Jahresrückblick 2018

Wenn ich auf das Jahr 2018 zurück schaue, muss ich sagen: War ganz schön was los. Und so ist es auch kein Wunder, dass das Jahr wie im Flug verging.

Wie in meinem Ausblick für 2018 schon angekündigt, wollte ich Immobilien in mein Portfolio aufnehmen und habe dies auch im Juni bzw. Juli mit meiner ersten eigenen Immobilie geschafft. Außerdem habe ich verstärkt in Einzelaktien investiert. Insgesamt habe ich in neun neue Unternehmen investiert. Die Entwicklung war dabei recht durchwachsen (dazu später mehr).

Im Ausblick 2018 habe ich bezüglich weiterer Projekte für 2018 nur sehr geheimnisvolle Andeutungen gemacht. Das war auch ganz gut so, denn erstens kam es anders und zweitens als man denkt. Statt den Job gleich ganz aufzugeben und mit etwas Eigenem zu starten, habe ich nur den Job gewechselt und arbeite jetzt vollständig remote (sprich ortsunabhängig) und bin meinen Zielen damit trotz Festanstellung ein großes Stück näher gekommen.

Aber auch abgesehen davon war das Jahr ereignisreich. Da waren der Kryptoflop am Anfang des Jahres, der Wechsel in die PKV im Oktober, ich war auf einigen Lesertreffen und dem Finanzbarcamp und habe auch in meiner beruflichen Domäne einige Konferenzen besucht und sogar einen Vortrag gehalten.

Aber der Reihe nach.

Kryptoflop

Im Oktober und November 2017 habe ich mich mal mit einem vergleichsweise kleinen Betrag an verschiedene Kryptowährungen herangewagt. Bis zum Jahresende hat sich dieser Betrag fast vervierfacht.

Im erste Quartal 2018 kam dann der Showdown und fast alle Kryptowährungen rauschten ins Bodenlose.

Stur wie ich nun mal bin, habe ich nix gemacht, sondern die Währungen einfach gehalten. Wahrscheinlich war das ein großer Fehler. Mein Krypto-Portfolio notiert mittlerweile weit unter dem Einstiegspreis. Hatte ich ursprünglich 3000€ investiert, so sind davon Ende 2018 gerade mal 1250€ übrig.

Gut möglich, dass ich diese Verluste im nächsten Jahr realisiere, da ich für die meisten meiner Kryptowährungen wenig Hoffnung auf Erholung sehe.

Die erste Immobilie

Weitaus erfreulicher sah es bei mir in der Asset-Klasse „Immobilien“ aus.

Ein Ziel für 2018 war die Investition in eine Immobilie. Als sich dann Mitte des Jahres die Situation ergab, dass mein Opa seine Wohnung verkaufen wollte, bin ich sofort nach vorne gesprungen und habe „Hier“ gerufen.

Auch die Neuvermietung der Wohnung hat super-easy und ohne Probleme geklappt. Damit bin ich nun stolzer Immobilienbesitzer und freue mich jeden Monat über einen positiven Cashflow.

Sicherlich war das nicht die letzte Immobilie, die ich gekauft habe. Derzeit gibt es zwar nix Konkretes, aber einige lose Ideen diesbezüglich.

Ein neuer Job

Ungefähr zeitgleich mit dem Kauf der Immobilie habe ich auch meinen Job gewechselt.

Ende 2017 und Anfang 2018 habe ich noch mit dem Gedanken gespielt, im Sommer dieses Jahres die Festanstellung komplett aufzugeben und mein Glück in der Selbständigkeit, als Remote-Freelancer oder mit eigenen Projekten zu versuchen.

Letztendlich war mir dieser Schritt aber dann doch noch etwas zu krass, da ich auf Grund guter Investitionsgelegenheiten nicht wirklich in der Lage war, eine Cashreserve hierfür aufzubauen, die mein Sicherheitsbedürfnis erfüllt hätte. Darüber hinaus habe ich mit meinem jetzigen Job einen ziemlich guten Kompromiss gefunden: Ich lerne wieder mehr und kann fast von überall arbeiten. Das werde ich in 2019 auch noch etwas mehr ausreizen.

Nachteil am neuen Job ist das geringere Gehalt, aber ich denke dass die gewonnene Flexibilität und die Tatsache, dass ich wieder mehr im Job lerne, diesen Punkt aufheben.

Aktienentwicklung 2018

Zukäufe

Im letzten Jahr habe ich neun neue Unternehmen meinem Portfolio hinzugefügt. Und zwar:

Damit habe ich jetzt insgesamt 20 Aktien in meinen Depots. Hinzu kommen fünf ETFs, die ich in meiner Anfangsphase als Fundament bespart habe. In 2018 habe ich jedoch nur noch in Einzelaktien investiert.

