bitcoin selbst sehe ich aktuell als Blase, wo man mit Spielgeld, also Geld, was man zu 100% bereits abgeschrieben hat, durchaus eine nette Summe nebenher machen kann. Bis es dann halt platzt.

    Zu dem Thema werde ich relativ zeitnah auch einen Artikel auf meinem Blog veröffentlichen inkl. der Möglichkeiten ohne Gebühren BC zu kaufen und mit Stop Limits sich zumindest etwas abzusichern, wer dies denn möchte. Viele wissen nämlich nicht, dass dies bereits möglich ist.

    Bin auf den nächsten Artikel zum Thema hier auf dem Blog gespannt 🙂 … gefällt mir, auch wenn es nicht mehr wirklich um das Kernthema investieren geht!

    CU Ingo.

  6. Seit Jahren wird vor einer Blase gewarnt und gleichzeitig kritisiert, dass der Bitcoin zu volantil sei. Jetzt fließt endlich ordentlich Kapital in die Technologie und wenn der Preis eines Bitcoin bei 250.000 $ angekommen ist, dann wird es auch ruhiger werden.

    Also ich kann mir das echt gut vorstellen. Wir digitalisieren doch schließlich alles. Warum nicht auch einen monetären Wertspeicher?

  7. Das ist genau das Problem. Die Leute haben sehr untersch. Ansichten, da man BC nicht einordnen kann. Es ist eben kein Sachwert, sondern bisher nur eine Spekulation wie Tulpenzwiebel. Es könnte zu etwas grossem werden, wobei wohl viele gar nicht wissen was, sondern einfach nur meinen, sie müssen das nur kaufen und der Chart geht genauso weiter nach oben wie bisher. Einige wenige verstehen paar Ideen, warum Kryptowährungen etwas werden können. Ja, können, aber es nicht sind. Hinter den Kryptos gibt es einfach noch keine Basis. Alle Kryptos können morgen auch 0 € wert sein, das ist bei einem € z.b. nicht möglich, hinter einer Aktie oder Immobilie auch nicht (wer will den Klugscheisser spielen…?)

    Was ich als sehr interessantes und gefährlichen Nachteil von Kryptos sehe ist deren Ausnutzung zur Abschaffung des Bargeldes. Dieser Grund könnte sogar der wichtigste sein, warum selbst die Notenbanken sie unterstützen könnten. Andererseits würde ich an der Stelle der Elite lieber eine eigene Krypto entwickeln als Bitcoin übernehmen oder ihn dazu nutzen.

  8. Pingback: Funny Money: 2000€ in Kryptowährungen investieren (Teil 2) – Der Finanzfisch

Kommentar verfassen