Mein Aktien- und ETF-Bestand zum Ende 2018. (Quelle: Portfolio Performance)
Mein Aktien- und ETF-Bestand zum Ende 2018. (Quelle: Portfolio Performance)

Verkäufe

Lediglich bei Wirecard habe ich einen Teil meiner Aktien verkauft und besitze meine jetzigen Anteile nun quasi für Lau. Grund für diese Entscheidung war die außerordentlich gute Entwicklung dieses Wertes und die damit einhergehende Übergewichtung.

Dividendenentwicklung

In 2018 habe ich insgesamt 1095€ an Dividenden erhalten. Das ist eine Steigerung um mehr als 100%. In 2017 waren es gerade mal 434€.

Grund für den starken Anstieg war aber vor allem auch die Tatsache, dass meine Comstage ETFs auf Grund der Steuerpolitik auf „ausschüttend“ umgestellt wurden und somit schlagartig zur Dividendenausschüttung beitragen. Das alleine hat schon zwischen 400 und 450€ ausgemacht.

In grün: Dividende in 2018 auf Monate verteilt. (Quelle: Portfolio Performance)
In grün: Dividende in 2018 auf Monate verteilt. (Quelle: Portfolio Performance)

Wie man in der obigen Grafik sieht, kommt mittlerweile in jedem Monat etwas rein. Im ersten Quartal ist es noch recht dünn, aber das kann ja noch werden. Allerdings achte ich bei der Auswahl der Aktien nicht auf das Ausschüttungsintervall oder den Ausschüttungsmonat. Da gibt es deutlich wichtigere Faktoren.

Performance

An der Börse war 2018 für mich eine Nullrunde. Ging es bis September eher nach oben als nach unten, so drehte sich das Blatt im Oktober. In Q4 hat mein Aktienportfolio etwa 15% an Wert verloren. Besonders hart traf es BAT und auch Vapiano ist nach meinem Einstieg noch weiter abgeschmiert.

Wenn man das Gesamtbild aus Kurserfolgen (bzw. eher Misserfolgen) und Erträgen (Dividenden, Verkauf-Gewinne) sieht, so ergibt sich eine True Time-Weighted Rate of Return von -0,04% bei einem internen Zinsfuß von -0,93%.

Ich muss zugeben, dass es sich schlimmer angefühlt hat, als es rein von der Faktenlage eigentlich ist.

Schaut man auf mein Gesamtvermögen, sieht die Entwicklung übrigens deutlich schlechter aus. Die Kryptowährungen, die noch Ende 2017 für fantastische Kurserfolge gesorgt haben, sind im Laufe von 2018 um ca. 87% eingebrochen und reißen damit die Gesamtperformance weiter unter die Nulllinie. Nun ja. Wer mit dem Feuer spielt…

Meine Gesamtperformance gibt es weiter unten. 😉

P2P- und Crowd-Investments

Zukäufe

Dieses Jahr habe ich auf den folgenden Plattformen frisches Geld investiert:

Alle Plattformen haben sich bei mir sehr gut geschlagen. Viventor hat positiv überrascht. Die Probleme scheinen der Vergangenheit anzugehören.

Bei Bondora investiere ich mittlerweile nicht nur „traditionell“ sondern habe auch eine kleine Position in Bondora Go & Grow. Hierüber wird es nochmal einen gesonderten Artikel geben.

Einen Überblick über alle meine Plattformen und die dortigen Investitionen findest du hier.

Verkäufe

Bei Swaper und Robo.Cash habe ich in 2018 Geld abgezogen, da es Investitionsschwierigkeiten gab. Ich behalte die Plattformen aber weiterhin im Blick.

Und bei der deutschen Immobilien-Investment-Plattform Bergfürst* sind einige Projekte ausgelaufen und ich habe meine Investition nebst Zinsen zurück erhalten. Allerdings spielt diese Plattform für mich nur eine sehr sehr kleine Rolle.

Performance

Traditionell erfasse ich am 01.01. eines Jahres die Veränderung der P2P-Konten in Portfolio Performance. Wie ich dabei vorgehe, habe ich in diesem Artikel beschrieben.

Das Ergebnis siehst du im folgenden Screenshot aus Portfolio Performance:

P2P-Performance-Dashboard in Portfolio Performance
P2P-Performance-Dashboard in Portfolio Performance

Über alle Plattformen hinweg liegt die Performance bei knapp 9%, was recht solide ist.

Hierbei ist allerdings zu beachten, dass nicht bei allen Krediten die Rückflüsse schön gleichmäßig sind. Teilweise werden die Zinsen erst am Ende der Kreditlaufzeit gut geschrieben. Damit lässt sich erklären, warum Plattformen wie EstateGuru nur 6% gebracht haben, obwohl die Plattform selber 11% jährliche Rendite angibt. Auch mein eines Projekt bei Zinsland ist erst in 2019 fällig und hat somit noch keine Erträge gebracht.

Sparquote 2018

Auch wenn die Sparquote Monat für Monat recht stark schwankt, so lässt sich doch im Jahresmittel eine Tendenz erkennen.

Meine langfristige Sparquote lag in 2018 bei durchschnittlich 56,50%. Kurzfristig lag sie bei mageren 0,63%. Dies ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass ich in 2018 schon eine Reise für dieses Jahr weitgehend bezahlt habe. Dazu mehr im nächsten Artikel. 😉

Obwohl die Sparquote etwa 4,7% unter der des Vorjahres liegt, bin ich sehr zufrieden. Der Rückgang lässt sich damit begründen, dass ich mehr unterwegs war, einen teueren Urlaub gemacht und den Job gewechselt habe. Durch den Wechsel der PKV ist das ganze zudem auch noch verzerrt, da meine Krankenversicherungsbeiträge nun vollständig zu meine Ausgaben zählen und dafür das Netto höher ist. Dies zieht die Sparquote um circa 7 Prozentpunkte nach unten.

Dementsprechend rechne ich auch für 2019 mit einem weiteren Rückgang der Sparquote bei gleichbleibender Sparleistung.

Gesamtperformance 2018

Fassen wir zusammen:

  • Kapitalmarktperformance war 2018 für mich ein Nullsummenspiel.
  • P2P-Performance lag bei etwa 9%.
  • Mein Krypto-Experiment ist gründlich schiefgegangen und zerlegt durch den Crash im ersten Quartal meine Gesamtperformance.

Vernichtende -7,31% sind das Fazit am Ende des Jahres.

Nun gut, das ist der Ausgleich zu 17,79% in 2017. Macht auf zwei Jahre gerechnet immer noch schöne 9,2% und die Kryptos haben wieder an Bedeutung und Einfluss in meinem Portfolio verloren.

Insgesamt bin ich aber dennoch sehr zufrieden. Schaut man meine Benchmarks den MSCI World und den MSCI ACWI an, so notieren diese bei -6,5 bzw. -6%. Mein Aktienportfolio liegt weit darüber, das Gesamtportfolio knapp darunter (2018).

Schaue ich auf die letzten drei Jahre zurück, liegt die Gesamtperformance etwa 3% über dem MSCI ACWI bei 11% weniger Volatilität.

Was sonst noch war

Abgesehen von der Entwicklung meines Portfolios war auch sonst ganz schön was los. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte war ich nur selten zu Hause.

Events

Da waren die OOP Konferenz im Februar, ein Workshop bei Microsoft im Juni, die SoCraTes im August, das Finanzbarcamp im Oktober und natürlich noch eine Reihe kleinerer Abendveranstaltungen.

Zum Beispiel die MetaNook im November in Lübeck an meiner alten Uni, auf der ich dieses Jahr auch wieder einen Vortrag zum Thema „IT-Automation mit Ansible“ gehalten habe.

Blog

Seit 2018 bin ich auch endlich auf Instagram und Pinterest vertreten. In 2019 möchte ich diese Kanäle besser kennenlernen und ausbauen.

Abgesehen davon ist der Blog schön gewachsen. Ich hatte gut 90.000 Besucher im letzen Jahr und damit etwa 30.000 mehr als im Jahr davor. Ein Besuch dauert im Durchschnitt 1:30 Minuten. Gut 60.000 Besucher kommen über die verschiedensten Suchmaschinen, allen voran Google. Gefällt mir!

Wie auch in 2017 führen Felix mit der Finanzblogroll und Albert der Finanzwesir die Liste der Websites, von denen Besucher zu mir kommen, an.

Insgesamt lässt sich aber feststellen, dass die Besucher-Quellen in 2018 deutlich diversifizierter waren als in 2017. Ich danke allen, die meinen Blog und Artikel von mir verlinkt haben und mich damit unterstützen! 🙂

90% meiner Besucher kommen übrigens aus Deutschland. Der Rest kommt sich aus der ganzen Welt, vor allem den USA.

Fazit

2018 war ein abwechslungsreiches Jahr. Ich habe viele nette Menschen kennen gelernt und mich in so ziemlich jeder Hinsicht weiterentwickelt.

Lediglich das leidige Thema Gesundheit bzw. die Bewegung sind deutlich zu kurz gekommen, wie man auch schon in meinen Monatsretros lesen konnte.

Am kommenden Mittwoch (23.01.2019) geht es hier weiter mit dem zweiten Teil (Ausblick und Ziele für 2019).

Und wie war dein Jahr 2018? Welches Ziel hast du erreicht, auf das du besonders stolz bist?

4 Comments

  1. Auch wenn das Jahr 2018 für alle nicht so rosig war, weil es am Ende doch die Märkte angeschlagen hat, sieht es dennoch gut aus. Am Ende heißt es besser als das letzte Jahr und besser als der, der nichts macht!
    Hoffentlich wird 2019 besser, aber so wie der Januar läuft, kann es ja weiter gehen.

    Grüße
    Sanja

    1. Moin Pascal,
      Danke für den Tipp. Das schaue ich mir mal an. Canva nutze ich sogar zum Teil schon, aber Social-Media-seitig kann ich noch einiges optimieren 😉

      Beste Grüße
      Tobias

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